Fränkisches Theater Schloss Maßbach in Eiterfeld

Viel Beifall für das Stück "Venedig im Schnee" im Eiterfelder Bürgerhaus

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Eiterfeld. Wie schon so oft begeisterte das Theater Schloss Maßbach das Eiterfelder Publikum. Das Bürgerhaus war gut gefüllt und der Schlussapplaus nahm kein Ende. Das Stück „Venedig im Schnee“ von Gilles Dyrek kam hier sehr gut an.

Es ist doch etwas anderes, lebendige, Energie geladene Schauspieler auf der Bühne agieren zu sehen, dazu so gute Profis wie vom Theater Schloss Maßbach, als zuhause im Wohnzimmer den Fernseher anzuknipsen und das gleiche Stück auf der Mattscheibe anzuschauen. Ersteres ist viel emotionaler und geht unter die Haut. Wie bei jedem Gastspiel nahmen die Schauspieler die Besucher wieder mit auf eine Achterbahn der Gefühle.

Zum Inhalt: Nach einem Streit mit Patricias (Anna Schindlbeck) Liebsten Christophe (Benjamin Jorns) hat Patricia jede Lust auf die Einladung bei seinen Freunden verloren. Christophes ehemaliger Studienkamerad Jean-Luc (Georg Schmiechen) und dessen zukünftige Frau Nathalie (Silvia Steger) schwelgen im Glück und sind allzu eifrig mit Hochzeitsvorbereitungen beschäftigt. Also zwei Paare, die gefühlsmäßig in total gegensätzlicher Stimmung sind.

So beschließt Patricia zu schweigen und verweigert jeden geselligen Umgang. Die ersten Minuten geht das gut und Christophe überspielt ihr Schweigen. Dann aber wird ihr Schweigen falsch gedeutet. Nathalie und Jean-Luc vermuten, dass Patricia die französische Sprache nicht beherrscht. Ob sie eine Ausländerin ist? Vielleicht ein Flüchtling aus einem armen Land?

Das wird Patricia zu bunt, besonders als die Gastgeber in eine vereinfachte Sprache mit Infinitiv verfallen und mit Gesten artikulieren: „Wollen Du essen? Woher du sein?“

Patricia beschließt, ihre eigene Sprache zu sprechen und den Spieß umzudrehen. Sie sei aus Chouwenien und spreche chouwenisch. Kreativ und innovativ spuckt sie eine Suada Kauderwelsch aus. So langsam gefällt ihr die Rolle. Sie steht im Mittelpunkt des Geschehens und kann die Gastgeber mal so ordentlich veräppeln.

Die Hilfsbereitschaft der Gastgeber findet kein Ende. Man sucht Decken, Kleider und Gegenstände, die doch sicher in Chouwenien dringend benötigt werden. Nun geraten die Gastgeber untereinander in Streit. Was darf verschenkt werden, und was nicht? Durch Christophes Hilflosigkeit wird Patricias Liebe erneuert, es bahnt sich über spielerische Wetten sogar eine Komplizenschaft an. Bei beiden Paaren kommen Konflikte zum Vorschein, die unter einer oberflächlichen Harmonie versteckt waren.

Dieses Hin- und Her der Gefühle entlockte dem Publikum viele Ahs und Ohs. Besonders als das krachende Ende naht. Jean-Luc belädt den Flaschenzug der Handwerker vor dem Fenster zu einseitig und die vielen Hilfsgüter inklusive dem teuren Fernseher fallen krachend und kaputt aus dem dritten Stock auf die Straße.

Ein amüsantes Stück, das in Eiterfeld gut ankam.

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