80 Zuhörer im Bürgerhaus

Von Bürgerbus bis Windkraft: Viele Themen bei Infoveranstaltung in Haunetal

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Das Gewerbegebiet, der neue Bürgerbus und die geplanten Windkraftanlagen in Haunetal waren Themen bei der Bürgerversammlung.  

Drei Stunden geballte Informationen aus ihrer Gemeinde erhielten rund 80 Haunetaler bei einer Versammlung im Bürgerhaus in Neukirchen.  

Neukirchen – Nicht alles war neu, das Interesse trotzdem relativ groß: Etwa 80 Haunetaler hatten sich am Donnerstagabend zur Bürgerversammlung im Bürgerhaus in Neukirchen eingefunden – und fast alle hielten gut drei Stunden bis zum Ende durch.

Windkraft

Dass auch nach der Genehmigung des Windparks HEF 55 im Privatwald bei Wehrda nicht sofort Bäume fallen würden, berichtete Martin Jeromin von Juwi. Frühestens wohl Anfang 2020 könnte mit ersten Arbeiten begonnen werden, so der Projektleiter mit Blick etwa auf die Rodungsfristen. Eine von vier Anlagen soll übrigens als „Bürgeranlage“ betrieben werden, sodass auch die betroffenen Gemeinden und die Menschen vor Ort etwas davon hätten. Weitere Informationen dazu sollen im Frühjahr folgen.

Gewerbegebiet

Deutliche Worte fand Bürgermeister Gerd Lang zu Gerüchten, Edeka hätte kein Interesse mehr am geplanten Neubau im Gewerbegebiet Neukirchen: „Alles Käse.“ Das komplexe Verfahren, das notwendig geworden war, weil ursprünglich kein Lebensmittelhandel erlaubt war, dauere eben seine Zeit. So mussten etwa RP und Ministerium zustimmen. Wenn nun alles gut läuft, sei ein Baubeginn im August oder September 2020 machbar. Gespräche würden derzeit noch mit vier weiteren Interessenten geführt.

Insgesamt habe man seit Sommer 2016 mit 41 Firmen bzw. Personen Kontakt gehabt. Zerschlagen hätte sich einst wegen nicht ausreichender Wassermenge und -qualität eine Fischzucht.

Ein Dorn im Auge ist vielen der massive Lärmschutzwall, nicht nur aus optischen Gründen. Auch Lang betonte: „Er sieht noch nicht so aus, wie wir ihn haben wollen.“ Bis Ende 2019 solle er aber fertiggestellt sein, im Frühjahr folge dann die „Spritzbegrünung“.

Bürgerbus

„Wir haben ihn, jetzt muss er auch fahren“, sagte Lang zum Bürgerbus, der Mitte Oktober übergeben worden war. 17 potenzielle Fahrer hätten sich bereits gemeldet, ein Förderverein wurde gegründet. Nun gelte es, administrative Aufgaben zu vergeben und Details zum Beispiel zu Routen und zur Vermietung auszuarbeiten. Dabei müsse sich die Gemeinde an strenge Vorgaben halten, um die Gemeinnützigkeit nicht zu gefährden. Noch ist offen, wann und wo der Bus künftig fährt.

Bahnausbau

Nicht nur wegen der geplanten Neubaustrecke Fulda-Gerstungen, sondern auch wegen Sanierungsarbeiten sei davon auszugehen, dass künftig noch mehr Züge das Haunetal passieren. Man wolle deshalb weiter am Thema Lärmschutz dranbleiben und mit dem Bund verhandeln, so Bürgermeister Lang. Klaus Schmidt nutzte die Gelegenheit, auf die Bürgerinitiative Haunetal hinzuweisen, die dem Aktionsbündnis Waldhessen angehört, zurzeit aber erst vier Mitglieder hat.

Straßenbeiträge

In der Marktgemeinde gelten einmalige Straßenausbaubeiträge und dabei soll es auch bleiben. Zumindest gibt es bisher keine andere Entscheidung, so Gerd Lang, der außerdem betonte: „Wir können es uns nicht leisten, die Beiträge abzuschaffen.“ Positiv für die Bürger seien der inzwischen längere Stundungszeitraum und niedrigere Zinsen. Einige Bürger nahmen das Thema zum Anlass, auf diverse Straßenschäden in der Gemeinde hinzuweisen.

Medizin und Pflege

Mit derzeit zwei Hausarztpraxen, einem Zahnarzt, einem Kinderarzt, Physiotherapeuten, Heilpraktikern und einer Apotheke sieht Gerd Lang die Gemeinde auch mit Blick auf die Nähe zu Hünfeld und Bad Hersfeld noch gut aufgestellt. Fehlen würde indes eine Pflegeeinrichtung. Gespräche mit einem Investor für ein medizinisches Versorgungszentrum seien im Sande verlaufen, weil nicht mehr als eine schwarze Null zu erwarten gewesen sei.

Aufreger Hundekot

Die wohl emotionalste Debatte entwickelte sich zum Thema Hundekot. Während sich eine Hundebesitzerin durch eine Veröffentlichung des Ordnungsamts im Gemeindeblättchen zu Unrecht an den Pranger gestellt sah und eine weitere sich für Abfall-/Tütenbehälter aussprach, sahen andere allein die Halter in der Pflicht. Hundesteuer hin oder her. Aus Sicht des Bürgermeisters ist es schlicht zu teuer, in allen Ortsteilen Beutelspender aufzustellen.

Öffentliche Sitzungen

Angesichts der vielen Fragen wies der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Dr. Axel Schreiber, noch auf deren öffentliche Sitzungen hin, in denen alle Themen diskutiert und beschlossen werden.

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