Resolution der Gemeindevertretung

„Ländlicher Raum blutet aus“: Hohenroda fordert Erhalt der Sparkasse in Ransbach

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Ab 1. Mai nicht mehr besetzt: In einer Resolution setzt sic h die Hohenrodaer Gemeindevertretung für den Erhalt der Sparkassen-Filiale in Ransbach ein.

Deutliche Kritik übt die Hohenrodaer Gemeindevertretung an der Entscheidung der Sparkasse Bad Hersfeld-Rotenburg, ihre Geschäftsstelle im größten Ortsteil Ransbach zu schließen.

In einer am Dienstagabend einstimmig beschlossenen Resolution wird der Landkreis als Träger aufgefordert, sich für den Weiterbetrieb einzusetzen und auch künftig in jeder Kommune des Kreises mindestens eine mit Personal besetzte Geschäftsstelle zu erhalten.

In der vergangenen Woche hatte die Sparkasse angekündigt, dass die Niederlassungen in Asbach, Ransbach und Cornberg zum 1. Mai komplett geschlossen und die Geschäftsstellen Friedlos, Neukirchen, Breitenbach/H. und Obergeis zu SB-Filialen umgewandelt werden sollen (unsere Zeitung berichtete). Begründet wurde dieser Schritt mit der geringen Auslastung der Standorte und einem veränderten Kundenverhalten durch die fortschreitende Digitalisierung.

Die Sparkasse ziehe sich damit personell komplett aus Hohenroda zurück, bemängeln die Gemeindevertreter in der Resolution. Bereits seit knapp zwei Jahren ist die Filiale in Mansbach nicht mehr besetzt. Dort betreiben Sparkasse und VR-Bank Nordrhön noch einen gemeinsamen Geldautomaten. Solange Geräte und Software funktionieren, bleibe vorerst auch der SB-Bereich in Ransbach geöffnet, erklärte Wolfgang Kurth, Leiter des Sparkassen-Vorstandsstabs, auf Nachfrage unserer Zeitung. Ein Ersatz sei dann aber nicht mehr vorgesehen.

Ein „Bei allem Verständnis für das sich ändernde Kundenverhalten wird es durch die Schließung der Geschäftsstellen zu Standortnachteilen der beteiligten Kommunen kommen“, heißt es in Resolution des Parlaments. Probleme befürchten die Gemeindevertreter insbesondere für die älteren Einwohner – aber auch die Jüngeren müssten künftig deutlich längere Fahrwege in Kauf nehmen. Weiterhin bedeute die Schließung den Wegfall von Gewerbesteuerzahlungen sowie einem niedrigeren Umsatzsteueranteil. Vom Landkreis als Träger fordert das Gemeindeparlament nun das Solidaritätsprinzip und die Gleichbehandlung aller Kommunen ein: „Nur so kann es vermieden werden, dass es eine Zwei-Klassen-Gesellschaft innerhalb des Landkreises geben wird und der ländliche Raum noch mehr ausblutet“, heißt es in der Resolution des Gemeindeparlaments abschließend.

Kritik am Vorgehen der Sparkasse übt auch Ransbachs Ortsvorsteher Hans-Albert Pfaff: Ihn ärgert insbesondere, dass Schließung ohne Vorankündigung oder Gespräche mit den Gemeindegremien verkündet worden sei. Vor allem die ältere Generation fühle sich ausgegrenzt: „Gerade diejenigen, die ihrer Sparkasse ein Leben lang treu waren“, beklagt Pfaff.

Da der Landkreis mit 80 Prozent an der Sparkasse beteiligt sei, habe er erwartet, dass sich der Verwaltungsrat für den Erhalt einer Zweigstelle in jeder Großgemeinde einsetze, sagt der Ortsvorsteher, der auch Vorsitzender der Gemeindevertretung ist: „Es geht nicht nur um Gewinne, sondern auch um die Menschen in unserem Landkreis.“

Die Sparkasse bleibe auch weiter nah am Kunden, gerade für die ältere Generation biete die bequeme Beratung Zuhause über Telefon und Internet zahlreiche Vorteile, unterstreicht hingegen Sparkassen-Sprecher Wolfgang Kurth.(jce)

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