Für seine Liebste ist er da

Liebe seit 70 Jahren: Emmi und Erhard Strinisko aus Mansbach feiern Gnadenhochzeit

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70 Jahre verheiratet: Das Fest der Gnadenhochzeit begehen heute Emmi und Erhard Strinisko im Hohenrodaer Ortsteil Mansbach.

Mansbach. Auf den Tag genau 70 Jahre miteinander verheiratet sind Emmi und Erhard Strinisko aus Mansbach. Dieses seltene Freudenfest wird auch als Gnadenhochzeit bezeichnet.

Nachdem sich die beiden im Jahre 1947 beim Sport in Mansbach kennengelernt hatten, wurde ein Jahr später bereits Hochzeit zwischen der Handballerin und dem Fußballer gefeiert. Emmi Strinisko (89), geborene Pfaff, spielte bis zur Einstellung des Spielbetriebs Ende der vierziger Jahre Handball für die Damen des VfL Mansbach. 

Und Erhard Strinsko (94) jagte als Fußballer über viele Jahre dem runden Leder beim VfL nach. In diesem Jahr wurde er für 70 Jahre Mitgliedschaft im Sportverein ausgezeichnet. Der im tschechischen Nimlau (Kreis Olmütz) aufgewachsene Erhard Strinisko kam nach dem Zweiten Weltkrieg, in dem er als sogenannter E-Heizer auf dem Unterseeboot 149 eingesetzt war, in britische Kriegsgefangenschaft. Danach durfte er nicht mehr in seine Heimat zurück, da seine Angehörigen bereits ausgewiesen waren. Durch das Rote Kreuz fand er schließlich seine Mutter und die Brüder in Silges bei Hünfeld wieder. 

16 Kilometer zu Fuß zur Arbeit

Von seinem neuen Wohnort Silges aus lief Erhard Strinisko jeden Tag etwa zehn Kilometer zum Bahnhof nach Hünfeld, um mit der Bimbel-Bahn nach Treischfeld zu fahren. Von Treischfeld ging es wieder zu Fuß ins etwa sechs Kilometer entfernte Mansbach zur Arbeit. Bei der heute nicht mehr existierenden Firma Kießling arbeitete der Jubilar als Elektriker. Auf die Baustellen kam er in dieser Zeit, also in den Jahren 1947 bis 1952, immer mit dem Dienst-Fahrrad. 

In Mansbach traf Erhard Strinisko auch auf seine spätere Frau Emmi. Weitere Stationen in seinem Berufsleben waren der Eiterfelder Maschinenbauer Ley – dort war er 16 Jahre als Betriebselektriker beschäftigt. Zweieinhalb Jahre davon war der Jubilar über die Firma Ley auch im Jülicher Kernforschungszentrum eingesetzt. Bis zum Übergang in die Rente im Jahr 1988 arbeitete Erhard Strinisko bei der Firma Wella in Hünfeld. 

Seine Ehefrau Emmi absolvierte 1944 ihr „Landjahr“ und dann eine kaufmännische Ausbildung beim Heeres-Remonte-Amt in ihrem Heimatort Mansbach. Insgesamt arbeitete sie dort bis zur Amtsauflösung im Jahre 1952 als Buchhalterin. Es folgten zehn Jahre bei der Firma Bock in Ufhausen und noch einmal 20 Jahre bei der Firma Nophut in Eiterfeld.

Ehefrau Emmi benötigt Pflege 

Seit Juli 2017 kümmert sich der 94 Jahre alte Jubilar um seine pflegebedürftige Frau. Nach einem längeren Krankenhausaufenthalt war Emmi Strinisko von April bis Juli 2017 in einem Pflegeheim untergebracht. Doch Erhard Strinisko bestand darauf, dass seine Ehefrau wieder zu ihm nach Hause kommt. 

Bei der Betreuung bekommt er Unterstützung von einem ambulanten Pflegedienst und Familienangehörigen. Über eine Rundum-Versorgung freut sich auch Kater Jacky, dem das eigene Wohlergehen ganz besonders anzusehen ist. Zum heutigen Ehrentag gratulieren eine Tochter und ein Sohn, fünf Enkelkinder und ein Urenkelchen.

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