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1500 Traubeneichen für Dammersbacher Forst

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Von: Daniel Blöthner

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Burghauns Forstamtsleiter Sebastian Keidel (links) und Josef Wirth von Möbel Wirth stehen hier am Waldstück für die 1500 Traubeneichen.
Das Waldstück in der Größe eines halben Hektars für die 1500 Bäume ist für zehn Jahre eingezäunt, um Tiere herauszuhalten und die Bäume erst mal wachsen zu lassen. Burghauns Forstamtsleiter Sebastian Keidel (links) und Josef Wirth von Möbel Wirth präsentieren die Urkunde für die Kunden. © Daniel Blöthner

Josef Wirth fährt für seine Arbeit im Hünfelder Möbelhaus mehrmals im Jahr die Sauerlandlinie. Im Mai fiel ihm dabei das Waldsterben auf, was jahrelang an dieser Strecke kein Thema war. Der Unternehmer wollte etwas dagegen tun, am liebsten auf lokaler Ebene statt anonym in ganz Deutschland verteilt.

Schließlich dient der Wald als Erholungsort, Luft wird gereinigt und Holzprodukte nutzt jeder Mensch. So kam die Idee, ab dem Wochenende vom Martinsmarkt in Hünfeld, 5. und 6. November, eine Aktion zu starten, die ein- bis eineinhalb Jahre laufen soll. Für jeden Einkauf ab 500 Euro wird ein Baum im Dammersbacher Wald gepflanzt.

Unterstützt wird er dabei vom regionalen Forstamt von Hessen-Forst, die eine geeignete Fläche herausgesucht haben und im Frühjahr mit dem Pflanzen beginnen werden. An dem Waldstück fiel die Wahl auf Traubeneichen. „Rund 1500 Bäume sollen in den nächsten eineinhalb Jahren gepflanzt werden”, erklärt Wirth, „vielleicht wird die Aktion auch verlängert.” Nebenstehende Hainbuchen sowie andere Baumarten wie Ahorn und Birken werden sich voraussichtlich mit dem Wald vermischen. Mindestens fünf Baumarten soll der entstehende Mischwald aufweisen können. Risikovermeidung durch Risikostreuung sei laut Sebastian Keidel, Forstamtsleiter in Burghaun, das Gebot. Insgesamt ist es laut Keidel um das Forstamt Burghaun gut bestellt, denn durch die häufigen Mischbestände steht der größte Teil der Wälder noch. Doch trotz dieser positiven Prognose beschäftigt sich das Forstamt mit der Frage, was jetzt getan werden muss, um in 100 Jahren noch klimageschützte Wälder zu haben.

1500 Traubeneichen sollen an dieser Stelle im Dammersbacher Forst gepflanzt werden.
1500 Traubeneichen sollen an dieser Stelle im Dammersbacher Forst gepflanzt werden. © Daniel Blöthner

Auch zukünftige Generationen sollen genügend Holz zur Verfügung haben. Keidel lobt den wörtlich festgelegten Generationenvertrag der Forstämter. „Von vielem, was wir hier zu Lebzeiten beginnen, profitieren wir selbst gar nicht mehr”, weiß Keidel und freut sich über die vorausschauend geplante Arbeit der Vergangenheit.

An dem ausgewählten Waldstück im Dammersbacher Wald haben Wind und Borkenkäfer Schäden hinterlassen. Das Waldstück nun sich selbst zu überlassen, wäre nicht die klügste Entscheidung, wenn an die Zukunft gedacht werde. Hessen-Forst errechnet den theoretischen Wasserverbrauch der Pflanzen und Bäume in Kombination mit der Bodenbeschaffenheit aus. „Große Mengen des Regens schaffen es gar nicht bis in den Boden. Tropfen bleiben an den Pflanzen hängen und verdunsten wieder”, meint Keidel. So werden geeignete Flächen für Aufforstungen bestimmt und entschieden, welche Baumarten dort die langfristig besten Chancen haben.

Christel und Josef Wirth möchten gemeinsam mit den Kunden
etwas für den lokalen Waldbestand tun.
Christel und Josef Wirth möchten gemeinsam mit den Kunden etwas für den lokalen Waldbestand tun. © Daniel Blöthner

Ideengeber hinter der Baumpflanz-Aktion ist ein Ausschuss vom Europa Möbel-Verbund, die sich mit der Stiftung Wald zusammengetan haben und deutschlandweit rund 20.000 Bäume binnen eines Jahres pflanzen wollen. Jeder Kunde erhält zudem eine Urkunde über die gute Tat für die Heimat bescheinigt.

Um nicht nur mit der Aufforstung nachhaltig zu agieren, hatte Josef Wirth noch eine weitere Idee zur Energieeinsparung: Geschäftsleute könnten ihre Läden montags allesamt geschlossen halten, um so Energie einzusparen und etwas für das Klima zu tun.

Kommentar: Nachhaltig agieren - Energiespartag als Ruhetag

Das Thema Energiesparen ist allgegenwärtig. Die Idee eines Ruhetages ist bei diversen Betrieben zur Gewohnheit geworden. Diese fallen zwar flächendeckend nicht immer auf denselben Tag, doch wird es im Allgemeinen von der Gesellschaft akzeptiert, wenn ein Geschäft nicht durchgängig von Montag bis Samstag geöffnet hat.

Im Gespräch mit Josef Wirth kam folgende Idee auf: Wie wäre es, wenn das Geschäft samstags schließt, die Heizung abgedreht wird und um den größtmöglichen Nutzen eines erdachten Energiespartages zu haben, nicht am Montag, sondern erst am Dienstag wieder öffnet. Dieser Energiespartag wäre nicht nur einmalig der Fall, sondern jede Woche. Viele Kunden, die es gewohnt sind, nach dem Wochenende direkt am Montag einkaufen zu gehen, stünde so eine Umstellung bevor. Doch nach jeder Umstellung kehrt auch die Gewohnheit ein.

Gesichtsmasken wären vor der Pandemie von vielen nur belächelt worden. Zwischenzeitlich war es selbstverständlich, diese zu tragen. Die Idee, ein Geschäft am Montag geschlossen zu lassen, um Energie zu sparen, ist daher gar nicht verkehrt. Der Kunde kann sich anpassen. Immerhin ist der Montag geeigneter als etwa der Samstag, den viele Berufstätige für Einkäufe nutzen, wofür unter der Woche schlicht die Zeit fehlt. Womöglich ist dieser Energiespartag eine Idee mit Nachahmungscharakter?

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