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Bürgerinitiative Aussichtsturm Soisberg feiert 25. Geburtstag

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Von: Mario Reymond

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Der Aussichtsturm auf dem Soisberg aus dem Jahre 2004 ist  knapp 25 Meter hoch. Er ermöglicht an sonnigen Tagen einen herrlichen Rundumblick. Archivfoto: Ludger Konopka
Hoch genug: Der knapp 25 Meter hohe Aussichtsturm auf dem Soisberg aus dem Jahre 2004 ermöglicht an sonnigen Tagen einen herrlichen Rundumblick. © Ludger Konopka

Die Bürgerinitiative Aussichtsturm Soisberg ist am 19. Februar 25 Jahre alt geworden. Dieses Jubiläum soll nun zum Anlass genommen werden, um am Sonntag, 19. Juni, eine Feier auszurichten.

Ufhausen - Ohne diese Initiative mit ihren aktuell 550 Mitgliedern würde es heute wohl keinen Aussichtsturm mehr auf dem sogenannten König des hessischen Kegelspiels geben.

Auf dem „Gipfel“ des 630 Meter hohen einstigen Vulkans stand schon im Jahre 1895 ein acht Meter hoher Holzturm. 1955 war dann bereits ein weiterer Holz-Aussichtsturm errichtet worden. Doch mit den Jahren wurde dieser ohnehin nur 13,5 Meter hohe Turm, den die Baumwipfel längst überragten, immer wackeliger und morscher. Trotz immer wieder vorgenommener notdürftiger Reparationsarbeiten war schließlich ab den 80er Jahren das Betreten des Turms aus Sicherheitsgründen verboten worden.

Das wollten die Menschen aus den Ortschaften rund um den Soisberg nicht einfach so hinnehmen. Immer wieder machten sie sich für einen neuen Aussichtsturm stark.

Ohnehin zu klein: Der Turm aus dem Jahre 1955 war nur 13,50 Meter hoch und wurde von Bäumen überragt. Außerdem war er baufällig.
Ohnehin zu klein: Der Turm aus dem Jahre 1955 war nur 13,50 Meter hoch und wurde von Bäumen überragt. Außerdem war er baufällig. © PeterLenz

Politisch – oberhalb der Gemeindepolitik der befürwortenden Anrainerkommunen Eiterfeld, Hohenroda und Schenklengsfeld – war ein neuer Turm aber lange Zeit nicht gewünscht. So hat es Mitte der 90er-Jahre bereits einen ablehnenden Beschluss durch das Regierungspräsidium gegeben. Dies hatte der damalige Leiter der Naturschutzabteilung beim RP, Joachim Wildhagen, während einer Informationsveranstaltung im November 1996 den etwa 50 Teilnehmern einer Pro-Soisbergturm-Veranstaltung im Bürgerhaus von Ufhausen mitgeteilt.

Daran vermochten zunächst auch die an Wildhagen übergebenen 2310 Unterschriften für einen neuen Turm nichts zu ändern. Jedoch wehte dem Mann aus dem Regierungspräsidium in Ufhausen mächtig Gegenwind ins Gesicht. Auch der Hinweis auf schützenswerte Pflanzen auf dem Soisberg mochten die Teilnehmer an diesem Abend im Jahre 1996 nicht als Grund für eine Ablehnung hinnehmen.

Mensch muss sich in der Natur wohlfühlen

„Wir können kämpfen. Natur- und Umweltschutz sind wichtig, wir müssen aber aufpassen, sonst fühlt sich der Mensch in der Natur eines Tages nicht mehr wohl“, rief der damalige Ufhausener Ortsvorsteher Leonhard Hohmann in die Runde. Hohman ist der Bürgerinitiative übrigens bis heute treu geblieben. Mittlerweile ist er gar deren erster Vorsitzender.

Und tatsächlich sollte sich die Beharrlichkeit der Freunde des Soisbergturms auszahlen. Mit der Gründung der Bürgerinitiative wurde dann im Februar 1997 ein entscheidender Schritt hin zur Erneuerung des Aussichtsturms getan. Doch es sollten noch weitere zwei Jahre bis zu einer endgültigen Entscheidung vergehen. Denn gerade in der Politik mahlen die Entscheidungsmühlen besonders träge und langsam. Im April 1999 empfahl schlussendlich der scheidende Regierungspräsident Bertram Hilgen der Unteren Naturschutzbehörde in Fulda, den Bau eines Aussichtsturms auf dem Soisberg nun doch zu genehmigen.

Betreten verboten: In den 80er Jahren wurde der Turm mit Stacheldraht abgesperrt.
Betreten verboten: In den 80er Jahren wurde der Soisbergturm mit Stacheldraht abgesperrt. © Peter Lenz

Hilgens Auflagen im April 1999: Der Bau müsse im Einklang mit der Natur geschehen. Baustraßen dürften keine entstehen und die zu erwartenden Besucher müssten von der Initiative eigenständig auf den Berg gelenkt werden, ohne dass abseits der Wege Pflanzen zertreten werden. Im Bereich des Gipfels könnte dies durch Handläufe aus Holz geschehen.

Der „neue“ 345 000 Euro teure Soisbergturm ist dann zwischen Oktober 2002 und Oktober 2003 als Stahlkonstruktion errichtet worden. Die Kosten wurden von den drei Kommunen und den Vereinsmitgliedern gestemmt. Zudem gab es eine stattliche EU-Förderung.

Damit sich der Turm im Einklang mit der Natur präsentiert, wurde das Stahlskelett mit Holz eingefasst. Der derzeitige Aussichtsturm auf dem König des Kegelspiels wurde dann im Mai 2004 eingeweiht. (Mario Reymond)

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