Erörterungstermin

Windpark bei Wehrda wird geprüft

Bad Hersfeld/Wehrda – Alle Einwendungen gegen den geplanten Windpark im Wald bei Wehrda wurden am Mittwoch bei einem Erörterungstermin überprüft.

Es geht voran in Sachen Windkraft in Wehrda: Nach der öffentlichen Auslegung der Unterlagen Ende vergangenen Jahres und der Möglichkeit, Einwendungen gegen das Vorhaben einzureichen, fand am Mittwoch der sogenannte Erörterungstermin mit allen Beteiligten statt. Dieser ist Teil des Genehmigungsverfahrens mit Öffentlichkeitsbeteiligung nach dem Immissionsschutzgesetz.

Was genau ist geplant?

Die Firma Juwi plant im Privatwald bei Haunetal-Wehrda im dortigen Windvorranggebiet HEF 55 vier Windkraftanlagen (wir berichteten). Grundeigentümer ist Deuthold von Gaudecker, der selbst in Wehrda lebt. Geplant sind nun Anlagen des Typs Vestas V 150 mit einer Nabenhöhe von 166 Metern und einem Rotordurchmesser von 150 Metern. Noch sei, so erläuterte Bereichsleiter Wolfgang Weber, keine Anlagen dieses Typs gebaut worden, es liefen aber mehrere Genehmigungsverfahren. Anfangs war noch vom Typ V 136 die Rede gewesen. Die Zuwegung soll über die Autobahnraststätte Großenmoor und das „rückwärtige Straßennetz“ erfolgen. Ans Stromnetz angeschlossen werden soll der Park über das Umspannwerk Gruben in Burghaun.

Windmessungen sind zwischen Dezember 2016 und 2017 vorgenommen worden. Zu den Ergebnissen wollte sich Projektleiter Martin Jeromin mit dem Hinweis auf „Wirtschaftsgeheimnisse“ aber nicht öffentlich äußern.

Erste Gespräche und Pläne für Windkraft in Wehrda hatte es schon 2010/2011 gegeben, damals durchkreuzte aber die Mopsfledermaus das Ganze, für die noch ein größerer Schutzradius galt.

Was wurde erörtert?

Der ganztägige Termin im Dienstgebäude des Regierungspräsidiums als Genehmigungsbehörde beziehungsweis der Außenstelle der Abteilung Umwelt- und Arbeitsschutz in Bad Hersfeld sollte unter anderem der Erörterung und Erklärung der rechtzeitig eingereichten Einwände sowie der Klärung von Missverständnissen dienen, sagte Wolfgang Weber. Gegliedert war der Termin mit Ausblick auf die Windräder am Hersfelder Wehneberg und in Buchenau in die Themenbereiche Mensch, Natur, Wasser, Baurecht, Brandschutz und Denkmalschutz. Konkret angesprochen wurden beispielsweise die Aspekte Schall und Eiswurf. Teils ging es um physikalische Details, teils um Systemkritik.

Anwesend waren Behörden-Vertreter, Gutachter, Einwender und natürlich Vertreter des Antragstellers. Aus Burghaun als ebenfalls betroffener Gemeinde waren der Bürgermeister und ein für die Kommune tätiger Rechtsanwalt vor Ort. Aus Haunetal war kein offizieller Vertreter anwesend, die Marktgemeinde hatte laut Weber aber auch nur die im Verfahren übliche Stellungnahme abgegeben.

Was stört die Kritiker?

Grob zusammengefasst sind es vor allem mögliche Auswirkungen auf Mensch, Tier und Landschaft, beziehungsweise entsprechende Konflikte, die die Einwender, wie die Interessengemeinschaft Landschaftsschutz Rothenkirchen (IGEL) oder die Initiative Pro Lebensraum, ins Feld führen. Die IGEL hat neben der Mopsfledermaus (wir berichteten ebenfalls) auch verschiedene Vogelarten wie Mäusebussard und Rotmilan im Blick. Der mit der IG zusammenarbeitenden Diplom-Biologe Olaf Kiffel wirft den Gutachtern diesbezüglich „schwere Mängel“ vor.

Wie geht es nun weiter?

Entscheidungen wurden noch nicht getroffen, dies ist der nachfolgenden, abschließenden Prüfung vorbehalten, wie Wolfgang Weber betonte. Wenn vom Vorhabenträger keine zusätzlichen Unterlagen eingereicht werden müssen, sprich: nicht nachgearbeitet werden muss, hat Juwi laut Weber ein Anrecht auf eine Entscheidung bis Mai. Egal ob Genehmigung, Teilablehnung oder Ablehnung: Die Entscheidung wird allen, die Einwände eingebracht haben, zugestellt. Die Öffentlichkeit wird über eine öffentliche Bekanntmachung informiert. Selbst betreiben will Juwi die Anlagen im Übrigen nicht, sie sollen „schlüsselfertig“ verkauft werden. (nm)

Juwi plant Windpark in Wehrda

BI sorgt sich um Mopsfledermaus in Wehrda

Rubriklistenbild: © Foto: Jens Büttner/dpa

Kommentare