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Leon Mosebach aus Mansbach ist Stammzellenspender

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Einen Schutzengel hat Leon Mosebach für die Empfängerin seiner Stammzellen gekauft.
Einen Schutzengel hat Leon Mosebach für die Empfängerin seiner Stammzellen gekauft. © Märthe Werder

Leon Mosebach aus Mansbach hat Stammzellen gespendet. Er hofft, damit ein Leben zu retten.

Mansbach – Bereits mit 18 Jahren hat Leon Mosebach sich als Stammzellenspender registrieren lassen. Durch seine Tätigkeit beim Roten Kreuz kam er mit dem Thema in Kontakt und wollte selbst helfen. Sieben Jahre später war es dann soweit: Der inzwischen 25-Jährige hat kürzlich Stammzellen gespendet.

Das kann jeder gesunde Mensch zwischen 18 und 55 Jahren. Die Registrierung ist unkompliziert. Über ein Formular im Internet kann man sich das Registrierungsset nach Hause bestellen. Dann macht man einen Abstrich der Wangenschleimhaut und schickt das Ganze ans Labor – die Registrierung ist damit abgeschlossen. So lief es damals auch bei Mosebach ab.

Eigentlich wollte er diesen Sommer mit seinen Eltern nach Kroatien in den Urlaub fliegen. Doch dann kam der Anruf, dass er als Spender infrage kommt. Daraufhin schickte der Mansbacher eine Blutprobe ans Labor, bei der nochmal überprüft wurde, ob er wirklich geeignet ist. Ende Juli hatte er dann noch eine Voruntersuchung. Den Urlaub hat er daraufhin sausen lassen. „Da gabs keine großen Überlegungen. Ich passe als Spender, also mache ich es auch“, erzählt er. Auch beim Fußball hat er sich zurückgehalten. Weder Corona noch eine andere Krankheit sollte der Spende im Wege stehen. „Man will ja dann auch, dass es klappt.“

Acht Tage vor der Spende musste ein Coronatest gemacht werden, vier Tage vor der Stammzellentnahme musste Mosebach sich täglich morgens und abends eine Spritze verabreichen. Der gespritzte Stoff sorgt dafür, dass sich vermehrt Stammzellen bilden und in die Blutbahn gelangen. Über das Blut werden dann die Stamzellen entnommen – dieses Verfahren ist die periphere Stammzellentnahme. In 90 Prozent der Fälle kommt diese Methode zum Einsatz. Eine Spende durch eine Knochenmarkentnahme ist somit nur bei zehn Prozent der Spender erforderlich.

Durch die Spritzen fühlte sich der 25-Jährige schlapp. „Aber das nimmt man in Kauf, um ein Menschenleben zu retten.“ Ein Tag vor der Spende ging es dann gemeinsam mit seinem Vater runter nach Frankfurt. Die Kosten für das Hotel, in dem er untergebracht wird, übernahm die DKMS.

Die Spende dauert normalerweise drei bis fünf Stunden, Mosebach war nach drei Stunden fertig, am gleichen Tag ging es dann auch schon wieder nach Hause.

Bislang weiß der 25-Jährige nur, dass es sich bei der Empfängerin um eine Frau aus Deutschland handelt. Nach zwei Jahren darf er Kontakt zu ihr aufnehmen, das hat er auch vor. „Wann trifft man schonmal seinen genetischen Zwilling“, sagt er. Aktuell darf er ihr einen Brief schreiben und ein Geschenk beilegen. Er hat sich für eine Schutzengelfigur und ein Kissen, ebenfalls mit Engel, entschieden. Vier Wochen nach der Spende erhält er eine SMS, in der steht, dass die Spende erfolgreich verabreicht werden konnte.

Bei der DKMS sind bislang elf Millionen Menschen als Spender registriert. 7,3 Millionen davon kommen aus Deutschland, wie eine Statistik vom Zentralen Knochenmarkspender-Register Deutschland (ZKRD) und dem National Marrow Donor Program (NMDP) von Juli zeigt. (Märthe Werder)

Weitere Infos zur Spende und über die DKMS online unter dkms.de

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