Weitere Aufführungen am 8. und 9. Dezember

In Ufhausen wird alles anders: Theater im Kolpinghaus

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Bringen die Zuschauer zum Lachen: Willi, Lore, Erich, Lea, Nicole, Fetz, Tanja, Panter, Larissa, Jenny, Manni und Hilde (von links).  

Ufhausen. Rauschender Applaus und Standing Ovations – so belohnten die Ufhäuser ihre Theaterspieler für das Lustspiel "Ab heut' wird alles anders".

Seit über 100 Jahren gibt es hier die Tradition der vorweihnachtlichen Theateraufführungen. Dieses Jahr steht ein Lustspiel von G. Pfaus – „Ab heut‘ wird alles anders“ – auf dem Programm. Es gibt noch zwei Folge-Aufführungen am Samstag, 8. Dezember, und am Sonntag, 9. Dezember, jeweils um 19.30 Uhr im Kolpinghaus Ufhausen.

Wer hat das neue Jahr noch nicht mit guten Vorsätzen begonnen? Wer hat an Silvester noch nicht gesagt: „Ab heut‘ wird alles besser“? Das Lustspiel von G. Pfaus bedient zwar die alten Klischees „Er säuft – Sie meckert“, aber das Kolping-Ensemble Ufhausen bringt in Gestik und Mimik dem Publikum die Personen so liebevoll nah, dass der Zuschauer manches Mal helfend in das Geschehen eingreifen möchte.

Besonders hat man dieses Bedürfnis bei Manni, dem Wirt. Anstatt seiner Frau Hilde zu gestehen, dass er eine uneheliche Tochter (Jenny) hat, schleppt er das Geheimnis über 20 Jahre mit sich herum. Jenny arbeitet im Gasthof als Bedienung und Hilde entgeht nicht die liebevolle Art, wie Manni mit Jenny umgeht. Sie vermutet ein Verhältnis zwischen Jenny und ihrem Ehemann. Immer wieder gibt es eifersüchtige Sticheleien von Hilde gegen Jenny. Das gipfelt darin, dass Jenny für Silvester ihre Dienste quittiert hat.

Da ist es für Manni ein schwacher Trost, dass andere Stammgäste auch Probleme mit ihren Ehefrauen haben. Wie zum Beispiel Willi. Seine Ehefrau Lore ermahnt ihn immer wieder, nicht so viel zu trinken. Und Fetz treibt es noch schlimmer: Er kommt schon betrunken zur Tür herein, bevor er sich von Willi weitere Schnäpse vom Selbstgebrannten einschänken lässt.

Ganz toll treibt es Stammgast Panter, der sogar einen Überfall mit gezückter Wasserpistole auf die Kasse wagt. Dies wird von den übrigen Gästen jedoch vereitelt. Das alles passiert in einer geschmackvoll eingerichteten Dorfschänke. Gerne möchte man sich an die Bar setzen und ein Bierchen mittrinken.

Die Frauen sind in dem Stück die Aktiven und agieren couragiert und energisch. Sie haben für das angeblich mannhafte Gebaren wenig übrig und setzen sich mit praktischen Anweisungen und Handlungen durch. Schließlich ist Silvester und ein sechs Gänge Menü muss vorbereitet werden. Bedienung Lea, als Ersatz für Jenny, nimmt das Heft des Handelns in die Hand. Sie hat ein Techtelmechtel mit Erich, dem Sohn von Willi und Hilde.

Und dann gibt es noch eine geheimnisvolle dritte Bedienung: Barbara. Barbara wird die Männer so ordentlich auf die Schippe nehmen. Für Barbara sind diese Männer doch ein Haufen von Trottel. Ist es ein Zufall, dass Manni seinen Sohn Erich schon von klein auf Barbara nennt?

Witzige Missverständnisse und Situationskomik hat Regisseur Jochen Klinzing raffiniert eingebaut. Körpersprache, Mimik und Gesten sitzen und das Publikum darf sich auf etliche Schenkelklopfer und Lacher freuen.

Man spürt, dass es dem Ensemble Spaß macht in andere Rollen zu schlüpfen. Und dieser Funke springt von Beginn an über auf das Publikum. Zur Generalprobe waren Gäste aus den Seniorenheimen Seniana und Brücke eingeladen.

Diese wurden mit Speisen und Getränken kostenlos versorgt. Das zeigt, dass die Theatergruppe der Kolpingfamilie Ufhausen mehr kann als Theaterspielen. Das soziale Engagement wird hier groß geschrieben.

Von Christa Desoi

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