Projektgruppe entwickelt neues Nutzungskonzept für Gelände

Demenz-Dorf  soll im ehemaligen Tierpark in Mansbach entstehen

Neues Konzept: Bürgermeister Andre Stenda (links) und Karsten Kimpel präsentieren die Pläne für ein Demenz-Dorf, das neben dem Geyso-Schloss (im Hintergrund) auf dem Gelände des ehemaligen Mansbacher Tierparks entstehen soll. Foto: Eisenberg So könnte es aussehen: 20 Appartements sollen um einen Garten gruppiert werden. Entwurf: Bauch+Kimpel

Mansbach. Eine Fachpflegeeinrichtung für Demenzerkrankte könnte in naher Zukunft im ehemaligen Mansbacher Tierpark entstehen. 

Windschiefe Zäune, Fragmente von Volieren und baufällige Schuppen – kaum etwas erinnert noch daran, dass der Tierpark in Mansbach einst ein attraktives Ausflugsziel für Familien war. Bürgermeister Andre Stenda und Karsten Kimpel, Geschäftsführer der Vellmarer Firma Bauch+Kimpel Immobilien, wollen das Gelände zwischen Grundschule und Geyso-Schloss allerdings aus seinem Dornröschenschlaf wachküssen. Seine Pläne hat Kimpel mit dem Arbeitstitel „Demenzdorf Geysopark“ überschrieben.

Nachdem die Gemeinde den Pachtvertrag mit dem Betreiberverein zum 31. März gekündigt hatte (unsere Zeitung berichtete), sucht eine Arbeitsgruppe nach einer neuen Verwendung für das 11 500 Quadratmeter große Areal. Neben Kimpel und Stenda, gehören dem Gremium auch Ortsvorsteher Kai Peters sowie Vertreter der Schloss KG an, der ein Teil des Geländes gehört.

So könnte es aussehen: 20 Appartements sollen um einen Garten gruppiert werden.


Das Vorhaben sei für ihn eine Herzensangelegenheit, betont Kimpel, der in Mansbach lebt und für die FWH einen Sitz im Gemeindeparlament hat. Ein vergleichbares Demenzdorf gebe es bislang nur in der Nähe von Hameln, erklärt Bürgermeister Andre Stenda. Dass die Bundespolitik diese Versorgungslücke erkannt habe und CDU und CSU drei Milliarden Euro in mehr Forschung gegen Krebs, Demenz und Alzheimer investieren wollen, spricht aus seiner Sicht für das Projekt.

Die Einrichtung soll laut Kimpel speziell auf die Bedürfnisse demenzkranker Menschen abgestimmt sein und sich deutlich von herkömmlichen Pflegeheimen unterscheiden. 20 Appartements sowie zentrale Gemeinschaftsräume sollen um eine innen liegende Gartenfläche gruppiert werden. Die geschlossene Bauweise verhindere, dass sich die Bewohner verlaufen. In einem integrierten Dorfladen könnte auch die Mansbacher Bevölkerung einkaufen. Die Nähe zur Grundschule ermögliche zudem generationenübergreifende Aktivitäten. Rund um den vorhandenen Teich könnten später noch altersgerechte Eigentums-Bungalows entstehen, deren Bewohner nach Bedarf Pflegeleistungen zubuchen. In der ehemaligen Tierparkschänke könnten Verwaltung und Werkstatt ihren Platz finden.

Mit Pflegediensten als möglichen Betreibern steht Kimpel nach eigenem Bekunden bereits in Kontakt.

Wer als Bauherr auftritt, stehe noch nicht abschließend fest: Ein Einzelinvestor sei ebenso denkbar wie eine Genossenschaftslösung, erklärt der Projektentwickler. Mit der Umsetzung könnte nach Kimpels Einschätzung im Jahr 2019 begonnen werden. Bis dahin gelte es, die üblichen Hürden zu überwinden. Da das Schloss-Areal unter Ensembleschutz stehe, sollen auch die Denkmalbehörden frühzeitig eingebunden werden, betont Bürgermeister Stenda.

Hintergrund: Kleintierzuchtverein betrieb Park seit 1967

Von 1967 bis Anfang der 1990er Jahre war der vom örtlichen Kleintierzuchtverein betriebene Tierpark in Mansbach ein beliebtes Ausflugsziel. Auf dem von der Gemeinde Hohenroda sowie der Bundesanstalt für Immobilienmanagement (Bima) gepachteten Gelände lebten Hirsche, Wildschweine, Haustiere und Ziergeflügel, zeitweise auch Exoten wie Affen, Nandus und Guanakos. Ein Reaktivierungsversuch um die Jahrtausendwende war von kurzer Dauer. Vor rund sieben Jahren übernahm schließlich Kunstreiter Hakan Alp den Vorsitz, um die Anlage zu einem Zoo mit pädagogischem Anspruch umzubauen. Weil fortan auch Raubkatzen gehalten wurden, sorgten sich Anwohner um die Sicherheit der Kinder in der angrenzenden Grundschule; der Park stand im Fokus der Behörden. Alp wiederum fühlte sich zu Unrecht schikaniert. Gemeinsam mit dem benachbarten Geyso-Schloss verkaufte die Bima ihren Teil der Parkfläche im Jahr 2014 an die Schloss-KG. Nachdem Alp infolge der Auseinandersetzungen mit seinen Raubkatzen Hohenroda verlassen hatte, kündigte schließlich auch die Gemeinde den Pachtvertrag mit dem Betreiberverein.

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