Medizinische Versorgung sichern

Hausarztzentrum in Eiterfeld: Ein Pilotprojekt für Landärzte

Freuen sich, dass das Hausarztzentrum Eiterfeld jetzt eröffnet hat: Bürgermeister Hermann-Josef Scheich und die Ärzte Martin Heimeroth, Dr. Monika Gille und Dr. Martin Kiel. Fotos: Desoi

Eiterfeld. Das Hausarztzentrum ist am Wochenende in Eiterfeld offiziell eröffnet worden. An der renovierten Außenfassade des Hauses in der Bahnhofstraße prangt ein großes, elegant gestaltetes Logo mit Äskulapnatter, genau wie an den Fenstern.

Wenn sich die Schiebetüren durch den Bewegungssensor öffnen, wird ein hell gestalteter, einladend wirkender Anmeldungsbereich ersichtlich. „Hier lasse ich mich gerne behandeln, da fühlt man sich gleich wohl“, sagt eine langjährige Patientin und Eiterfelderin bei der Eröffnungsfeier leise.

Die gesundheitliche Grundversorgung in der Marktgemeinde Eiterfeld soll durch das Hausarztzentrums dauerhaft gesichert werden. Seit dem ersten Februar begrüßen die beiden Allgemeinmediziner Dr. med. Martin Kiel und Martin Heimeroth sowie die Internistin Dr. med. Monika Gille in den neu geschaffenen Räumen ihre Patienten.

Dauerhaft gesichert

Mit der Eröffnung wird ein über mehrere Jahre geplantes Projekt nun endlich Wirklichkeit. „Darüber freuen sich die Marktgemeinde Eiterfeld und ihre Bewohner sehr“, merkt der an der Realisierung beteiligte Bürgermeister Hermann-Josef Scheich an. Ziel des Projekts sei die dauerhafte Erhaltung und Sicherung der medizinischen Grundversorgung in Eiterfeld mit einer zukunftssicheren Strategie. So ist zum Beispiel vertraglich vereinbart, dass die Hausarztsitze an die Gemeinde Eiterfeld gebunden sind.

Das frisch eröffnete Hausarztzentrum biete eine qualitativ hochwertige, patientenorientierte Versorgung, die von erfahrenen Gesundheitsdienstleistern bereitgestellt werde, hebt der Gründer des Hausarztzentrums, Dr. Martin Kiel, hervor.

Kiel weist darauf hin, dass das gegenwärtige Durchschnittsalter hessischer Hausärzte bei 54 Jahren liege und dass in den kommenden fünf Jahren in Hessen etwa 30 Prozent der niedergelassenen Ärzte in den Ruhestand gehen werden. Geeignete Nachfolger seien leider rar gesät. Gegen die drohende Unterversorgung im ländlichen Raum musste eine praktikable Lösung gefunden werden. Daher haben Dr. Kiel, Bürgermeister Hermann-Josef Scheich für die Gemeinde Eiterfeld und Martin Heimeroth nach langjähriger Planung und Prüfung dieses Pilotprojekt ins Leben gerufen. „Das Hausarztzentrum Eiterfeld ist genau die richtige Antwort auf diese kritische Entwicklung“, sagt Scheich.

Herzenswunsch für alle Beteiligten

Dr. Kiel betont, dass es ihm und allen anderen Beteiligten ein Herzenswunsch gewesen sei, dieses Vorhaben zu realisieren, um so die Attraktivität der Ortschaft durch die gute medizinische Versorgung weiterhin zu erhalten.

Heutzutage stehe die „Work-Life-Balance“ bei der jüngeren Generation mehr im Fokus als in den vergangenen Jahrzehnten, daher müsse man ein Umfeld schaffen, in dem Hausärzte angestellt seien und gegebenenfalls auch in Teilzeit arbeiten könnten, ohne unternehmerischen Risiken und der Bürde von langfristigen Verbindlichkeiten und Verpflichtungen ausgesetzt zu sein. Damit sei es für die Ärzte möglich, sich vollständig auf die Bedürfnisse und Belange ihrer Patienten zu konzentrieren. Diesen veränderten Anforderungen wird das moderne Hausarztzentrum gerecht und deswegen sei es das Modell der Zukunft, unterstreicht Kiel.

Von Oliver Desoi

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