Stelle ist seit Sommer vakant

Neuer Pfarrer für die Gemeinde Wehrda-Rhina ab November

Mitten im Dorf: Die Wehrdaer Kirche. Direkt nebenan steht auch das Pfarrhaus als Wohnsitz des Pfarrers oder der Pfarrerin (nicht im Bild).
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Mitten im Dorf: Die Wehrdaer Kirche. Direkt nebenan steht auch das Pfarrhaus als Wohnsitz des Pfarrers oder der Pfarrerin (nicht im Bild).

Die seit dem Sommer vakante Pfarrstelle der evangelischen Kirchengemeinde Wehrda-Rhina könnte schon bald wieder besetzt sein, also noch vor dem Weihnachtsfest.

Wehrda/Rhina - Voraussichtlich ab November 2020 soll ein Pfarrer oder eine Pfarrerin in Probe beauftragt werden, wie Silke Bremer aus der Pressestelle der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck jetzt auf Nachfrage unserer Zeitung mitteilte „Probedienstler“ werden nach der Ordination zunächst für die Dauer der Probezeit mit der Versehung einer Pfarrstelle beauftragt, heißt es dazu erklärend. Die Probezeit beträgt in der Regel zweieinhalb Jahre. Erst danach können sie sich bei Eignung auf Pfarrstellen bewerben und bekämen dann die Stelle übertragen. „Die Pfarrstelle wäre dann wieder besetzt“, so Bremer. Die nächste Ordination findet am 25. Oktober in der Christuskirche in Fulda statt.

Pfarrerin Dr. Ann-Cathrin Fiß, die die Stelle zuletzt innehatte, hatte im Sommer zur Stadt- und Johanneskirchengemeinde Bad Hersfeld gewechselt, wo sie eine halbe Stelle übernommen hat, um nebenbei an ihrem zweiten wissenschaftlichen Buch zum Alten Testament zu schreiben. Fiß hat im Fach Altes Testament promoviert. In Wehrda-Rhina war sie zum Erntedankfest 2017 ins Amt eingeführt worden.

Die Vakanzvertretung dort hat zunächst Pfarrer Thomas Funk (Kirchspiel Neukirchen) übernommen.

Erst Ende März war in der evangelischen Kirchengemeinde Wehrda-Rhina nach ausführlicher und kontroverser Diskussion entschieden worden, ein Viertel der Stelle für weitere fünf Jahre, von 2022 bis 2027, durch Spenden zu finanzieren. Ein Stimmungsbild war zuvor bei einer Gemeindeversammlung in der Wehrdaer Kirche eingeholt worden, die von rund 50 Frauen und Männern besucht und von Pröpstin Sabine Kropf-Brandau und Dekan Dr. Frank Hofmann geleitet worden war.

Das Pilotprojekt für die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck war im August 2012 gestartet, fünf Jahre lang sollte getestet werden, ob es möglich ist, eine Pfarrstelle mit Hilfe von Spenden zu einem Teil privat zu finanzieren. Im Oktober 2017 wurde das Pilotprojekt erfolgreich abgeschlossen. Ein Viertel der vollen Pfarrstelle wird seither eben von den Gemeindegliedern selbst finanziert.

Dass dies natürlich auch jetzt so bleiben soll, betont mit Blick auf die veränderte Situation Patron Tim von Campenhausen. „Wir kämpfen schließlich seit knapp zehn Jahren für die Stelle.“ Dass schon im November ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin kommen könnte, freut den Patron. „Wir hatten uns auf eine längere Wartezeit eingestellt.“ Denn die kleineren und ländlicheren Gemeinden hätten oft das Nachsehen, obwohl gerade auf dem Land die Kirche eine wesentliche Säule darstelle, wie er mit Blick auf die vielfältigen Aufgaben und Angebote betont. „Kirche ist mehr als der Gottesdienst am Sonntag. Sie muss der Motor des Soziallebens und präsent sein.“ Wenn die Stelle auch auf Dauer wieder mit einem motivierten, engagierten Pfarrer oder einer solchen Pfarrerin besetzt werden könnte, wäre das ein Glücksfall. Großen Respekt zollt von Campenhausen der Doppel-Leistung von Pfarrer Funk. (Nadine Maaz)

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