Energiewende mit Bürgeranlage unterstützen

Windkraft: Beteiligung soll Akzeptanz in Wehrda stärken

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Stellen die Idee Bürgerwindanlage vor: Felix Wächter und Martin Jeromin von der Firma Juwi, die im Privatwald bei Wehrda vier Windkraftanlagen plant. 

Ob und ab wann sich die von der Firma Juwi geplanten Windkraftanlagen im Privatwald bei Wehrda tatsächlich drehen werden, ist noch nicht klar. 

Fest steht jedoch: Eine der vier Anlagen soll als „Bürgeranlage“ betrieben werden. Für Juwi bedeute das zwar einen niedrigeren Verkaufspreis. Aber: „Wir wollen die Akzeptanz stärken und so haben auch die betroffenen Gemeinden und die Menschen vor Ort etwas davon“, sagt Projektleiter Martin Jeromin.

Eine erste Informationsveranstaltung für potenzielle Interessenten hatte in kleinem Rahmen bereits im Herbst 2017 stattgefunden. Damals seien etwa 30 bis 40 Zuhörer dabei gewesen, so Jeromin, von denen 15 immer noch konkretes Interesse hätten.

Infoveranstaltung zur Windkraft im Februar

Die Genehmigung des Regierungspräsidiums Kassel für die vier Anlagen des Typs Vestas V 150 mit einer Nabenhöhe von 166 Metern, einer Gesamthöhe von 241 Metern und einem Rotordurchmesser von 150 Metern liegt inzwischen vor. 

Allerdings hat die Gemeinde Burghaun Klage beim Verwaltungsgericht in Kassel eingereicht (wir berichteten). Bei Juwi laufen derzeit trotzdem alle Planungen normal weiter.

Eine weitere Infoveranstaltung in Sachen Bürgeranlage ist für das erste Quartal 2020 – voraussichtlich Februar – vorgesehen. Mit der Wust Wind & Sonne GmbH & Co. KG habe Juwi bereits 30 solcher Bürgerwindprojekte realisiert. 

Mitmachen kann im Prinzip jeder

Deren Geschäftsführer Erich Wust soll dann auch bei der nächsten Veranstaltung dabei sein und das Projekt erklären. Wust kauft die Anlage, wobei laut Jeromin und Pressesprecher Felix Wächter eine klassische 80/20-Finanzierung üblich ist – das heißt 20 Prozent des Kaufpreises werden über Eigenkapital und 80 etwa über einen Bankkredit finanziert.

Der Eigenkapital-Anteil verteilt sich auf die beteiligten Bürger, wobei sich neben natürlichen auch juristische Personen beteiligen können. Das heißt, auch Firmen oder die Gemeinde könnten mit einsteigen. Mitmachen kann im Prinzip jeder, die Bürger vor Ort hätten jedoch ein Vorrecht. 

Mit Bürgeranlage für Windkraft die Energiewende unterstützen

Für den Betrieb der Anlage soll eine eigene Betreibergesellschaft mit Sitz in der Marktgemeinde Haunetal gegründet werden, die dann zumindest über die Gewerbesteuer profitiert. Gesellschafter beziehungsweise Kommanditisten sind die beteiligten Bürger. „Die Mindesteinlage beträgt 5000 Euro“, berichtet Felix Wächter. Nach oben gebe es in der Regel keine Beschränkung.

Mit dem Bürgermodell soll jeder die Energiewende mitgestalten können, heißt es bei Wust. Sich den „eigenen“ Strom aus „seiner“ Anlage ins eigene Haus zu holen, ist so natürlich nicht möglich.

Einen Käufer für die drei anderen Anlagen, die schlüsselfertig übergeben werden sollen, gibt es bisher nicht, so Projektleiter Jeromin. Das sei zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht unüblich. (nm)

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