Juwi plant vier Anlagen

Windpark Wehrda: Gemeinde Burghaun will klagen

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Symbolbild Windräder

Die Gemeinde Burghaun will gegen den vor knapp drei Wochen vom Regierungspräsidium Kassel genehmigten Windpark bei Wehrda im Vorranggebiet HEF 55 klagen.

Dafür stimmten in einer kurzfristig anberaumten Sitzung am Mittwochabend alle drei Fraktionen – CDU, FDP und SPD – einstimmig.

Die Kommunalpolitiker fürchten unter anderem negative Auswirkungen auf die Trinkwassergewinnung, da die Anlagen in Wasserschutzzonen für die Tiefbrunnen Langenschwarz, Rothenkirchen II und III der Marktgemeinde Burghaun stehen würden. Zudem liege die Ringleitung, die alle Ortsteile verbinde, im Bereich des Windparks. Die Kritiker fürchten, dass durch den Bau wasserführende Schichten geschädigt werden und Schadstoffe ins Erdreich beziehungsweise ins Wasser gelangen könnten.

„Es ist für uns nicht nachvollziehbar, einen Windpark mit einem noch nicht in der Praxis getesteten Anlagetyp von 241 Meter Höhe in punkto Langzeitwirkung auf Schallemissionen, Bodenverdichtung und avifaunistische Schäden in einem sehr sensiblen Gebiet zu genehmigen, bei dem etwa zwei Drittel des Trinkwassers für 6500 Bürger gewonnen werden“, hatte die CDU-Fraktion schon Anfang November kritisiert.

Auch Vertreter der Interessengemeinschaft Landschaftsschutz Rothenkirchen (Igel) hatten sich kurz nach der Bekanntgabe der Genehmigung überrascht bis irritiert gezeigt. Sie hatten immer wieder Sorge um die Mopsfledermaus und den Rotmilan geäußert.

Die Firma Juwi plant im Privatwald bei Wehrda vier Anlagen des Typs Vestas V 150 mit einer Nabenhöhe von 166 Metern, einer Gesamthöhe von 241 Metern und einem Rotordurchmesser von 150 Metern.

Zum weiteren Zeitplan erklärte Sprecher Felix Wächter nach der Genehmigung: „Der Gesetzgeber hat das Erneuerbare-Energien-Gesetz 2016 von einem System fixer Einspeisevergütungen auf ein mengengesteuertes Ausschreibungssystem verändert. Konkret heißt das, dass nun alle genehmigten Projekte an fest ausgewiesenen Ausschreibungsterminen der Bundesnetzagentur um einen Zuschlag konkurrieren, und um die Höhe des Einspeisetarifs bieten müssen.“ Der nächste Ausschreibungstermin finde am 1. Dezember statt. „In Abhängigkeit vom Zeitpunkt des erteilten Zuschlags werden wir dann zeitnah mit den bauvorbereitenden Maßnahmen beginnen“, so Wächter.

Mit Blick auf die nun angestrebte Klage teilt Juwi außerdem mit: „Die Gemeinde Burghaun war von Beginn an in das Genehmigungsverfahren involviert und hat ihre Einwände gegenüber der Genehmigungsbehörde geltend gemacht.“ Den auferlegten Maßnahmen zum Grundwasserschutz werde man selbstverständlich vollumfänglich nachkommen. „Darüber hinaus haben wir der Gemeinde zugesichert, Maßnahmen zu treffen, die über die im Genehmigungsbescheid geforderte hydrogeologische Baubegleitung hinausgehen.“ (nm)

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