Odensachsen: Barocker Festsaal des Evangeliums

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Für die Innenrenovierung der evangelischen Kirche von Odensachsen gibt es Geld von Bund und Land. Bei der Bescheidübergabe wurde die reich bemalte Kirche als Kulturdenkmal von überregionaler Bedeutung gewürdigt.  Christine Zacharias

Odensachsen – Sie ist ein Kulturdenkmal von überregionaler Bedeutung und gehört zum kollektiven kulturellen Gedächtnis unseres Landes.

Das stellte Staatsminister Michael Roth fest, als er erklärte, warum der Bund aus einem Sonderprogramm für die Sanierung herausragender Bauwerke 158 000 Euro für die Innenrenovierung der Kirche von Odensachsen zur Verfügung stellt.

Denn eigentlich, so betonte Roth, ist Denkmalschutz die Sache der Länder. Weil es aber eine Fülle erhaltenswerter Bauten gibt und die Länder mit der Finanzierung überfordert seien, habe der Bundestag ein Sonderprogramm in Höhe von 40 Millionen Euro aufgelegt, aus dem ganz besonders wertvolle Projekte gefördert würden. Odensachsen ist eines davon.

Das Land unterstützt die Innenrenovierung mit weiteren 50 000 Euro. Geschätzt werden die Kosten auf 444 000 Euro, erklärte Pfarrer Thomas Funk. Davon sollen Wandflächen, Bemalung, Elektrik, Heizung, Fenster und Beleuchtung erneuert werden.

Weil ihnen ihre Kirche am Herzen liegt, haben die Odensachsener bereits knapp 37 000 Euro an Spenden gesammelt, die von der Stiftung Kirchenerhaltungsfond verdoppelt wurden. Auch der Kirchenkreis Hersfeld-Rotenburg und die evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck beteiligen sich an der Renovierung.

In einem ersten Bauabschnitt wurde, so Pfarrer Funk, der Kirchturm in den Jahren 2014 bis 2016 saniert. Die Kosten dafür beliefen sich auf 322 000 Euro. Anschließend wurde in einem zweiten Bauabschnitt für 288 000 Euro das Kirchenschiff erneuert. Dachkonstruktion, Dachhaut, Fassade sowie Sicherung und Retuschen an dem hölzernen Tonnengewölbe standen dabei auf dem Programm. Nun soll in einem dritten Abschnitt die Innenrenovierung folgen.

Die Baugeschichte der Odensachsener Kirche reicht, so erläuterte Pfarrer Thomas Funk, bis ins Mittelalter zurück. Zu sehen ist das an dem wehrhaften Chorturm. Das Kirchenschiff wurde als stattlicher Barockbau in den Jahren 1706/07 errichtet. Besonders wird es durch die Bemalung des Holztonnengewölbes und der freiseitigen doppelten Empore durch den Kunstmaler Gustav Altmöller aus den Jahren 1740 und 41. Sie sei „ein barocker Festsaal des Evangeliums“ stellte Pfarrer Funk fest. Zudem gibt es in der Kirche einen Flügelaltar aus dem Jahr 1573, der die älteste bekannte Stadtansicht Bad Hersfelds zeigt.

Besonders ist die Kirche Odensachsen außerdem, weil hier nicht nur die Kirche im Dorf, sondern auch das Dorf in der Kirche ist, freute sich der Pfarrer. Kirche sei ein Ort der Identifikation und auch denen wichtig, die nicht religiös seien, stellte Staatsminister Michael Roth fest, der sich sehr für die Unterstützung der Kirche Odensachsen eingesetzt hatte und sich freuen würde, weitere Projekte aus der Region fördern zu können.

„Der Erhalt der Kirchen muss staatlich co-finanziert werden“, betonte Landrat Dr. Michael Koch. Deutschland werde sehr bewundert für das Bemühen um den Erhalt historischer Bausubstanz.

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