Theatergruppe Dittlofrod erfreut das Publikum im Dorfgemeinschaftshaus

Mundart tötet die Erotik

Das Ensemble: Fabian Bott, Anna-Lena Kalb, Gisela Lohfink (hinten von links). Vorne von links: Wigbert Kalb, Theresa Trost, Andreas Bott, Christa Kalb, Helmut Hofmann, Claudia Hofmann. Foto: Desoi

Dittlofrod. Die Theatergruppe Dittlofrod begeisterte das Publikum mit dem Stück: „Sauregurkenzeit“ oder „Doppelt belegt“. Für zwei weitere Aufführungen am Samstag, 5 Februar, ab 20 Uhr und Sonntag, 6. Februar, ab 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Dittlofrod gibt es noch Restkarten.

Mit der Auswahl des Stücks und der Besetzung der Rollen hat Regisseur Werner Niedenthal wieder einmal ins Schwarze getroffen: Christa hat bei einem Kreuzworträtsel den ersten Preis gewonnen. Ein Hotelaufenthalt für sie und ihren Ehemann auf dem Lande. Klar, „umsonst“ gibt es nicht das beste Zimmer. Aber muss es dann gleich so ein kleines Zimmer und ohne Fenster sein? Christa macht die Stube heimelig. Die hoteleigenen Bilder hängt sie ab. Familienbilder stellt sie auf. Werner: „Des gibs doch gar net, die Belder sen ja uss wie bei uns dehoam“!

Köstlicher Spaß

Ein köstlicher Spaß ist die Rhöner Mundart. Christa und Werner haben das heimische Platt so gut drauf, dass ein Fremder die Ohren spitzen muss, um alles zu verstehen. Sprachlich und mimisch ist das eine wahre Wucht. Es prasseln Bonmots. Und das auch noch in platt.

Die Profitgier hat Hotelbesitzerin Trude getrieben. Aus einem Zimmer macht man ganz leicht zwei Zimmer, wenn man eine Verbindungstür einzieht. Diese Tür reizt Werner von Anfang an. Was wird wohl dahinter sein? Mit der Zooberscht (Zahnbürste) gelingt es ihm nicht, das Schloss zu öffnen. Als Werner durch das Schlüsselloch schaut, erkennt er Marion. Marion ist seit drei Monaten seine heimliche Geliebte. Werner will keine Konfrontation. Welcher Mann will schon, dass Ehefrau und Geliebte aufeinandertreffen. Er hält sich lieber mit allerlei Ausreden und vorgetäuschten Krankheiten im Zimmer versteckt.

Das Chaos ist eigentlich schon fast perfekt, aber noch steigerungsfähig: Hotelbesitzerin Trude steht mit dem Pagen Fritz auf Kriegsfuß. Der arme Kerl weiß gar nicht mehr, was er zuerst machen soll. In der Hektik vermietet er das Zimmer von Marion ein zweites Mal an das Liebespaar Hans und Claudia. Man ahnt es schon: Hans ist verheiratet, hat seine Ehefrau zu Hause gelassen und will sich mit seiner Sekretärin Claudia ein erotisches Wochenende gönnen.

Der clevere Hans

Erst liegt Hans bei der falschen Frau im Bett, dann wird er von Werner erkannt. Werner: „Sei son doch mei Chef.“ Spätestens mit der Aussprache in heimischer Mundart ist damit jede erotische Stimmung dahin. Aber clever, wie Männer in solchen Situationen nun einmal sind, redet sich Hans heraus.

Und dann platzt noch Reporterin Mannheim auf der Suche nach einem Aufmacher in die Zimmer. Claudia freut sich: „Jetzt werd ich berühmt“. Hans dagegen kriegt Muffensausen – ein Foto mit Claudia, und das in einer Boulevard Zeitung, das könnte ja seine Frau zu Hause sehen. Den komödiantischen Rahmen perfekt macht der Zimmerservice. Die kunstvoll servierten Pikkolos bringen Entspannung in die Runde.

Kartenverkauf: Brillenstudio Hofmann Eiterfeld, Getränkemarkt Abel Dittlofrod.

Von Christa Desoi

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