Hohenrodaer Kandidaten im Porträt

Polizist mit Leib und Seele: Uwe Metz will Bürgermeister werden

Polizeichef will Rathauschef werden: Uwe Metz an seine m Schreibtisch in der Bad Salzunger Polizeiinspektion. An der Wand hinter ihm hat Metz Dienstabzeichen aus verschiedenen Ländern gesammelt. Foto: Jan-Christoph Eisenberg

Hohenroda/Ausbach. Wir stellen die Kandidaten für die Bürgermeisterwahl in Hohenroda in alphabetischer Reihenfolge vor - heute der Polizist Uwe Metz.

Während seiner beruflichen Laufbahn ist Uwe Metz weit herumgekommen. Davon zeugen zahlreiche Fotos, Landkarten und eine UN-Fahne an den Wänden seines Büros in der Bad Salzunger Polizeiinspektion.

Metz bezeichnet sich als Polizist mit Leib und Seele. Die Anschlagswellen in den 1970er und -80er Jahren hätten nach dem Abitur seine Berufswahl ebenso mitgeprägt wie die nahe Grenze, erzählt der 55-Jährige. „Ich bin der Überzeugung, dass wir in der besten Demokratie leben“, unterstreicht er. Natürlich gebe es immer Verbesserungsmöglichkeiten: „Aber niemals mit Gewalt“. Das Bundeskriminalamt in Wiesbaden war nach dem Studium seine erste berufliche Station.

Dann fiel die innerdeutsche Grenze. In der bis dahin unerreichbaren Nachbarschaft wurden Führungskräfte zum Aufbau einer demokratisch ausgerichteten Polizei gesucht. Vom Landeskriminalamt in Erfurt über Gotha, Weimar und Eisenach kam er vor 13 Jahren schließlich zur Polizeiinspektion Bad Salzungen, deren Leiter er seit dem Jahr 2013 ist. Der Einzugsbereich der rund 100-köpfigen Dienststelle umfasst im Wesentlichen den Altkreis Bad Salzungen mit rund 77 000 Einwohnern. Ende der 1990er und Anfang der 2000er Jahre war Uwe Metz als Ausbilder und Polizeibeobachter in zwei Auslandseinsätzen der Vereinten Nationen in Bosnien und Herzegowina eingesetzt, zu denen er sich freiwillig gemeldet hatte. „Dass die internationale Gemeinschaft so lange zuschaute, wie im Herzen Europas die Menschenrechte mit Füßen getreten werden, war für mich nicht nachvollziehbar“, verdeutlicht er. Bei diesen Einsätzen hat Uwe Metz auch seine Frau kennengelernt.

Das Paar hat eine 17-jährige Tochter. Die Familie lebt im Elternhaus des 55-Jährigen in Ausbach. Dass Metz sich „trotz Traumjob und Traumposition“ sich um das Amt des Rathauschefs bewirbt, hänge eng mit Straßen- und Kanalbau vor seiner Haustür, den damit verbundenen Belastungen durch Straßenbeiträge und dem Umgang der Gemeinde mit den Betroffenen zusammen. „Je tiefer man in die Materie einsteigt, desto mehr stößt man auf Ungereimtheiten“, erklärt er.

Am Stammtisch darüber zu meckern, reiche nicht aus: „Man muss bereit sein, es besser zu machen“, ist Metz, der sich nicht als Querulanten abtun lassen will, überzeugt. Bei der Entscheidung über das höchste Amt der Gemeinde sollten die Einwohner eine echte Wahl haben, beschreibt er seine Motivation.

Der Kampf gegen die Straßenbeiträge nehme inzwischen einen großen Teil seiner Freizeit ein. Das Training im Fitnessstudio komme dadurch zu kurz, berichtet der Bürgermeisterkandidat. Für Auszeiten vom Berufsalltag sorgen gemeinsame Urlaube in Kroatien, die in der Regel mit Besuchen bei der Schwiegermutter verbunden werden, die noch in dem Balkanstaat lebt.

Auch am Haus in Ausbach, zu dem ein rund 3000 Quadratmeter großes Grundstück mit über 40 Obstbäumen gehört, gebe es eigentlich immer etwas zu tun. Beruflich ist Uwe Metz zwar weit herumgekommen, seinem Heimatort Ausbach dabei aber treu geblieben. „Ich bin ein echtes Landei“, bekennt er. „Gerade weil ich so viel gesehen habe, weiß ich, wie schön es zuhause ist“.

Zur Person

Uwe Metz wurde 1963 in Bad Hersfeld geboren und ist in Ausbach aufgewachsen. Nach dem Abitur an der Heringer Werratalschule und der Bundeswehrzeit in Rotenburg folgte ein Studium an der Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung in Köln und Wiesbaden, welches er als Diplomverwaltungsfachwirt abschloss. Seine berufliche Laufbahn begann er beim BKA in Wiesbaden, es folgten verschiedene Stationen bei der Polizei in Thüringen. Seit dem Jahr 2013 leitet Uwe Metz die Polizeiinspektion in Bad Salzungen. Uwe Metz lebt in Ausbach, ist verheiratet und hat eine 17-jährige Tochter. Er ist Vorsitzender des Vereins „Anliegerschutz statt Beitragskatastrophe“, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Straßenbeitragsfeies Hessen und hat in seiner Heimatgemeinde zwei Bürgerbegehren zum Wechsel von einmaligen zu wiederkehrenden Straßenbeiträgen mitinitiiert, die vom Gemeindeparlament nicht zugelassen wurden.

Politische Ziele

Uwe Metz setzt sich für die Abschaffung der Straßenausbaubeiträge ein und will beim Wasser- und Abwasserzweckverband verstärkt die sogenannte „Inlinersanierung“ der Kanäle einfordern. Durch Bürgerversammlungen, ein Bürgerinformationsportal, Veröffentlichung aller Beschlussvorlagen vor der jeweiligen Sitzung und Bürgerentscheide sollen die Einwohner besser in Entscheidungen einbezogen werden. Er kündigt an, mehr Leistungen der Verwaltung online zur Verfügung zu stellen. Die Vereinsförderung ist für ihn ebenso unabdingbar wie die bestmögliche Ausstattung der Feuerwehren. Der Breitbandausbau soll über die von Breitband Nordhessen angestrebte Bandbreite hinaus vorangetrieben werden. Wirtschaftlich will sich Metz für den Erhalt der Kali-Arbeitsplätze einsetzen, gleichzeitig die Grundlagen für die Ansiedlung weiterer Gewerbetreibender, insbesondere aus dem Dienstleistungssektor, schaffen. Die Sanierung des gemeindlichen Kindergartens soll abgeschlossen und die Kosten für die Eltern weiter gesenkt werden – insbesondere durch eine weitere Kostenübernahme durch Bund und Land. Mit Blick auf die alternde Gesellschaft hält Metz digitale Angebote wie das Modellprojekt „Zuhause gut vernetzt“ für eine realistischere Alternative zu einem möglichen Bürgerbus. Den Haushalt sieht er als zentrales Steuerungselement, um maximalen Nutzen für die Bürger zu erreichen. 

Kurz gefragt

Mein Lebensmotto lautet ... Da gibt es mehrere, die alle auf dasselbe hinauslaufen: Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat bereits verloren – Berthold Brecht. Auf Veränderung zu hoffen, ohne selbst etwas dafür zu tun, ist wie am Bahnhof zu stehen und auf ein Schiff zu warten. – Albert Einstein. I’d rather be a hammer than a nail (Ich bin lieber der Hammer als der Nagel) – aus Simon & Garfunkels „El condor pasa“.

Mein Lieblingsplatz in Hohenroda ist ... mein Balkon im Sommer mit dem Panoramablick auf die wichtigsten Berge bei uns: Landecker, Ulsterberg, Dietrichsberg, Oechsen und nicht zuletzt der Monte Kali – Sinnbild unserer Existenzgrundlage. (Sorry, den Soisberg kann ich nicht sehen ...)

Wenn ich die Gemeinde in wenigen Worten bescheiben soll, dann sage ich ... seit mehr als einem halben Jahrhundert meine Heimat.

Als Bürgermeister bin ich besonders geeignet, weil ... ich ein fundiertes Verwaltungsstudium gepaart mit Führungserfahrung, Durchsetzungswillen und -fähigkeit und mehr als 35 Jahre Erfahrung im öffentlichen Dienst, zumeist in Führungsfunktionen mitbringe.

Sollte ich dennoch nicht Bürgermeister werden, dann … werde ich wie bisher in meinem bisherigen Traumberuf und in meiner Traumposition weiterarbeiten, ohne jedoch den Widerstand gegen diese bürgerfeindliche Politik aufzugeben.

Neben Uwe Metz kandidieren auch der Medizinprodukteberater Frank Gössel aus Bad Hersfeld und Amtsinhaber Andre Stenda aus Oberbreitzbach. Beim Wahlforum unserer Zeitung am Mittwoch, 6. März, im Bürgerhaus Mansbach stellen sich alle drei Kandidaten den Fragen von HZ-Redaktionsleiter Kai A. Struthoff. Beginn ist um 19 Uhr, der Eintritt ist frei. jce

Hier finden Sie das Porträt über den Kandidaten Frank Gössel

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