Zwei Banken in einem Gebäude

Sparkasse und VR-Bank Nordrhön teilen sich Geldautomat in Mansbach

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Einer für Zwei: Der erste gemeinsame Geldautomat von VR-Bank Nordrhön und Sparkasse Bad Hersfeld in Mansbach akzeptiert Chipkarten beider Kreditinstitute, wie auf unserem Bild Kundenberater Hubert Hauser (links) von der VR-Bank und Marktbereichsleiter Reiner Dehnert von der Sparkasse demonstrieren.

Für Kunden der VR-Bank Nordrhön und der Sparkasse Bad Hersfeld-Rotenburg haben im Hohenrodaer Ortsteil Mansbach nun eine gemeinsame Anlaufstelle.

Seit einer Woche nutzen die beiden Kreditinstitute den Geldautomaten in der Sparkassen-Filiale an der Dorfwiese zusammen. Diese Kooperation von Sparkasse und Genossenschaftsbank ist im Landkreis Hersfeld-Rotenburg in dieser Form ein Novum, wie Vertreter beider Banken am Freitag während eines Pressetermins in Mansbach betonten. Sascha Sippel, stellvertretendes Vorstandsmitglied der Sparkasse, berichtete von „fruchtbaren Gesprächen“, die schließlich in der Kooperation gemündet hätten.

Ungewohnte Farbkombination: Die Sparkassen-Filiale an der Mansbacher Dorfwiese ist jetzt auch Anlaufstelle für die Kunden der VR-Bank.

Sparkassen und Genossenschaftsbanken stünden vor denselben Herausforderungen, betonte auch Werner Eichler, Vorstandssprecher der VR-Bank Nordrhön mit Hauptsitz in Hünfeld: Neben der zunehmenden Verlagerung des Geschäfts nannte Eichler vor allem rückläufige Erträge durch die anhaltenden Niedrigzinsen. Die regionalen Banken seien deshalb zu Sparmaßnahmen gezwungen. „Das gefällt uns nicht, aber uns beleibt kein anderer Weg“, so Eichler.

Die Niederlassungen beider Banken in dem mit rund 1100 Einwohnern zweitgrößten Hohenrodaer Ortsteil wurden zuletzt nur noch als Selbstbedienungsfilialen betreiben und waren nicht mehr regelmäßig mit Personal besetzt. Um Kosten zu sparen, konzentrieren Sparkasse und VR-Bank ihr verbliebenes Angebot nun in einem Gebäude. Die Kosten für den Automat, der von der Sparkasse betrieben wird, teilen sich die Kreditinstitute. Das Gerät wurde so programmiert, dass Kunden mit Chipkarten beider Häuser zu den Konditionen der jeweiligen Bank kostenfrei über Bargeld verfügen können. Von dieser Kooperation profitierten letztendlich auch die Einwohner, denen dadurch auch weiterhin ein Geldautomat zur Verfügung stehe, betonten die Vertreter beider Banken.

Abgebaut wurden jedoch die Selbstbedienungsterminals für Überweisungen. Da diese mit unterschiedlichen Rechenzentren verbunden seien, wäre eine zweite Datenleitung notwendig geworden, erklärte VR-Bank-Prokurist Tim Schnabel. Zudem nehme die Nutzung dieser Geräte durch das Online-Banking kontinuierlich ab, ältere Kunden ohne Internet nutzten meist lieber die telefonische Überweisung. Für weitergehende Finanzfragen bieten beide Banken zudem Beratertermine direkt zuhause beim Kunden an.

Von zwei Herzen in seiner Brust sprach Hohenrodas Bürgermeister Andre Stenda: „Wir sind froh, dass uns der Geldautomat erhalten bleibt, aber wir weinen natürlich der bisherigen Nahversorgung nach“. Eine mit Personal besetzte Sparkassen-Filiale gibt es noch im Hohenrodaer Ortsteil Ransbach. Dort ist auch die Raiffeisenbank Werratal-Landeck mit einer Zweigstelle vertreten. Die von Mansbach aus nächsten Niederlassungen der VR-Bank Nordrhön befinden sich in Eiterfeld und in Sünna.

Kooperationen nach Mansbacher Vorbild an anderen Orten sind laut dem stellvertretenden Sparkassen-Vorstand Sascha Sippel aktuell nicht in Planung. jce

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