Behörde sieht keinen Handlungsbedarf

Landesstraße in Hohenroda: Zu schmal für die Mittellinie

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Schmal und kurvig: Die Landesstraße zwischen den Hohenrodaer Ortsteilen Ransbach und Oberbreitzbach verfügt seit der Sanierung im vergangenen Sommer über keine Mittellinie mehr. Hohenrodaer Einwohner sorgen sich deshalb um die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer. 

Die Landesstraße zwischen den Hohenrodaer Ortsteilen Ransbach und Oberbreitzbach wird nicht mit einer Leitlinie in der Fahrbahnmitte versehen.

Diese Entscheidung hat der Landkreis als zuständige Verkehrsbehörde dem Ransbacher Ortsvorsteher Hans-Albert Pfaff mitgeteilt. Vor der Sanierung im vergangenen Sommer war die Strecke auf voller Länge mit einer gestrichelten Mittellinie versehen. Nach den Bauarbeiten wurde eine unterbrochene Leitlinie nur noch auf dem geraden Abschnitt bei Ransbach aufgebracht. Die restliche, kurvige und schmale Strecke hinauf nach Oberbreitzbach verfügt seither lediglich über Begrenzungslinien am Fahrbahnrand. 

Auf Initiative des SPD-Ortsvereins Ransbach hatte sich eine Gruppe von Einwohnern dafür eingesetzt, dass die fehlenden Markierungen auf der restlichen Strecke ergänzt werden.

Hans-Albert Pfaff und seine Mitstreiter argumentierten, dass Fahrer ihre Fahrzeuge durch die fehlende Markierung weiter in Richtung Fahrbahnmitte lenken, was zu brenzligen Situationen im Begegnungsverkehr führe (unsere Zeitung berichtete).

Wie bereits die Straßenbauverwaltung Hessen Mobil, beruft sich aber auch die Verkehrsbehörde des Kreises auf die Richtlinien für Markierung von Straßen (RMS). Demnach darf auf Fahrbahnen mit einer Breite von weniger als 5,50 Metern keine Leitlinien aufgebracht werden. 

Der betroffene Streckenabschnitt weise über die gesamte Länge nur Breiten von 5,25 Meter bis auf 5,40 Meter auf. Eine Linie in der Fahrbahnmitte signalisiere dem Verkehrsteilnehmer, dass bei Gegenverkehr ein gefahrloses Ausweichen möglich sei. Genau das lasse der unbefestigte Seitenstreifen aber vielfach nicht zu.

Auch Markierungen seien Verkehrszeichen, die nur dort angeordnet werden dürften, wo dies aufgrund zwingender Umstände dringend erforderlich sei. Eine Gefahrenlage aufgrund der örtlichen Verhältnisse und somit ein zwingendes Erfordernis sei auf der Strecke aber nicht gegeben, argumentiert die Verkehrsbehörde.

Im Zeitraum vom Jahr 2015 bis zum Jahr 2018 hätten sich auf dem Abschnitt im Längsverkehr insgesamt drei Unfälle ereignet – zwei davon vor der Baumaßnahme, als die Mittellinie noch vorhanden war. Personen seien dabei nicht zu Schaden gekommen. Allerdings kündigt die Verkehrsbehörde gegenüber dem Ortsvorsteher an, das Unfallgeschehen im Auge zu behalten.

Über den aktuellen Sachstand hat Hans-Albert Pfaff den Ransbacher Ortsbeirat informiert. Das Gremium habe die Entscheidung des Kreises „enttäuscht und mit Bedauern“ zur Kenntnis genommen, berichtet der Ransbacher Ortsvorsteher.

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