Fußball Gruppenligist nach dem Corona-Jahr 2020

SG Eiterfeld: „Den Umbruch als Mannschaft geschafft“

Ein Kicker, der in diesem Jahr im Blickpunkt stand bei der SG Eiterfeld/Leimbach: Der Ex-Haunetaler Dennis Galbas.
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Ein Kicker, der in diesem Jahr im Blickpunkt stand bei der SG Eiterfeld/Leimbach: Der Ex-Haunetaler Dennis Galbas.

Das Corona-Jahr 2020 – auch bei den Kickern des Gruppenligisten Eiterfeld/Leimbach geht es in die Geschichte ein.

Eiterfeld – Erinnern Sie sich? Die SG Eiterfeld war eines von sechs Teams der Gruppenliga, das Anfang März dieses Jahres letztmals im Einsatz war. 3:1 siegte sie auf heimischem Kunstrasen gegen die SG Kerzell – damals hatte die von Ante Markesic trainierte Mannschaft als Siebter der Tabelle mehr als nur die gefühlte Tendenz nach oben und durfte durchaus Hoffnungen hegen, bei dem engen Feld in den Kampf um die vorderen Plätze eingreifen zu können.

Am 1. November hätte ebenfalls Kerzell der Gegner sein sollen – Corona aber grätschte dazwischen. Doch mit neuer Ausrichtung, einem nach der Trennung von Sarvan und Wollny stark verjüngtem Team und gewonnener Stabilität nimmt Eiterfeld/Leimbach Rang sieben ein.

„Wir waren gut drauf, waren alle enttäuscht und hatten Kontakt nach oben“, sagt Markesic im Rückblick. „Ende Juli haben wir angefangen, wieder zu trainieren. Die Jungs haben sich richtig darauf gefreut“, spannt er den Bogen im Hinblick auf die neue Serie.

Dem Coach ist es wichtig, die Entwicklung seiner Truppe passend einzuordnen. „Wir haben als Mannschaft einen richtigen Umbruch geschafft. Einigen war das nicht so bewusst.“ Von Sarvan und Wollny trennte sich der Verein – „die Veränderung war nicht so leicht. Aber wir haben das in Kauf genommen, egal, wie es ausgeht. Ich war bereit, Risiko zu nehmen und die Reißleine zu ziehen.“ Antoniev, Schmidt und Emmerich gingen zudem – und Markesic umreißt die Philosophie. „Wir haben junge Leute geholt, von denen wir meinten, dass sie sich entwickeln können.“ Torwart Lucas Klein, Fabio Witzel, Alexandru Catalin Nistor oder Nils Wolf sind auf bestem Wege.

Die neuen Spieler, zu denen nicht zuletzt Dennis Galbas als Fixpunkt der Innenverteidigung und Angreifer Robin Sorg zählen, hätten „viel Elan und die Lust zum Lernen mitgebracht“. Gute Leistungen kamen heraus in den letzten Spielen, „einige hätten wir höher gewinnen müssen, auch spielerisch sind wir auf einem guten Weg“, hat der Trainer beobachtet. „Wir schwimmen in dieser Liga ganz gut. Es gibt noch großes Entwicklungspotenzial bei einigen Spielern.“

Der Fakt, dass Corona den Kickern erneut in die Suppe spuckt, skizziert der Kroate so: „Das war brutal. Wenn man aus Freude zum Training kommt.“ Wenn das Markesic sagt, der sein gesamtes Leben mit Fußball zu tun hatte, und der Fußballsport ihn nach wie vor aufsaugt, als sei er Teil seines Körpers und Menschseins, will das was heißen. „Dieses Mal“, so bekennt er, „haben mir ein bisschen Grundlage, Erklärung und auch Transparenz gefehlt. Die Gesellschaft ist gespalten. Sie muss zusammenhalten.“

Was die „Arbeit mit Corona“ angeht, fügt er an: „Ich habe unser Zusammensein noch mehr geschätzt. Dass wir dreimal in der Woche trainieren, noch einmal spielen und viel Spaß haben. Mit jungen Leuten zu arbeiten, da fühlt man sich auch jünger. Das war so’n bisschen anders als im vergangenen Jahr.“

Von Walter Kell

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