Hohenrodaer Kandidaten im Porträt

Gekommen, um zu bleiben: Andre Stenda will Bürgermeister bleiben

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Wahlkampf an der Haustür: Mit Wahlbroschüren und Blumen war Amtsinhaber Andre Stenda (rechts) in den vergangenen Wochen in den Hohenrodaer Ortsteilen unterwegs. Auf unserem Bild wirbt er in Ransbach bei Pia und Marchell Metz (mit Tochter Mila und Welpe Odin) um Stimmen. 

Hohenroda/Oberbreitzbach. Wir stellen die Kandidaten für die Bürgermeisterwahl in Hohenroda in alphabetischer Reihenfolge vor - heute Amtsinhaber Andre Stenda.

Andre Stenda ist bereits dort, wo seine Mitbewerber hin wollen: Am 12. Mai 2013 wurde er im Alter von 27 Jahren zum Bürgermeister von Hohenroda gewählt – als seinerzeit jüngster in ganz Hessen.

Auf einen möglichen Amtsbonus möchte Stenda sich bei der Kandidatur um eine zweite Amtszeit aber nicht verlassen. Deshalb war er in den vergangenen Wochen zum Haustürwahlkampf in den Ortsteilen der Gemeinde unterwegs. Der direkte Kontakt sei ihm wichtig, betont der 33-Jährige. Auf seinen Wahlbroschüren hat der Rathauschef auch seine private Handynummer veröffentlicht. Die sei vielen Hohenrodaern ohnehin bekannt. Dass er oft auch auf dem Fußballplatz oder beim Einkaufen auf Gemeindethemen angesprochen wird, gehört für ihn dazu: „Bürgermeister ist ein 24-Stunden-Job“, betont Stenda. Beruflich wie privat habe der Amtsantritt eine Wende um 180 Grad bedeutet. Bereut habe er diesen Schritt dennoch „zu keiner Sekunde“.

Andre Stenda ist mit sechs Geschwistern in Trendelburg (Landkreis Kassel) aufgewachsen. Sich kommunalpolitisch und in Vereinen zu engagieren, habe ihm sein inzwischen verstorbener Vater vorgelebt. „Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm“, unterstreicht der 33-Jährige, der in seiner alten Heimat unter anderem Kassierer eines Sportvereins, Stadtverordnetenvorsteher und Kreisbeigeordneter war. Dabei habe er wichtige Erfahrungen für sein Amt als hauptamtlicher Kommunalpolitiker und Chef der siebenköpfigen Gemeindeverwaltung gesammelt. Wobei ihm die Hohenrodaer den Start auch leicht gemacht hätten, betont er. Die Entwicklung hin zur schuldenfreien Gemeinde in den vergangenen sechs Jahren will Andre Stenda daher auch ausdrücklich als Teamleistung aller Kommunalpolitiker verstanden wissen.

Auch privat ist der 33-Jährige längst in der Gemeinde angekommen: „Ich fühle mich hier wohl. Ich bin gekommen, um zu bleiben.“ Stenda wohnt in der Ferienhaussiedlung am Hessen-Hotelpark im Schwarzengrund bei Oberbreitzbach. Seine Verlobte Olivia ist in Ransbach aufgewachsen.

Dienstlich von zentraler Bedeutung, ist die Feuerwehr für Stenda inzwischen auch zum Hobby geworden. Die Mitgliedschaft in der Oberbreitzbacher Einsatzabteilung habe nicht nur symbolischen Charakter, betont der Rathauschef: „Ich habe den Grundlehrgang absolviert und kann im Ernstfall mit ausrücken.“

Auf dem Fußballplatz ist Stenda zwar nicht mehr so aktiv wie noch vor sechs Jahren, dennoch kickt er, sofern es die Zeit zulässt, bei den alten Herren Hohenroda und in der Bürgermeister-Nationalmannschaft.

„Sport ist für mich ein wichtiger Ausgleich, um den Kopf freizubekommen“, verdeutlicht der 33-Jährige, der auch Joggen und Radfahren zu seinen Hobbys zählt.

Am Tag vor der Bürgermeisterwahl wird Andre Stenda bei der zweiten Auflage des Extrem-Hindernis-Laufs „Hell of the Brave“ in seiner Heimatgemeinde antreten. „Dabei muss ich mich diesmal auf meine Grundfitness verlassen“, gesteht der Rathauschef. Für gezieltes Training sei in den vergangenen Wochen neben seinen Aufgaben als Bürgermeister und dem Haustürwahlkampf kaum Zeit geblieben. (jce)

Zur Person

Andre Stenda wurde 1986 in Bad Karlshafen geboren und ist in Trendelburg aufgewachsen. Nach dem Abitur in Beverungen absolvierte er eine Ausbildung zum Industriekaufmann und schloss währenddessen auch ein Bachelorstudium Business Administration (Betriebswirtschaftslehre) ab. Es folgte ein Masterstudiengang Human Ressources (Personalwirtschaftslehre). Danach arbeitete Stenda bei der Kasseler Verkehrs- und Versorgungs-GmbH, zuletzt als Leiter der Kreditorenbuchhaltung. Parallel dazu engagierte er sich kommunalpolitisch bei den Freien Wählern. Im Jahr 2013 setzte sich der heute 33-Jährige, der als Einzelbewerber angetreten war, im ersten Wahlgang gegen seine Mitbewerber Frank Hildebrand (SPD) und Bernd Eckhardt durch. Wie bereits vor sechs Jahren wird Stendas erneute Kandidatur von FWH, FDP und CDU unterstützt. Auch die SPD stellt keinen Kandidaten, da sie mit der Arbeit des amtierenden Rathauschefs zufrieden ist.

Politische Ziele von Andre Stenda

Andre Stenda möchte an seine bisherige Arbeit anknüpfen. Bei den Finanzen setzt Stenda auf Generationengerechtigkeit und will daher eine Neuverschuldung vermeiden und auch künftig ausgeglichene Haushalte vorlegen. Die Grundsteuer soll mittelfristig auf Kreisniveau geführt werden. Die Infrastruktur will der Rathauschef durch den Bau eines unterhaltsgünstigen, barrierefreien Rathauses weiter aufwerten. Bei dauerhafter Verbesserung der Steuereinnahmen strebt Stenda eine weitere Senkung der Straßenbeiträge bis hin zur Abschaffung an – sofern das vorher nicht schon das Land übernimmt. Mit einem Bürgerbus will der 33-Jährige die Nahmobilität stärken, sich für den Ausbau der Mobilfunk-Abdeckung und den Breitband-Ausbau mit Glasfaserleitung bis ins Haus einsetzen. Weiterhin möchte Stenda den Investitionsstau weiter abbauen. In Sachen Gewerbe setzt der Amtsinhaber auf den geplanten Bau eines Demenzdorfs in Mansbach durch Privatinvestoren und will weiterhin die Sicherung der Kali-Arbeitsplätze unterstützen. Touristisch soll Hohenroda durch eine neue Wanderwegeinfrastruktur, einen Sternenguckerplatz sowie neue Veranstaltungen wie Extremlauf, Hohenroda im Lichtermeer oder den Wandermarkt aufgewertet werden. Weiterhin will Stenda die Kita-Beiträge weiter senken, die Vereinsförderung verbessern und die Jugendarbeit der Vereine fördern.

Kurz gefragt

Mein Lebensmotto lautet ... Jeder Tag ohne ein Lächeln ist ein verlorener Tag.

Mein Lieblingsplatz in Hohenroda ist ... Das Rathaus, denn da verbringe ich mit Abstand die meiste Zeit.

Wenn ich die Gemeinde in wenigen Worten beschreiben soll, dann sage ich ... „Komm in die Mitte! Wohnen und arbeiten in abwechslungsreicher Kulturlandschaft – Hohenroda, attraktiv und zukunftsfähig für Jung und Alt – Hier will ich leben, hier will ich sein.“

Als Bürgermeister bin ich besonders geeignet, weil ... mir die Nähe zur Bevölkerung sehr wichtig ist. Gemeinsam Lösungen zu entwickeln hat die Gemeinde die letzten Jahre auf den richtigen Weg gebracht. Auch künftig möchte ich mich mit meiner sozialen und fachlichen Kompetenz einbringen und mich für das Gemeinwohl einsetzen.

Sollte ich dennoch nicht Bürgermeister bleiben, dann … wird Hohenroda auch weiterhin mein Lebensmittelpunkt bleiben. Ich wurde hervorragend aufgenommen und fühle mich hier sehr wohl. 

Neben Uwe Metz kandidieren auch der Medizinprodukteberater Frank Gössel aus Bad Hersfeld und Amtsinhaber Andre Stenda aus Oberbreitzbach. Beim Wahlforum unserer Zeitung am Mittwoch, 6. März, im Bürgerhaus Mansbach stellen sich alle drei Kandidaten den Fragen von HZ-Redaktionsleiter Kai A. Struthoff. Beginn ist um 19 Uhr, der Eintritt ist frei.

Hier finden Sie das Porträt über Uwe Metz

Hier finden Sie das Porträt über Frank Gössel

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