FRAGEN UND ANTWORTEN zum Vorhaben

Tagespflege in Ransbach: Ein Neubau mitten im Ort

Die Visualisierung des Bauplanungsbüros Kimpel zeigt die Ansicht des geplanten Neubaus für die Tagespflege aus Blickrichtung Amselstraße. Die Entwürfe sehen ein zweigeschossiges Gebäude mit 741 Quadratmetern Nutzfläche sowie kombiniertem Sattel- und Flachdach vor.
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So könnte es aussehen: Die Visualisierung des Bauplanungsbüros Kimpel zeigt die Ansicht des geplanten Neubaus für die Tagespflege aus Blickrichtung Amselstraße.

Das Interesse an der geplanten Tagespflege-Einrichtung in Ransbach scheint groß. Die Pläne für den Neubau wurden jetzt öffentlich vorgestellt.

Ransbach - Die Pläne für den Neubau einer Tagespflege haben Vertreter des Zweckverbandes Gemeindediakoniestation Ausbach und der Gemeinde Hohenroda am Dienstagabend im – mit entsprechenden Corona-Abständen – voll besetzten Ransbacher Bürgersaal vorgestellt. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Projekt.

Was genau plant der Zweckverband Gemeindediakonie?

Der Pflegedienst in Trägerschaft der evangelischen Kirche möchte auf einer Freifläche an der Ransbacher Amselstraße eine Tagespflege mit 18 Plätzen bauen. Die Entwürfe des Mansbacher Bauplaners Karsten Kimpel sehen ein zweigeschossiges Gebäude mit 741 Quadratmetern Nutzfläche sowie kombiniertem Sattel- und Flachdach vor.

Neben den Gemeinschafts-, Funktions- und Ruheräumen für die Tagespflege soll der Neubau auch Verwaltungs- und Personalräume für den mobilen Pflegedienst der Gemeindediakonie umfassen. Die Parkplätze für Mitarbeiter und Fuhrpark sind auf der Rückseite vorgesehen. Die Außenanlage soll laut Kimpel entsprechend der dörflichen Umgebung als „strukturreicher Hausgarten“ gestaltet werden, um beispielsweise auch die gemeinsame Gartenarbeit mit den Tagespflegegästen in das Betreuungsangebot einzubinden. Zur Höhe der Baukosten wollte sich Diakonie-Geschäftsführer Stefan Gunkel nicht äußern.

Wie sieht der Zeitplan für das Projekt aus?

Um die rechtlichen Voraussetzungen für den Neubau zu schaffen, laufe derzeit ein Bauleitverfahren, erläuterte Bürgermeister Andre Stenda. Noch bis Mitte August liegen die Pläne in der Gemeindeverwaltung öffentlich aus oder können auf der Gemeindehomepage www.hohenroda.de eingesehen werden. Anwohner und die sogenannten Träger öffentlicher Belange, also Behörden und Infrastrukturbetreiber, haben die Möglichkeit, Stellungnahmen abzugeben. Durch die Verwendung vormontierter Holzelemente werde nach der Genehmigung zwischen erstem Spatenstich und Fertigstellung nur rund ein halbes Jahr vergehen, kündigte Bauplaner Karsten Kimpel an. Diese kurze Bauphase minimiere die Belastungen für die Anwohner. Als Eröffnungstermin strebt die Gemeindediakonie den 1. Juli 2021 an.

Welche Betreuungszeiten sind geplant?

Um Angehörige zu entlasten, sollen Pflege- und Betreuungsbedürftige, die noch zuhause leben, morgens im Umkreis von etwa zwölf Kilometern mit Kleinbussen abgeholt werden, um den Tag in der Pflegeeinrichtung zu verbringen. Sie nehmen dort Frühstück, Mittagessen sowie Kaffee und Kuchen ein, bevor sie am Nachmittag wieder nach Hause gebracht werden. Starten werde das Angebot montags bis freitags jeweils von 8 bis 16 Uhr, kündigte Stefan Gunkel an. Bei entsprechender Nachfrage sei eine Ausweitung auf den Samstag denkbar.

Wie fielen die Reaktionen auf die Pläne aus?

Überwiegend positiv. Einwohner, Mitglieder des Diakonie-Vorstandes und Pfarrer Martin Arndt bezeichneten das Vorhaben als wichtigen Beitrag zur Infrastruktur und Bereicherung für die Gemeinde. Ihre Ausführungen wurden mit Applaus bedacht. Ausdrückliches Lob fand auch der Bauplatz mitten im Ort, der die Einbindung der Senioren ins Dorfleben ermögliche und ihnen ein Gefühl von Zuhause gebe.

Gab es auch kritische Stimmen?

Ja. So wurde beispielsweise hinterfragt, ob sich ein Baugrundstück am bisherigen Diakonie-Standort Ausbach mit mehr Abstand zu den Nachbarn und entsprechenden Erweiterungsmöglichkeiten besser eignen würde. Ein Ausbau des bisherigen Quartiers in der Ausbacher Hofreite scheitere an Denkmal- und Brandschutzauflagen, verdeutlichte Bürgermeister Andre Stenda. Bei der Wahl des Bauplatzes hätten unter anderem die barrierefreie Erschließung, rechtliche Aspekte und die Aussicht auf Fördermittel eine Rolle gespielt, ergänzte Stefan Gunkel. Um Leerstände zu vermeiden, wurde aus den Reihen der Zuhörer zudem der Umbau bestehender Immobilien im Gemeindegebiet angeregt. Wegen der hohen Brandschutzauflagen und Anforderungen der Heimaufsicht wären laut Planer Karsten Kimpel und Diakonie-Geschäftsführer Stefan Gunkel die Kosten dafür jedoch deutlich teurer als ein Neubau.

Was wird aus den bisherigen Räumen der Gemeindediakonie in der Ausbacher Hofreite?

Das sei noch nicht endgültig entschieden, er gehe jedoch davon aus, dass die Gemeindediakonie die Büroräume in Ausbach weiterhin nutzen werde, sagte Stefan Gunkel. Auch die bestehenden Seniorengruppen sollen sich demnach weiterhin in den Räumen in Ausbach treffen. (jce)

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