Hilfe beim wöchentlichen Einkauf

Bürgerbus der Marktgemeinde Eiterfeld ist seit einer Woche im Dienst

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Die ehrenamtliche Fahrerin Gabriele Röll (rechts) hilft den Fahrgästen auch beim Einladen.

Seit einer Woche bringt der Bürgerbus der Marktgemeinde Eiterfeld Einwohner zum Arzt oder Einkaufen. 

Gabriele Röll fährt den Bürgerbus geschickt durch die engen Straßen Großentafts. Erster Halt ist das Haus von Emma Gensler. Der Kleinbus stoppt direkt vor ihrer Haustür. Dank eines ausfahrbaren Tritts kann die 82-Jährige ohne Probleme einsteigen. Schon geht es zum nächsten Fahrgast. Seit vergangener Woche bringt der Verein Miteinander-Füreinander die Fahrgäste des Bürgerbusses zum Einkauf und für andere Besorgungen nach Eiterfeld.

„Der Bürgerbus ist eine große Erleichterung für mich“, erklärt Emma Gensler, die zum ersten Mal mitfährt. Von dem Angebot des Vereins Miteinander-Füreinander hat sie über das Gemeindeblättchen erfahren. „Sonst fährt mich immer mein Sohn zum Einkaufen“, sagt die 82-Jährige aus Großentaft. Aber jetzt komme sie auch in den Kernort, ohne ihren Sohn fragen zu müssen. „Dank des Bürgerbusses muss ich meine Tüten nicht mehr von Eiterfeld nach Arzell tragen, was mir zunehmend schwerer fällt“, ergänzt Mitfahrerin Elisabeth Hahn (80).

In den Ortsteilen gibt es kaum noch Läden, deshalb sind Menschen ohne Auto auf Angebote wie den Bürgerbus angewiesen: „Vor einigen Jahren gab es in Großentaft noch ein kleines Lädchen, aber das hat genauso wie die Sparkasse und die Raiffeisenbank mittlerweile geschlossen“, sagt Christine Volkenand, Ortsvorsteherin von Großentaft. Der Bürgerbus mache die Menschen nicht nur mobil, sondern gebe auch Gelegenheit, mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen. „Die soziale Komponente ist enorm wichtig. Die Gäste plaudern über gemeinsame Bekannte und andere Dinge“, bestätigt auch Theodor Kohlmann, der die Fahrten des Bürgerbusses koordiniert. „Jeder, der Unterstützung beim Einkauf braucht, kann sich bei uns melden – nicht nur Senioren, sondern auch Mütter mit ihren Kindern, die kein Auto haben, um Besorgungen zu erledigen.“

Die ehrenamtlichen Helfer holen die Fahrgäste zu Hause ab und bringen sie zum Supermarkt, Arzt, Apotheke oder wo auch immer sie etwas zu erledigen haben. Auf dem Rückweg werden die Mitfahrer dann wieder vor ihrer Haustür abgesetzt.

Engagieren sich für den Bürgerbus (von li nks): Hartmut Quanz, Gabriele Röll, Theodor Kohlmann, Christine Volkenand und Hartmut Dönch.

„Wir geben etwa eine Stunde Zeit. Da sind wir aber flexibel“, sagt Kohlmann. Die Idee eines Bürgerbusses war während der Erarbeitung eines integrierten kommunalen Entwicklungskonzeptes für die Marktgemeinde entstanden.

Mit 13 000 Euro förderte das Land Hessen die Anschaffung des Kleinbusses. 31 000 Euro steuerte die Marktgemeinde bei. In deren Auftrag betreibt der Verein Miteinander-Füreinander den Bus. Die laufenden Kosten wie Sprit und Wartung finanziert der Verein mit Werbeflächen auf dem Fahrzeug. Ohne Unterstützung von ehrenamtlichen Helfern wie Gabriele Röll wäre das Projekt trotzdem nicht umsetzbar. Die ehemalige Taxifahrerin fährt sehr gerne den Bürgerbus. „Für mich ist es eine Gelegenheit, um aus dem Haus zukommen“, erklärt sie. Der Bürgerbus ist seit vergangener Woche im Einsatz. Noch müssen einige Dinge getestet werden.

„Zurzeit ist es noch ein kleines Pflänzchen, das aber wachsen wird. Wir werden noch einiges optimieren“, ist Kohlmann überzeugt. So überlege der Verein, bei genügend Nachfrage, noch an einem dritten Tag Fahrten anzubieten oder auch nach Rasdorf zu fahren, da viele Eiterfelder auch dort zum Arzt gingen.

Um mitfahren zu können, müssen Interessenten sich nur am Vortag zwischen 16 und 17 Uhr unter der Telefonnummer (0 66 72) 92 99 49 anmelden. Sie werden dann zu Hause abgeholt. Zurzeit fährt der Bus immer dienstags und donnerstags jeweils ab 9 Uhr. Die Dienstag-Route führt über Körnbach, Dittlofrod, Giesenhain, Buchenau und Arzell nach Eiterfeld. In einer zweiten Runde werden die Fahrgäste in Ufhausen, Unterufhausen, Soisdorf, Treischfeld, Großentaft sowie Leibolz eingesammelt und nach Eiterfeld gebracht. Donnerstags führt die Route über Leibolz, Malges, Leimbach und Betzenrod – in der zweiten Runde über Reckrod, Branders, Mengers, Wölf, Oberweisenborn und Fürsteneck. 

VON MARCEL BLUMÖHR

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