Ergebnis in zwei Wochen erwartet

DNA-Test soll Klarheit bringen, welches Tier Schafe in Mansbach gerissen hat

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Getötet: Eines der gerissenen Kamerunschafe in Mansbach.

In Hohenroda sind  mehrere Schafe gerissen worden. Das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) rechnet mit einem Ergebnis der DNA-Analyse in zwei Wochen.

Die drei toten Kamerunschafe waren am Samstag auf der Weide in der Ortslage  des Hohenrodaer Ortsteils Mansbach gefunden worden. Der vom Land Hessen beauftragte Rissgutachter Gerhard Becker nahm daraufhin DNA-Abstriche (unsere Zeitung berichtete). Wie bei Nutztierrissen üblich, werden die Proben nun laut HLNUG-Sprecherin Franziska Vogt im Senckenberg-Forschungsinstitut in Gelnhausen untersucht.

Die drei getöteten Tiere gehörten zu einer achtköpfigen Herde, die auf einem rund einen Hektar großen Gelände zwischen Sparkasse und Sportplatz in der Ortslage von Mansbach gehalten wird. Der Eigentümer, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, hält die ursprünglich aus Westafrika stammende Haustierrasse nach eigenem Bekunden seit dem Jahr 2005 als „lebende Rasenmäher“ und nutzt das Fleisch überwiegend für den Eigenbedarf.

Dass die ersten Tiere fehlen, sei ihm bereits vor einigen Wochen aufgefallen, berichtete der Schafhalter unserer Zeitung. Anfangs sei er noch von einem Ausbruch ausgegangen.

Hinterläufe ausgerissen

Wegen einer Erkrankung habe er aber erst am vergangenen Samstag das gesamte Grundstück absuchen können. Dabei fand er die getöteten Schafe, die offenbar an unterschiedlichen Tagen gerissen worden waren. Alle drei Kadaver weisen laut Besitzer das gleiche Fraßbild aus: Den Tieren seien offenbar beim Angriff von hinten die Hinterläufe ausgerissen worden. Zwei weitere Schafe seien trotz Suche nicht auffindbar. Die Herde besteht damit nur noch aus drei Tieren.

Die Weidefläche, auf der die Tiere gerissen wurden, ist überwiegend von bebauten Grundstücken umgeben. Ein Zaunabschnitt grenzt an eine Baulücke am Ortsrand. Eingefriedet ist das Gelände laut Besitzer mit einem festen, zwischen einem und 1,20 Meter hohen Zaun. Das Ergebnis der DNA-Analyse soll nun zeigen, ob Spuren eines Wolfes oder zum Beispiel von Hund, Luchs, Goldschakal oder Fuchs zu finden sind. Falls der Verursacher ein Wolf war, wäre es der erste Riss im Südteil des Landkreises. In der Nachbargemeinde Unterbreizbach (Wartburgkreis) waren im vergangenen Oktober im Ortsteil Deicheroda nachweislich Schafe von einem Wolf getötet worden.

DNA-Proben sollten möglichst frisch sein

Um den Verursacher zweifelsfrei identifizieren zu können, müssen die DNA-Proben laut HLNUG möglichst frisch sein. Risse sollten deshalb umgehend beim Hessischen Wolfsmonitoring unter z 0611/815 3999 gemeldet und dort Rückrufnummer, Ort des Geschehens und Name hinterlassen werden.

Zusammenschlüsse von Weidetierhaltern empfehlen außerdem, dem Rissgutachter frühzeitig Handy-Fotos des gerissenen Tieres zu übermitteln. Wichtig sei es zudem, Menschen und Tiere, insbesondere Hunde, fernzuhalten sowie Veränderungen und Verlagerungen unbedingt zu unterlassen. Bei Regen oder starkem Sonnenschein müsse der Riss jedoch unverzüglich abgedeckt werden – am besten mit einer Rettungsdecke aus dem Verbandskasten oder einer Plane ohne Tieranhaftungen.

Ob nun ein Wolf oder ein anderer Beutegreifer die Tiere getötet hat – die Haltung der Kamerunschafe werde er nun wohl aufgeben, kündigte der Eigentümer gegenüber unserer Zeitung an. (jce)

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