Alternative Grabarten möglich

Eiterfeld: Bestatten unter Bäumen

Unter anderem werden künftig Baumbestattungen und Urnengärten möglich sein. Foto: Mehler

Eiterfeld. Ob Baumbestattung, Urnengarten oder Rasengrab: Auf den Eiterfelder Friedhöfen sollen künftig auch „alternative Grabarten“ möglich sein. Das beschlossen die Gemeindevertreter am Donnerstagabend mehrheitlich – ebenso wie eine Gebührenerhöhung.

Zum Streit kam es beim letzten Punkt der Tagesordnung, einem CDU-Antrag zum Wertstoffhof.

Die CDU-Fraktion hatte beantragt, Verbesserungen am Wertstoffhof, der in die Jahre gekommen sei, in Angriff zu nehmen und Finanzierungsmöglichkeiten zu überprüfen. Die Ergebnisse seien dann in den Sitzungen des Haupt- und Finanzausschuss zu erläutern. Bürgermeister Hermann-Josef Scheich (parteiunabhängig) verwies jedoch darauf, dass er sich längst in Gesprächen mit dem Zweckverband Abfallsammlung befinde. Die FWG vertrat daher die Auffassung, dass ein Antrag gar nicht mehr nötig sei, stellte ihrerseits allerdings einen Änderungsantrag mit ähnlichem Inhalt: Das Thema solle im Ausschuss erläutert werden.

Trotz heftigen Protests der Christdemokraten ließ Gemeindevertretungsvorsitzender Leonhard Hohmann den Änderungsantrag zu. Allerdings weigerte sich die CDU, sich an der Abstimmung zu beteiligen. Lediglich 16 Gemeindevertreter von FWG und SPD stimmten für den Änderungsantrag, die zwei Grünen-Vertreter votierten dagegen. CDU-Fraktionsvorsitzender Gert Oehrling machte seinem Ärger Luft: Die FWG habe den CDU-Antrag mit einem eigenen Antrag, der keine Änderungen beinhalte, „gekillt“. Er kritisierte auch Gemeindevertretungsvorsitzenden und FWG-Mitglied Hohmann deutlich: Dieser habe „seine Pflicht zur unparteiischen Handlung missachtet“.

Geringere Pflege

Friedlicher war es zu Beginn der Sitzung, als es um die Friedhöfe ging. 2017 betrug der Anteil der Urnenbestattungen 52 Prozent, vor fünf Jahren waren es noch 35 Prozent. „Der Trend geht hin zu Grabarten, die einen geringeren Pflegeaufwand benötigen“, erklärte Oehrling. Bei einer Gegenstimme beschlossen die Mandatsträger daher, bis zum Jahr 2021 auf den Friedhöfen alternative Grabarten anzubieten. Dazu gehören die Baumbestattung sowie die Bestattung in einem Urnengarten, in einer Urnengemeinschaftsanlage als Rasengrab und in einer Sarg-Rasengrabstätte. Auf dem Friedhof in Eiterfeld gibt es zudem ein Feld für anonyme Urnenbeisetzungen. Diese Angebote würden den Wünschen der Bürger gerecht, erklärte auch Theodor Kohlmann, Vorsitzender der FWG-Fraktion. Gemeinsam mit den Ortsbeiräten war festgelegt worden, welche Grabarten auf welchen Friedhöfen umgesetzt werden.

Mit der Mehrheit der Stimmen, allerdings ohne die der CDU, beschlossen die Gemeindevertreter auch eine neue Gebührenordnung. Demnach beträgt beispielsweise die Gebühr für eine 20-jährige Nutzung bei der Baumbestattung mit gemeinschaftlicher Gedenkstele 1200 Euro. Die Gebühren bei den klassischen Grabarten wurden angepasst. Dabei wurden die Gebühren für die Urnenbestattung und die Nutzungsgebühren für ein Tiefgrab überproportional erhöht, erklärte der Bürgermeister. Der Ertrag liege derzeit bei 66 000 Euro, mit der Anpassung seien es circa 77 000 Euro.

Gleicht Ausfälle aus

Scheich und Kohlmann verwiesen darauf, dass die Erhöhungen ungefähr die Einnahmeausfälle ausgleichen, die dadurch zustande kommen, dass vermehrt die günstigere Urnenbestattung gewählt werde. „Die Fixkosten für die Unterhaltung der Friedhöfe bleiben aber gleich“, so Kohlmann.

Damit konnte er Gert Oehrling jedoch nicht überzeugen: Die Erhöhung sei deutlich zu hoch ausgefallen, erklärte dieser. Angesichts der guten Finanzlage in Eiterfeld sei sie auch gar nicht nötig. Stefanie Klee (CDU) pflichtete ihm bei und regte an, als ein „Dankeschön für die Bürger“ von einer Erhöhung abzusehen. Dazu kam es allerdings nicht.

Von Sabrina Mehler

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