Betonwand in der Ortsdurchfahrt verschönert

Mauerkunst mit vielen Helfern: Graffiti in Kruspis

Ortsvorsteher Erich Bachmann begutachtet mit den Engagements-Lotsen die bunt bemalte Mauer. Von links im Bild Michele Powers, Sandra Scholz, Götz Powers, Erich Bachmann und Monika Powers.
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Gelungene Bemalung: Ortsvorsteher Erich Bachmann begutachtet mit den Engagements-Lotsen die Mauer. Von links im Bild Michele Powers, Sandra Scholz, Götz Powers, Erich Bachmann und Monika Powers.

Eine bunte Ortsdurchfahrt haben nun die Einwohner im Haunetaler Ortsteil Kruspis. Gemeinsam mit dem Graffiti-Künstler Ingmar Süß wurde die dortige Mauer verschönert.

Kruspis – Sie ist 48 Meter lang, einen Meter hoch und schützt Verkehrsteilnehmer davor, einen Abhang hinterzufallen. Jetzt wurde die Betonwand an der Ortsdurchfahrt in Kruspis von Bürgerinnen und Bürgern mit Graffiti verschönert.

Bereits vor drei Jahren hatten Kinder die Mauer schon einmal mit Kreide verschönert, was naturgemäß nicht witterungsbeständig war. Die Kruspiser stellten nun bei der Straßenbaubehörde Hessen Mobil den Antrag, die Mauer wetterfest zu verschönern. Hessen Mobil vertritt das Land als Eigentümer der Mauer – und lehnte den Antrag zunächst ab.

Ortsvorsteher Erich Bachmann und Monika Powers ließen jedoch nicht locker, zumal auch in anderen Orten Betonwände bemalt werden durften, wie sie berichten. Schließlich bekamen auch die Kruspiser ihre Genehmigung.

Nun galt es, Jung und Alt für das Kunstprojekt zu motivieren und zu instruieren. Alles, was es in Kruspis gibt, sollte sich schließlich an der Wand widerspiegeln. Die Kruspiser Engagement-Lotsen vom Haunetaler Mehrgenerationenhaus, Sandra Scholz, Michele und Götz Powers initiierten das Projekt. In dem Fuldaer Graffiti-Künstler Ingmar Süß fanden sie einen erfahrenen Künstler, der das Projekt anleitete und begleitete.

Ebenbild: Falkner Michael Schanze mit seinem Falken Luzie bei der Abbildung auf der Mauer.

Viele Kruspiser konnten sich letztlich künstlerisch betätigen. Die 800-jährige Geschichte des Ortes erfasste man zum Beispiel durch die Entwicklung des Namens – Chruspin, Chruspan, Cruspis und letztlich Kruspis. Ferner wurden folgende Motive dargestellt: die alte Schule, ein Bildnis der Schriftstellerin Renate Chotjewitz und des Falken Luzie, Embleme des Havanna-Clubs und der Kirmesburschen. Die Landwirtschaft wurde mit einem Bauernhof und einem Mähdrescher und das Landleben mit Kirschblüten und einer Biene ausgedrückt.

Unter Anleitung von Künstler Ingmar Süß wurden die einzelnen Motive aneinandergereiht und schließlich auf die Wand gesprüht. Tage zuvor war die Wand mit Hochdruckreiniger und Drahtbürste gut gereinigt, dann grundiert und mit Fassadenfarbe gestrichen worden. Bei trockenem Wetter konnten die Motive am Wochenende aufgesprüht werden.

Hessen Mobil hatte die Dorfstraße dazu halbseitig gesperrt und den Verkehr per Ampel geregelt, sodass das Projekt gefahrlos ausgeführt werden konnte. Zu guter Letzt versammelten sich die Kruspiser mit Freude über ihr gelungenes Kunstprojekt gemütlich bei Bratwurst und Getränken. (Brunhilde Miehe)

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