Spanier-Gestüt wird aufgegeben

Neustart für den Pferdehof Arhöna in Mansbach

Haben die Zukunft von Arhöna im Blick: (von links) Lynn Pelz, die zukünftige Geschäftsführerin Christina Kaspers, Arhöna-Gründer Uwe Weinzierl und Andrea Dettlaff.

Mansbach. Nach sieben Jahren Pause ist Uwe Weinzierl zurück in Mansbach. Vorübergehend – wie der 60-Jährige betont –, um dabei zu helfen, sein früheres Projekt Arhöna wieder auf gesunde Füße zu stellen.

1989 war der Kabarettist und Autor aus Berlin in die Vorderrhön gekommen. Weinzierl suchte dort die Ruhe und entdeckte schließlich seine Leidenschaft für Pferde. 1996 hob er Arhöna aus der Taufe.

Das alternative Kultur-, Freizeit- und Tourismusprojekt entwickelte sich zu einem Zentrum für Pferdetraining nach der Natural-Horsemanship-Methode, die umgangssprachlich auch als „Pferdeflüstern“ bekannt ist. Nach Meinungsverschiedenheiten mit seinen Mitstreitern kehrte Weinzierl Mansbach 2011 den Rücken. Er blieb einer von vier Teilhabern und Vorstandsmitglied, machte sich aber als Pferdetrainer in Mecklenburg-Vorpommern selbstständig. Kürzlich habe ihn ein Hilferuf aus seiner früheren Wirkungsstätte erreicht, berichtet Weinzier. Der Grund, „jetzt die Notbremse zu ziehen“, seien wirtschaftliche Probleme: „Der Versuch, mit spanischen Pferden Geld zu verdienen, war ein Irrweg“, berichtet der Pferdetrainer. Die Pferdezucht werde deshalb aufgegeben, ein Teil der seit 2012 aus Spanien importierten Pferde sei bereits verkauft.

Umschuldung und neue Organisation

Möglich werde der Neustart zum Einen durch eine Umschuldung mithilfe der nach sozial-ökologischen Grundsätzen abeitenden Gemeinschaftsbank für Leihen und Schenken (GLS) sowie der Stiftung Umverteilen. Zudem werde sich der Unternehmer Peter Klee – ein Schulfreund von Uwe Weinzierl – finanziell beteiligen. Anstelle der bisherigen Organisationsform aus Verein und haftungsbeschränkter Unternehmergesellschaft soll eine GmbH treten, in der Aktivitäten und Immobilien gebündelt werden. Die künftige Rolle des Vereins Arhöna sei noch unklar, erklären Weinzierl und die Vorsitzende Andrea Dettlaff.

In den kommenden Monaten werde die Reitanlage wieder auf Vordermann gebracht, kündigt Weinzierl an. Statt bis zu 80 sollen dort künftig nur noch rund 20 Pferde leben – in Gruppenhaltung mit Auslauf. Neben Urlaubern setzt das Arhöna-Team vor allem auf Pferdebesitzer, die mit ihren eigenen Tieren zu Horsemanship-Seminaren anreisen.

Wochenweise pendeln

Anfangs wird Weinzierl dafür wochenweise zwischen Mecklenburg und Mansbach pendeln. Er und Andrea Dettlaff, die bislang für Buchungen, Übernachtungen und Seminare zuständig ist, wollen langfristig allerdings kürzer treten. „Wir schauen uns schon nach Ruhebänken um“, scherzt der Pferdetrainer.

Die Zügel soll bei Arhöna deshalb künftig die nächste Generation in den Händen halten: Christina Kaspers tritt am 1. Juli ihre Stelle als neue Arhöna-Geschäftsführerin an. Die 30-Jährige aus der Voreifel ist gelernte Hotelfachfrau und kennt Uwe Weinzierl von ihrer Ausbildung zur Pferdetrainerin. Unterstützt wird sie von Lynn Pelz. Die 21-jährige ausgebildete Zimmererin war als Jugendliche selbst Gast auf Arhöna.

Hintergrund

Kurse, Fest und Fernseh-Doku

Am 30. Mai startet Uwe Weinzierl in Mansbach mit einem viertägigen Natural Horsemanship-Camp. Für den kommenden Herbst ist zudem ein Pferdefest in der Arhöna-Reitanlage geplant. Ab Mittwoch, 18. April, zeigt das NDR-Fernsehen zudem eine dreiteilige Dokumentation über die Arbeit des Pfedetrainers. Beginn ist um 21 Uhr. (jce) www.arhoena.de www.uweweinzierl.de

Von Jan-Christoph Eisenberg

Kommentare