Eiterfelder informieren sich über geplante Erdgasleitung – Folgeschäden befürchtet

Interesse und Skepsis

Eiterfeld. Mit Gasleitungen haben die Eiterfelder bereits ihre Erfahrungen gemacht. Das Interesse an der Infoveranstaltung von Wingas Transport, die am Montagabend im Bürgerhaus stattfand, war dementsprechend groß.

Weit über 50 Bürger – darunter einige Landwirte, deren Land von den Leitungsplänen betroffen ist – waren gekommen, um sich die Pläne der Wingas-Vertreter anzuhören, und auch, um kritische Fragen loszuwerden.

Erweiterung der Midal

Das Unternehmen plant in der Region als Erweiterung der Erdgasleitung Midal (Mitte-Deutschland-Anbindungs-Leitung) parallel die Midal-Süd Loop zu verlegen, die mit acht Kilometern auch durch Eiterfeld verlaufen würde. Vorgestellt wurden die Pläne von Projektleiter Marco Breiding, Stefan Semprich (zuständig für das Wegerecht) und Klaus Justka vom zuständigen Planungsbüro.

Das Genehmigungsverfahren und die Verhandlung der Wegerechte sollen noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Möglicher Baubeginn könne im ersten Quartal 2013 sein, die Inbetriebnahme im Dezember 2013 folgen.

Ganz so weit ist es allerdings noch nicht, denn die Infoveranstaltungen, mit denen die Planer durch alle betroffenen Orte „touren“, finden eben vor dem eigentlichen Verfahren statt. Die Öffentlichkeit muss auch am weiteren planungsrechtlichen Verfahren beteiligt werden.

Anhand von Luftbildern, Fotos und Grafiken erläuterten Breiding, Semprich und Justka am Montagabend die Bauphasen und den Trassenverlauf, wobei sich die Anwesenden vor allem für den vorgesehenen Schutzstreifen von zehn Metern (fünf Meter auf jeder Seite, in denen keine geschlossene Bebauung möglich ist), die Betroffenheit von landwirtschaftlichen Wegen und die Fremdleitungserkundung interessierten.

Bei der anschließenden Diskussion brannten den Bürgern dann vor allem die Themen Entschädigung und Sicherheit auf den Nägeln. Die Nähe zu den bereits vorhandenen Leitungen stimmte manche skeptisch. Die Wingas-Vertreter versuchten diese Sorgen zu entkräften. Und könne man statt Einmalentschädigungen nicht Dauerentschädigungen erhalten? Dies sehe das Entschädigungsrecht nicht vor, erklärte Stefan Semprich.

Sorgen machten sich einige Landwirte zudem um mögliche Folgeschäden, wie sie sie mit den bestehenden Leitungen schon erlebt hätten.

Durch die „konzentrierte Trassenführung“ sei den Eiterfeldern in der Vergangenheit bereits „viel aufgebürdet“ worden, hieß es aus den Reihen der Bürger, was deren „Zurückhaltung“ mit Blick auf das Projekt erklärt. Die Planer versprachen den betroffenen Bürgern für die Zukunft einen direkten Ansprechpartner, sodass bei Fragen und Problemen nicht verschiedenen Firmen kontaktiert werden müssten.

Nach gut zwei Stunden war zumindest der erste Diskussionsbedarf gedeckt.

Von Nadine Maaz

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