Tausende strömten nach Eiterfeld

Matthäusmarkt im Zeichen des Jubiläums

+
Apotheker Johannes Wolfschlag demonstrierte den Kindern, wie man Gummibärchen selbst herstellen kann.

Wie jedes Jahr kamen wieder tausende von Besuchern zum Matthäusmarkt, um sich mit Produkten einzudecken oder die Volksfeststimmung in Eiterfeld zu genießen.

„Willkommen Altweibersommer“ schien die Sonne vom Himmel zu lachen. Somit kann die Marktgemeinde Eiterfeld einen weiteren Markt als gelungen verbuchen.

Viermal im Jahr darf Eiterfeld einen Markt abhalten. Das legt das Dekret aus dem Jahre 1697 fest. Eiterfeld führt zwei Märkte im Jahr durch: den Frühjahrsmarkt und den im Herbst stattfinden Matthäus Markt. Dann verwandelt sich die Bahnhofsstraße Eiterfeld in einen autofreien Boulevard. Stand an Stand reihen sich die fliegenden Händler und von Matratzen über Hosenträger bis hin zu den 100% Baumwollsocken ist alles zu haben.

Einige einmalige Besonderheiten bot der Mark auch dieses Jahr: Vor dem ehemaligen Amtsgericht gab es den Bilderkalender „1175 Jahre Eiterfeld“ erstmalig zu kaufen. Elf Schülerinnen der Kunst AG der Lichtbergschule hatten diesen für das große Fest in einem Jahr gestaltet. Eine weitere Besonderheit war die Herausgabe eines Gedichtbandes der Eiterfelderin Traudel Münkel. Die 2018 verstorbene Eiterfelderin reimte unter dem Buchtitel „Taubenmarkt und Kreppelstein“ Alltagsgeschehen von Beschreibungen der Jahreszeiten bis hin zu Alltäglichkeiten, zum Teil in Dialekt. Hier eine kleine Kostprobe: „Das Platt schwätze ess net meh Mode, ich frän mich so oft, honn se‘s verbode?

Oliver Zentgraf vor den antiken Sammlungen seines Opas Hermann Zentgraf senior. Einem Museum gleich sind hier alte Musterstücke sowie die ersten Nähmaschinen für Schuhe ausgestellt.

Da die einzelnen Gemeindeteile oft weit auseinanderliegen, hatte der kostenlose „Bussi Bürgerbus“ sehr oft die Strecke vom Baumarkt Busold bis hin zum Schuhhaus Zentgraf in Arzell zu absolvieren.

In den Zentgraf-Verkaufshallen standen nicht nur 35 000 Paar Schuhe parat. Der Eingang glich einem Schuhmuseum. Der Gründer, im Jahre 1937 Hermann Zentgraf sen., hatte die alten Näh- und Bearbeitungsmaschinen sowie viele alte Schuh Modelle aufgehoben und somit vor dem Wegwerfen bewahrt.

Nebenan wurde die Eröffnung der Backstube „Brandau“ gefeiert. Das Café wurde von den Kunden dankend angenommen und die Tische und Stühle waren voll besetzt.

Die ortsansässigen Mittelständler nutzen diesen Tag als „offene Tür“ und viele wurden von ihren Lieferanten unterstützt.

Vor der Apotheke demonstrierte der Apotheker Johannes Wolfschlag, wie man aus Gelatine, Zucker oder Honig, Orangensaft und Speisestärke Gummibärchen produziert..

Michael Hofmann (Brillenstudio Hofmann), der Vorsitzende des Gewerbevereins Eiterfeld zeigte sich mit der Besucherzahl sehr zufrieden.

Und wer zwischendurch mal eine Pause oder einen Sitzplatz benötigte, Hunger oder Durst verspürte, ließ sich bei Meissmers, Casa Blanca, Schlemmerstuben, City Grill oder Seng den Gaumen verwöhnen. Wer Seelennahrung benötigte, kehrte in die St. Georg Kirche ein. Mit besinnlicher Musik der Gruppe „Cross-Time“ konnte auf den Kirchenbänken ähnlich wie in den Autobahnkapellen entspannt werden. Weitere musikalische Unterstützer des Marktes waren der Orchesterverein Eiterfeld und der Musikzug Eiterfeld/Arzell.

VON CHRISTA DESOI

Kommentare