Mit zwei Paar Schuhen durch Deutschland

Malte Kleen läuft 1800 Kilometer für den Tierschutz

Er läuft gegen Leiden: Veganer Malte Kleen joggt 1800 Kilometer durch Deutschland.
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Er läuft gegen Leiden: Veganer Malte Kleen joggt 1800 Kilometer durch Deutschland.

Er läuft gegen Leiden: Veganer Malte Kleen joggt 1800 Kilometer durch Deutschland und machte kürzlich im Kreis Hersfeld-Rotenburg Station.

Oberstoppel – Dass es weder Fleisch noch Milchprodukte braucht, um topfit zu sein, beweist Malte Kleen. Dabei sind es nicht die sportlichen Höchstleistungen, die ihn zu seinem 1800-Kilometer-Lauf durch Deutschland motiviert haben. Der 33 Jahre alter Veganer aus Oldenburg läuft für den Tierschutz. Jetzt führte ihn sein Weg auch durch den Kreis Hersfeld-Rotenburg.

Unterstützung erhält er vom Verein „Laufen gegen Leiden“, bei dem er selbst seit einigen Jahren Mitglied ist. Der Verein hat sich dem Tierschutz in Verbindung mit Sport verschrieben und unterstützt mit Spenden sowie Patenschaften verschiedene Lebenshöfe und Tierschutzorganisationen in ganz Deutschland.

60 Tage lang ist Malte Kleen nonstop unterwegs, Start war am 6. August in Flensburg. Auf einigen Etappen wird er von interessierten Mitstreitern begleitet, mit denen er sich vorab verabredet hat oder die sich spontan anschließen. Über seinen Lauf berichtet der 33-Jährige auch im Internet. Navigieren lässt er sich von seiner Uhr, wo möglich, nutzt er Wald- und Feldwege. Wenn Kleen allein unterwegs ist, hört er gern Musik oder Hörbücher, wobei auch Stille mal ganz schön sei. 18 Kilometer lang war die bisher kürzeste Strecke, 47 Kilometer die längste – das ist mehr als ein Marathon.

Aufgebrochen ist der 33-Jährige natürlich nicht unvorbereitet. „Ich laufe seit viereinhalb Jahren ambitioniert“, erzählt Kleen, der 2016 seinen ersten Halbmarathon absolvierte. Auch das Laufen mit Rucksack hat er vorher ausprobiert. Fünfeinhalb Kilo transportiert der Dauerläufer, darunter neben Proviant und Wasser ein Paar Wechselklamotten und ein zweites Paar Schuhe, um diese täglich wechseln zu können. Seit dem 1. März 2015 lebt Kleen vegan, das exakte Datum hat er im Gespräch sofort parat. Neben Fleisch sind also auch alle anderen tierischen Produkte tabu.

Malte Kleen bei seinem Besuch mit Kuh Lischen, Betreiberin Marion Diekel (links) und Unterstützerin Hanna Börner.

Auf dem Speiseplan stehen etwa Obst, Gemüse und Nüsse. Das sei weder kompliziert, noch ungesund. Im Gegenteil: „Mir fehlt nichts“, betont der 33-Jährige. „Ich fühle mich fit und habe eine kurze Regenerationszeit, 24 Stunden reichen aus.“ Kommentare wie „Junge, iss mal was Ordentliches“ kennt der Oldenburger aber auch aus der eigenen Familie, wie er lachend zugibt.

An der Burg Herzberg in Breitenbach/H. wurde er am Mittwochnachmittag von Hanna Börner aus Iba „eingesammelt“, und von dort aus ging es im Auto zum Lebenshof von Marion Diekel in Oberstoppel. Auch Börner gehört dem Verein „Laufen gegen Leiden“ an. In Rotenburg organisiert sie den „Gute-Nacht-Lauf“, einen Lauftreff für den Tierschutz. Von Diekel ließen sich die beiden den Hof zeigen und das Konzept erklären. Vier Kühe, fünf Pferde, 40 Hühner, neun Tauben, sechs Katzen, vier Hunde und fast 15 Kaninchen leben dort aktuell, die meisten Tiere wurden vor dem Schlachter gerettet. Auch Diekel lebt vegan, sodass gemeinsame Gesprächsthemen schnell gefunden waren. „Ich werde überall mit offenen Armen empfangen“, sagt Kleen, der Dusche und Bett meist bei Privatleuten findet, ab und zu aber auch in Hotels übernachten muss. Für sein Vorhaben hat der Mitarbeiter eines Biosupermarkts Urlaub und Überstunden geopfert. „Meine Chefin war zum Glück sofort einverstanden.“

In Begleitung von Hanna Börner ging es am Donnerstag dann bis nach Fulda. Zwei Drittel seines gesamten Laufs hat Kleen bereits geschafft, bereut hat er das Projekt noch nicht. „Ich freue mich jeden Morgen auf die neue Strecke und die neuen Begegnungen.“ Endgültiges Ziel ist am 4. Oktober Augsburg – passend zum Welttag des Tierschutzes.

Weitere Informationen unter eatmiles.com.

Von Nadine Maaz

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