Kein Kandidat in Sicht

Die Marktgemeinde Eiterfeld bleibt auch weiterhin ohne Jugendbeirat

Eiterfeld. Im Juni sollte der Jugendbeirat der Marktgemeinde Eiterfeld gewählt werden. Da keine Kandidaten vorgeschlagen wurden, entfällt die Wahl.

 Das Problem tritt nicht zum ersten Mal auf.

Jugendliche im Alter von 12 bis 19 Jahren, die in Eiterfeld leben, konnten Altersgenossen für die Wahl zum Jugendbeirat vorschlagen. Wer wollte, konnte auch sich selbst nominieren. Im Juni hätten sie dann die Beiräte wählen können.

Am Dienstagabend war Bewerbungsschluss, Vorschläge sind allerdings keine eingegangen, wie der Bürgermeister Hermann-Josef Scheich (parteiunabhängig) berichtete. Die Wahlperiode des Beirats beträgt zwei Jahre. Laut den Richtlinien, die die Gemeindevertretung beschlossen hat, muss der Jugendbeirat aus mindestens sieben und maximal fünfzehn Mitgliedern bestehen.

Auch die letzten beiden Wahlen kamen mangels Kandidaten nicht zustande. Dennoch wollte Scheich die Möglichkeit bieten, Jugendliche zu nominieren. Über Ursachen, warum niemand vorgeschlagen wurde, könne er nur spekulieren, sagt Scheich. Er vermutet, dass Schülerinnen und Schüler heute zu wenig Zeit hätten. „Die meisten sind ein Großteil des Tages in der Schule. Dass sie dann erst einmal ihre Freizeit genießen wollen, ist verständlich.“ Eine weitere Ursache könne auch das Engagement der Jugendlichen in den Vereinen der Marktgemeinde sein. Dass es erneut keine Kandidaten gibt, beunruhigt ihn nicht. Auch in der Vergangenheit habe es immer wieder „Brüche“ gegeben.

Der stellvertretende Schulleiter der Lichtbergschule, Frank Wrabletz, betont, dass die Schule die Wahlen zum Jugendbeirat unterstütze. Hätte es Bewerber gegeben, wären im Sekretariat der Schule Wahlurnen aufgestellt worden. Warum es keine Vorschläge gab, könne er nur vermuten. „Womöglich war der Zeitpunkt unglücklich gewählt. Unsere Abschlussklassen sind wegen ihrer Prüfungen sehr eingespannt. Bei ihnen gibt es zur Zeit andere Prioritäten“, erklärt Wrabletz.

Scheich will auch in Zukunft an den Wahlen festhalten. Er betont: „Die guten Erfahrungen, die wir mit den Jugendbeiräten gemacht haben, bestärken uns, es immer wieder zu versuchen.“ Scheich erinnert sich zum Beispiel gerne daran, wie der Beirat den Jugendraum der Gemeinde selbst renovierte und einrichtete oder Jugendfreizeiten mitorganisierte.

Von Marcel Blumöhr

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