1. Hersfelder Zeitung
  2. Lokales
  3. Hauneck-Haunetal
  4. Haunetal

Entspannter Anreisetag beim Haune-Rock: Camper und Künstler sind schon da

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Kim Hornickel

Kommentare

Macht aus Müll Kunst: Chris „Crass“ aus Ostfriesland ist auf der Durchreise und bietet auf dem Haune-Rock-Festival seine Lampions und Schlipse an.
Macht aus Müll Kunst: Chris „Crass“ aus Ostfriesland ist auf der Durchreise und bietet auf dem Haune-Rock-Festival seine Lampions und Schlipse an. © Kim Hornickel

Das Haune-Rock-Festival verbucht in diesem Jahr so viele Kartenverkäufe wie noch nie. Am Anreisetag sind Camper und Straßenkünstler gut gelaunt.

Odensachsen – Auf dem Campingplatz im Haunetaler Ortsteil Odensachsen schlagen die ersten Camper ihre Zelte auf. Ein stürmischer Wind bläst die dünnen Zeltplanen immer wieder aus den Angeln. Aus dutzenden Lautsprechern dröhnt Musik. Es ist Anreisetag beim Haune-Rock-Festival und die Camper und das Organisations-Team sind entspannt, auch wenn es viel zu tun gibt.

Statt langer Autoschlangen fährt ein Besucher nach dem anderen an das Zelt neben der Zufahrt. „In den vergangenen Jahren sind die Camper immer einfach auf den Platz gefahren, die Karten haben wir später kontrolliert“, sagt Sascha Ruppert vom Haune-Rock-Team. Das ist in diesem Jahr anders: Erst das Ticket, dann ist der Weg frei. Am Eingang verteilen Jana Klee und Lisa Ruppert grüne Eintrittsbändchen.

Fertig für den Start: Die Bühne steht und Sascha Ruppert vom Festival-Team wartet auf die ersten Besucher.
Fertig für den Start: Die Bühne steht und Sascha Ruppert vom Festival-Team wartet auf die ersten Besucher. © Kim Hornickel

„Das ist der beste Ticketverkauf aller Zeiten“, sagt Sascha Ruppert. 1200 Karten sind bis Mittwochnachmittag verkauft worden. Immer wieder knackt Rupperts Walkie-Talkie. Letzte Fragen zum Aufbau und erste Besucheranliegen warten auf eine Entscheidung. „Diesmal ist alles anders als bei den letzten Haune-Rock-Festivals“, sagt Ruppert. Die Campingplätze sind in diesem Jahr neben den Bahngleisen angelegt. Die Bühne steht jetzt vor der Teichanlage und auf dem Wasser liegt der Backstage-Bereich vor Anker.

Haune-Rock: Letzte Handgriffe und erste Gruppencamps

Auf der Bühne laufen die letzten Vorbereitungen. Das Team schraubt Scheinwerfer an, auf dem Boden liegen Kabel kreuz und quer verteilt.

Auch auf dem Campingplatz wird gearbeitet. Die Besucher schlagen Heringe in den Boden und rollen Schlafsäcke aus. Eine Gruppe hat beinahe alles aufgebaut, nur der mitgebrachte Fahnenmast fehlt noch, an dem die Freunde aus Neumarkt in der Oberpfalz in Bayern ihre regionale Flagge hissen wollen. Auf dem Festival sind sie nicht zum ersten Mal: In den vergangenen Jahren haben sie viele Bekanntschaften gemacht und campen seitdem gemeinsam. Mit dabei sind Sebastian aus Friedewald und Philipp aus Hilmes. Sie freuen sich besonders auf Festival-Headliner Madsen.

Festival-Bett: Sebastian aus Friedewald übernachtet in seiner Hängematte.
Festival-Bett: Sebastian aus Friedewald übernachtet in seiner Hängematte. © Kim Hornickel

Einen Platz weiter bauen die Brüder Jonas und Lukas aus Neukirchen ein großes Zelt auf. „Das Madsen hier in der Region spielt, obwohl die sonst bei Festivals wie Rock am Ring auftreten, das ist schon was“, sagt Lukas.

Madsen sind die Stars: Haune-Rock-Besucher warten auf Headliner

Auf den Auftritt der Indie-Rock-Band warten auch Florian und Yannick aus Obersuhl. Die Freunde haben sich mit vier weiteren einen Bus gekauft und ihn zu einem Wohnmobil mit Betten, Tischen und einer Bierzapfanlage umgebaut.

Zwischen den Zeltplätzen sind am Mittwoch aber nicht nur Camper unterwegs: Chris Crass, wie sich der Müllkünstler nennt, schiebt seinen bunten Wagen durch die Menge. Aus Bier- und Cola-Dosen macht er Lampions und bunte Schlipse aus Metall. Die baumeln von seinem Handwagen und um seinen Hals. „Mit dem, was wir einnehmen, bezahlen wir unsere Reisen“, sagt er. Eigentlich kommt Chris aus Ostfriesland. Mit seiner Partnerin ist er zum ersten Mal auf dem Haune-Rock und bietet seine Kunst an. Damit will er etwas für die Umwelt tun, wie er sagt. Und Chris sammelt nicht nur Dosen. „Ich räume allen Müll weg“, sagt der Künstler und schiebt seinen Wagen weiter über den Campingplatz, um noch mehr Besuchern von seiner Idee zu erzählen. (Kim Hornickel)

Auch interessant

Kommentare