Wenn das mal gut geht: Beifalls-Stürme für Laientheater in Dittlofrod

Taufe mit Hindernissen

Hintere Reihe von links: Wigbert Kalb, Gisela Lohfink, Anna-Lena Kalb, Fabian Bott, Helmut Hofmann. Vordere Reihe: Andreas Bott und Claudia Hofmann. Foto: chd

Dittlofrod. Erfolg verpflichtet: Wieder haben die Theaterspieler in Dittlofrod eine lustige Komödie für ihre Zuschauer auf die Bretter gezaubert.

Stehende Ovationen gab es für das Stück von Ulla Kling mit dem Titel „Wenn das nur gut geht“.

Regisseur Werner Niedenthal hatte wieder ein geschicktes Händchen für das passende Stück bewiesen: Ein junges Paar hat die Großfamilie eingeladen. Es soll die Taufe ihres Neugeborenen gefeiert werden. Natürlich tauchen auch ungeladene Familienmitglieder auf, wie Onkel Harry, der Hippie-Verschnitt. Es ist ein besonderes Bonmont, wenn er im urigen Dittlofröder Platt die Aspekte „des höheren Seins und die esotherischen Diskrepanzen unserer Schwingungsfrequenzen“ erklärt. Klar, dass solch ein weltfremder Hippie mehrmals als Dauer-Demonstrant gegen die Atomkraft dargestellt wird. Die Parole: „Wir müssen auf die nächste Anti-AKW-Demo“, ist längst von der Realität überholt, sollte man meinen. Wie selbstverständlich hat Harry auch seine Freundin Steffi mitgebracht. Jede Generation kann sich in dem Stück wiederfinden - wenn sie gewillt ist. Schwiegermutter Rosalinde kommandiert nach ihren Wünschen: „Schwiegertochter, lass’ mir bitte mein alltägliches Bad ein - aber genau 38 Grad warm“. Schwiegertochter Sabrina ist noch mit dem letzten Seitenhieb beschäftigt: „Das Baby sieht aus wie mein Sohn. Die Nas’ hat es von ihm“. Leni mag das nicht so sehen: „Mein Sohn hat sei Nas’ doch noch dran“. Oma Leni ist mit praktischen Dingen beschäftigt und kocht 28 Gläser Himbeermarmelade ein. Nach unzähligen Turbulenzen zeigt das frisch gebackene Elternpaar Tom und Sabrina erste Erschöpfungserscheinungen. Auch der Pfarrer mag keine Ruhe in die Hektik bringen.

Seelenklempner

Er versteht gar nicht, wie man ihn mit dem Klempner verwechseln kann. Als er auf die Befehle: „Die kaputte Spülmaschine steht in der Küche“ nicht reagiert, lässt man ihn links liegen. Man könnte als Zuschauer meinen, man sei in einen Wirbelsturm geraten. Zumal die Rollen den Schauspielern wie auf den Leib geschneidert sind. Professionell spielten sie sich schnell in die Herzen der Zuschauer hinein. Diese belohnten mit viel Zwischenapplaus und lange anhaltendem Endapplaus.

Letzte Vorstellungen: Samstag, 28. Januar, 20 Uhr und Sonntag, 29. Januar, um 19 Uhr im DGH Dittlofrod/Eiterfeld.

Von C. Desoi

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