Corona-Pause auch in der hessischen Heimvolkshochschule

Es fehlt die Begegnung: Bildungsbetrieb auf Burg Fürsteneck ruht

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Warten gespannt, wann und wie es weitergehen kann: Hartmut Piekatz (links), Leiter der Akademie Burg Fürsteneck, und Carsten Bäumler, Leiter berufliche Weiterbildung, hoffen auf den Re-Start des Bildungsbetriebs. 

Seit Mitte März ruht coronabedingt auch der Bildungsbetrieb an der musisch-kulturellen Akademie Burg Fürsteneck. Sämtliche Unterrichtsangebote sind vorerst gestrichen.

Zugig ist es auf Burg Fürsteneck. Menschenleer der große Hof. Die letzten Seminarteilnehmer haben das altehrwürdige Gemäuer am Freitag, 13. März, verlassen. Seit diesem Tag ruht coronabedingt der Bildungsbetrieb an der musisch-kulturellen Akademie. Und daran wird sich auch in den kommenden Tagen nichts ändern. Bis einschließlich 28. Mai sind sämtliche Unterrichtsangebote gestrichen worden.

„Wie es danach weitergeht, wissen wir noch nicht. Wir warten auf ein Signal, das auch wir langsam wieder öffnen dürfen“, berichtet Hartmut Piekatz, geschäftsführender Direktor der hessischen Heimvolkshochschule. Aktuell befindet sich das komplette Team – etwa 40 Mitarbeiter – in Kurzarbeit.

Stühle und Tische sind in den Seminarräumen weit genug auseinandergestellt. Hartmut Piekatz (rechts) und Carsten Bäumler haben es getestet.

Doch nach den ersten politisch ermöglichten Lockerungen in Corona-Zeiten wird auch in der Küche und in den Seminarräumen daran gearbeitet, alles auf einen baldigen Neustart vorzubereiten. Alles wird räumlich so vorbereitet, dass die aktuell geforderten Sicherheitsabstände auch eingehalten werden können. Doch absehbar ist ein Starttermin noch nicht.

Hoffnung setzt Piekatz auf die Sommerakademie für Mittelstufenschüler. Diese findet eigentlich jedes Jahr in den Sommerferien statt. In diesem Jahr wäre sie für die Woche ab dem 5. Juli geplant. „Von den 100 angemeldeten Schülerinnen und Schülern wären aktuell noch 85 bereit, auf die Burg zu kommen. Das haben wir in einem Rundschreiben an die Eltern erfragt. Die sonst übliche Teilnehmerzahl von 60 müssten wir aber auf 30 reduzieren. Jetzt warten wir ab“, erklärt Piekatz.

Definitiv nicht stattfinden wird die musische Sommerwoche. „Da wird Nähe gebraucht. Das ist in der jetzigen Situation aber nicht möglich. All das, was unser Angebot ausmacht – Austausch, Geborgenheit, Nähe und vieles mehr – können und dürfen wir derzeit nicht bieten“, führt Carsten Bäumler, Leiter der beruflichen Weiterbildung, aus. Und Hartmut Piekatz ergänzt: „Wir sind ein Ort, an dem Begegnung als Inhalt stattfindet. Nur aktuell nicht.“

Sanieren Teile der Burgmauer: Manfred Kreidl (links) und Ralf Grösch – hier bei der Frühstückspause – vom Steinmetzbetrieb Jürgen Enders aus Fulda-Maberzell.

Auch wenn der Seminarbetrieb nun schon seit neun Wochen ruht, sind die wirtschaftlichen Einbußen noch nicht existenzbedrohend für die Akademie. „Maximal anderthalb Jahre könnten wir eine solche Situation wie die jetzige überstehen, wobei wir aber auch auf Ausgleichszahlungen hoffen“, so Piekatz. Gesichert sei definitiv der Jahreszuschuss des Landes Hessen nach dem hessischen Weiterbildungsgesetz (HWBG). „Wir müssen trotz der aktuellen Ruhephase nichts zurückzahlen. Und auch für das kommende Jahr bekommen wir diese Zuwendung, ohne einen Nachweis über geplante Seminare vorlegen zu müssen. Das Land ist da sehr entgegenkommend. Wenn wir jetzt noch etwas bekommen, um das Defizit auszugleichen, wäre uns schon sehr geholfen“, erklärt Piekatz.

Denn wie weit der Weg hin zur Normalität auf Burg Fürsteneck noch sein wird, das weiß derzeit niemand zu beantworten. „Uns fehlt die Perspektive. Wenn mir wenigstens jemand ein fixes Datum für die Rückkehr zum Normalbetrieb nennen könnte, wäre ich schon wesentlich gelassener. Denn selbst eine langfristige Planung in das kommende Jahr hinein ist zurzeit nicht möglich.“ Aktuell ist das Burggelände fast komplett verwaist. Nur zwei Handwerker sanieren Teile der Burgmauer, damit der Wind nicht mehr durch jede Ritze pfeift. (rey)

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