Timber Sports

Alexander Heinz greift bei Wettkampf zu Axt und Säge

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Mansbach/Ransbach – Um einen 32 Zentimeter dicken Baumstamm zu zerteilen, benötigt Alexander Heinz nur wenige Sekunden. Ohne Motorsäge, wohlgemerkt.

Wenn der 28-Jährige seine Axt auf den Holzblock unter seinen Füßen niedersausen lässt, spritzen die Späne in die Luft. Der sogenannte „Underhand Chop“, das Durchtrennen eines liegenden Baumstamms, ist eine von insgesamt vier Disziplinen, in denen der Ransbacher am Samstag, 8. Juni, beim Rookie Cup auf der Gartenschau Remstal im baden-württembergischen Waiblingen antritt. Es ist sein erster Wettkampf im Holzfällerwettbewerb „Timbersports“ des Motorsägenherstellers Stihl.

„Ich habe die Wettkämpfe früher immer im Fernsehen verfolgt“, erinnert sich der 28-Jährige. Vollends vom Timbersports-Virus gepackt wurde Alexander Heinz, der mit der Kettensäge auch Skulpturen schnitzt, bei einem Kurzurlaub in der Rhön vor rund zwei Jahren: Im unterfränkischen Mellrichstadt unterhält Stihl einen Timbersports-Trainingsstützpunkt. Beim Probetraining kann dort Jedermann seine Fähigkeiten an Axt und Säge testen. Nach weiteren Übungseinheiten sowie einem Trainingscamp wurde Alexander Heinz schließlich von einem offiziellen Trainer für den Wettkampf zugelassen. Neben Technik und Zeit stand dabei vor allem die Sicherheit im Fokus. Mit einem Schneidenwinkel von 13 bis 14 Grad seien die Wettkampfäxte „schweine-scharf“ und die Verletzungsgefahr entsprechend hoch. Eine Schutzausrüstung mit Kettensocken sowie beim Umgang mit der Kettensäge Schnitt-, Gesichts- und Gehörschutz sind deshalb Pflicht. Seit Ende März bereitet sich Alexander Heinz intensiv auf den Wettkampf vor. Kraft und Ausdauer sind dabei nur eine Seite der Medaille: „Es bringt nichts, nur auf den Stamm einzudreschen. Präzision und Technik entscheiden über Sieg oder Niederlage“, verdeutlicht der 28-Jährige.

Der Hof seiner Schwiegereltern nahe Mansbach bietet dem gelernten Schlosser ideale Übungsbedingungen. Freundin Ramona unterstützt ihn beim Training und stoppt die Zeiten. Neben dem „Underhand Chop“ am liegenden Baumstamm muss Alexander Heinz beim „Standing Block Chop“ mit der Axt auch einen senkrecht verankerten Holzblock zu Fall bringen. Bei der Disziplin „Stock Saw“ sägen die Teilnehmer mit einer handelsüblichen MS-661-Motorsäge von einem waagerecht befestigten Holzstamm mit einem Abwärts- und einem Aufwärtsschnitt zwei Scheiben ab – jeweils am Stück innerhalb eines markierten Bereichs von zehn Zentimetern. Rhythmus und die Dynamik sind bei der Singe-Buck gefragt – einer Zwei-Meter-Handsäge, mit der eine Holzscheibe von einem 46 Zentimeter dicken Stamm abgetrennt wird.

Das Ziel des Ransbachers ist es, irgendwann bei den Profis antreten zu dürfen. Dann kämen noch zwei weitere Disziplinen hinzu: Die Hot Saw, eine getunte Motorsäge mit 80 PS Leistung sowie die „Königsdisziplin“ Springboard, bei der sich die Holzfäller mithilfe von Kerben und Brettern als Standfläche an einem senkrechten Stamm nach oben arbeiten. Für künftige Wettkämpfe sucht Alexander Heinz noch nach Sponsoren. Denn die Ausrüstung, um auch zu Hause unter Wettkampfbedingungen trainieren zu können, ist vergleichsweise teuer: Eine Axt kostet 600 bis 700 Euro, eine eigene Single Buck schlägt mit 2500 Euro zu Buche – bei bis zu drei Jahren Lieferzeit. Profis, die von ihrem Sport ihren Lebensunterhalt bestreiten können, gebe es in Deutschland nicht. Für sein heutiges Wettkampfdebüt gibt sich der Ransbacher bescheiden: „Ich hoffe natürlich, einen guten Wettkampf abzuliefern. Wichtig ist für mich aber erst mal, das Gelernte umzusetzen“, betont er.

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