Geld verschwindet unter der Erde

Neue Rohre für den Ausbach: Gemeinde investiert 183.300 Euro

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Verlandet: Durch die Umgestaltung des Teichs an der Landecker Straße in Ausbach soll das teure Ausbaggern des Gerölls künftig wegfallen. Kurz vor den Gebäuden hinter der Trauerweide verschwindet der Bachlauf in einer Rohrleitung, die ebenfalls erneuert werden soll.

Die Verrohrung des Ausbachs im gleichnamigen Hohrenrodaer Ortsteil soll erneuert werden. Dafür stimmten die Gemeindevertreter jetzt trotz hoher Kosten.

Vom Ausbach ist in Ausbach nicht viel zu sehen: Seit etwa 55 Jahren fließt das Gewässer überwiegend in unterirdischen Rohrleitungen durch den gleichnamigen Hohenrodaer Ortsteil.

Diese Bachverrohrung soll nun vom Einlauf hinter dem Teich an der Landecker Straße in Richtung Dorfplatz bis zur Hermesgasse im Zuge des ohnehin anstehenden Kanal- und Straßenbaus durch den Wasser- und Abwasserzweckverband (WAZV) erneuert werden. Den Auftrag dafür hat die Gemeindevertretung am Mittwochabend während ihrer Sitzung in der Ausbacher Hofreite bei einer Enthaltung einstimmig an die Eiterfelder Baufirma Giebel vergeben. „Es geht es um viel Geld“, verdeutlichte Bürgermeister Andre Stenda. Der Gemeindevorstand habe sich deshalb mehrfach mit dem Thema auseinandergesetzt und auch andere Möglichkeiten diskutiert, sehe letztendlich aber keine praktikable Alternative.

Insgesamt ist die Kommune am zweiten Abschnitt des Bauprogramms in Ausbach mit 165 600 Euro beteiligt. Hinzu kommen weitere 17 700 Euro für die Bauüberwachung durch das Ingenieurbüro Rother & Partner aus der Gemeinde Meißner (Werra-Meißner-Kreis).

Von der Bausumme entfallen rund 63 300 Euro auf die Straßeneinläufe, deren Kosten die Gemeinde bei Kanal- und Leitungsbauprojekten des WAZV aufbringen muss. 93 700 Euro sind für die Erneuerung der maroden Bachverrohrung im Bereich Dorfplatz/Hermesgasse kalkuliert. Für knapp 8 700 Euro soll zudem der verlandete Teich an der Landecker Straße geräumt werden. Das Gewässer hatte die Gemeinde einst auf einem gepachteten Privatgrundstück angelegt. Der Nutzungsvertrag ist inzwischen abgelaufen, der Kommune obliegen aber noch die Wasser- und Zugangsrechte für den Bachlauf. Im Zuge der Arbeiten sollen nun eine Betonmauer verändert und der Teich zum Bachlauf modelliert werden. Der teuere Aushub der Ablagerungen wird dadurch künftig entfallen.

„Das Projekt wird niemandem Ruhm einbringen, denn das Geld verschwindet unsichtbar unter der Erde“, merkte der Bürgermeister an. Für die notwendigen Arbeiten sei nun jedoch die Gelegenheit günstig: „Die Bagger werden sowieso für den WAZV rollen“, verdeutlichte der Rathauschef.

Als „zwingend für den Schutz der Bevölkerung“ bezeichnete Emil Kümmel (FWH) die Erneuerung der Bachverrohrung, die sich die Gemeinde nur durch ihre vernünftige Haushaltsführung leisten könne.

Auch Uwe Berk (CDU) argumentierte mit der Sicherheit der Anwohner und verwies auf vergangene Starkregenereignisse: „Ich möchte mir nicht vorstellen, dass diese Wassermassen durch Ausbach fließen“. Erhard Kümpel (FDP) mahnte an, dass bei der Erneuerung die Zuleitung zum Dorfbrunnen erhalten bleiben müsse. Malte Grimm (SPD) signalisierte ebenfalls Zustimmung seiner Fraktion. „In Ausbach wird viel gebaggert“, sagte er mit Blick auf die ebenfalls ab dem Frühjahr bevorstehende Sanierung der Ortsdurchfahrt. (jce)

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