Kandidaten im Porträt

Immer auf Achse: Frank Gössel will Bürgermeister in Hohenroda werden

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Kandidiert als Rathauschef in Hohenroda: Medizinprodukteberater Frank Gössel aus Bad Hersfeld tritt zur Bürgermeisterwahl an. Unser Bild zeigt ihn vor dem Schloss Hohenroda, das derzeit noch die Gemeindeverwaltung beherbergt.  

Hohenroda/Bad Hersfeld - Wir  stellen die Kandidaten für die Bürgermeisterwahl in Hohenroda in alphabetischer Reihenfolge vor - heute Medizinprodukteberater Frank Gössel. 

Für viele Hohenrodaer ist Frank Gössel ein Überraschungskandidat.

Erst kurz vor Bewerbungsschluss war der 49-Jährige in der Gemeinde unterwegs, um die notwendigen Unterstützerunterschriften für die Kandidatur zur Bürgermeisterwahl zu sammeln. Zum letztmöglichen Termin hat er seine Bewerbungsunterlagen eingereicht.

Spontan oder gar unüberlegt sei die Entscheidung für die Kandidatur als Rathauschef aber nicht gefallen, beteuert der gebürtige Bad Hersfelder. Vielmehr habe ihm vorher wegen zahlreicher beruflicher Verpflichtungen einfach die Zeit gefehlt.

Seit der Jahrtausendwende arbeitet Frank Gössel als selbstständiger Medizinprodukteberater und vertreibt „Hardware“, wie er es nennt: Verbandsmaterial, Orthesen und Elektrochirurgiegeräte. Neben Ärzten betreut Gössel auch Gewerbekunden, die Verbandsmaterial für Notfälle vorhalten müssen. Das Einzugsgebiet des 49-Jährigen reicht dabei von Frankfurt bis Kassel und von Meiningen bis Marburg. Gössel bezeichnet das als „heimatnah“ – zwischenzeitlich sei er bis hinauf nach Flensburg unterwegs gewesen. Dennoch ist Frank Gössel beruflich die meiste Zeit auf Achse, das Auto ist längst zu seinem zweiten Wohnzimmer geworden.

Zum Medizintechnik-Vertrieb ist Gössel einst durch einen Bekannten gekommen. Für die Hessische Brandkasse – später Sparkassenversicherung – betreute der gelernte Versicherungsfachmann vorher von Bad Hersfeld aus Kunden in der Region – auch in Hohenroda. Wegen Umstrukturierungen hätte er dann aber vom Außen- in den Innendienst wechseln müssen, berichtet Gössel. „Mit Anfang 30 will man aber noch etwas erleben“, begründet er seinen beruflichen Neuanfang.

Dass er sich nun beruflich noch einmal neu orientieren und Bürgermeister der Gemeinde Hohenroda werden möchte, erklärt er so: „Kommunalpolitik sagt mir zu, da kann man noch etwas bewegen“. In Erscheinung getreten ist Gössel auf diesem Gebiet bislang zwar noch nicht, er betont aber: „Stammtisch-Politik geht mir auf den Senkel. Ich bewege lieber etwas, anstatt große Reden zu schwingen“. Dass er – im Gegensatz zu seinen Mitbewerbern – über keine Verwaltungserfahrung im Öffentlichen Dienst verfügt, empfindet der 49-Jährige nicht als Nachteil. Er sei dadurch viel näher an der Lebenswirklichkeit der Einwohner, meint Gössel. Auch durch seinen früheren Beruf habe er in Hohenroda viele Bekannte. Die überschaubare Gemeindegröße ermögliche den direkten Kontakt zu den Menschen. Auf den setzt er – in Form von Haustürbesuchen – auch im Wahlkampf. Sollte er die Wahl gewinnen, will Gössel nach Hohenroda umziehen: „Ich möchte nicht im Trüben fischen, sondern ein Bürgermeister sein, den man auf der Straße treffen und dem man positive oder negative Rückmeldungen geben kann.

Derzeit lebt der geschiedene Familienvater oberhalb des Bad Hersfelder Kurparks. Entspannung von der Arbeit finde er beim Nordic Walking. Auch in seinem Garten gebe es einiges zu tun. „Der liegt momentan im Winterschlaf, erklärt Frank Gössel augenzwinkernd. Wegen beruflicher Verpflichtungen und Termine fehle einfach die Zeit.

Zur Person

Frank Gössel wurde 1969 in Bad Hersfeld geboren und ist am Tageberg aufgewachsen. Nach seiner Schulzeit erlernte er zunächst den Beruf des Textilmaschinenführers beim Bad Hersfelder Traditionsbetrieb Wever. Danach absolvierte er eine Ausbildung zum Versicherungsfachmann bei der Hessischen Brandversicherung. In diesem Beruf arbeitete er auch bis zur Jahrtausendwende und betreute für die Hessische Brandkasse – später Sparkassenversicherung – Kunden in der Region um Bad Hersfeld, Schenklengsfeld, Hohenroda und Heringen. Danach wechselte er in den medizinischen Außendienst. Derzeit ist Frank Gössel in diesem Berufsfeld als freiberuflicher Medizinprodukteberater tätig. Er verkauft unter anderem Orthesen (orthopädische Hilfsmittel, wie z.B. Sprunggelenkschienen) und elektrochirurgische Produkte. Frank Gössel ist geschieden und hat drei Söhne. Der 49-Jährige lebt in Bad Hersfeld unweit des Kurparks.

Politische Ziele von Frank Gössel

Frank Gössel will sich als Bürgermeister für den Ausbau des schnellen Internets sowie eine bessere Mobilfunk-Netzabdeckung einsetzen, um die im Gemeindegebiet bestehenden Funklöcher im Handynetz zu schließen. Er regt ein freies WLAN- Netz innerhalb der Gemeinde an. Eine gute telefonische Erreichbarkeit und schnelle Datenleitungen sind für ihn die wichtigsten Voraussetzungen, um neue Gewerbebetriebe in der Gemeinde anzusiedeln. Zudem werde Hohenroda dadurch auch attraktiv für Neubürger, für die Gössel neuen Wohnraum schaffen möchte. Weiterhin setzt Frank Gössel sich für einen Bürgerbus ein. Der soll nach seinen Vorstellungen nicht nur tagsüber fahren, um älteren Menschen und Einwohnern ohne Führerschein den Weg zum Arzt zu erleichtern, sondern abends und am Wochenende auch für junge Leute unterwegs sein, die zur Kirmes oder in die Disco wollen, ohne den Führerschein zu riskieren. Weiterhin spricht sich Gössel gegen eine Doppelbelastung der Anlieger aus und hat sich die Abschaffung der Kanal- und Straßenbeiträge auf die Fahne geschrieben. Mit Blick auf die Gemeindefinanzen reiche es nicht, sich auf der erreichten Haushaltskonsolidierung auszuruhen. Gössel spricht sich für eine weitere Verbesserung der Infrastruktur aus. Der Bürgermeisterkandidat sieht in der Gemeinde zudem Bedarf für die Ansiedlung von Pflegeeinrichtungen.

Kurz gefragt

Mein Lebensmotto lautet... 

Meine Sturheit zu meinem Ziel wird niemals meine Flexibilität dorthin beeinflussen.

Mein Lieblingsplatz in Hohenroda ist... 

Mein Lieblingsplatz ist da, wo ich den Alltag hinter mir lassen kann. Dies gelingt mir sehr gut mit einer Kombination aus Natur, Geschichte, Anwohnern und natürlich meinen Freunden.

Wenn ich die Gemeinde in wenigen Worten bescheiben soll, dann sage ich ... 

Die Größe der Gemeinde Hohenroda finde ich optimal, da hier ein Zusammenleben, -arbeiten und vor allem auch Kennenlernen und miteinander Ziele zu erreichen gut umgesetzt werden können.

Als Bürgermeister bin ich besonders geeignet, weil... 

ich als Repräsentant, Fachmann im Vertrieb und auch in der Beratung sehr viel Fingerspitzengefühl für diese Aufgabe mitbringe, ich beruflich nicht aus einer Behörde komme und somit auch sehr gut weiß und auch nachvollziehen kann, welche Sorgen und Ängste Arbeitnehmer im normalen Arbeitsalltag haben.

Sollte ich dennoch nicht Bürgermeister werden, dann … 

werde ich weiter erfolgreich im Vertrieb arbeiten und dennoch gerne und oft und regelmäßig nach Hohenroda kommen.

Neben Frank Gössel kandidieren auch der Polizeibeamte Uwe Metz aus Ausbach und Amtsinhaber Andre Stenda aus Oberbreitzbach. Beim Wahlforum unserer Zeitung am Mittwoch, 6. März, im Bürgerhaus Mansbach stellen sich alle drei Kandidaten den Fragen von HZ-Redaktionsleiter Kai A. Struthoff. Beginn ist um 19 Uhr, der Eintritt ist frei. jce

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