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Haune-Rock in Odensachsen: Madsen lassen den Festivalplatz vibrieren

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Viel Betrieb im Valley of Rock: Zahlreiche Rock-Fans drängten sich am Samstagabend in Odensachsen vor der Festival-Bühne.
Viel Betrieb im Valley of Rock: Zahlreiche Rock-Fans drängten sich am Samstagabend in Odensachsen vor der Festival-Bühne. © Tamsyn Axt-Bäuml

Furioses Finale beim Haune-Rock in Odensachsen: Die Musiker von Madsen ließen den Festivalplatz vibrieren.

Odensachsen – Ohne Helfer geht beim Haune-Rock gar nichts: Ob beim Einlass, am Cashpoint, an den Verkaufsständen für Getränke, Essen und Merchandise, beim Einsammeln von Kippen und Müll, im Backstage und auf der Hinterbühne, in der Camper Lounge oder als Camping-Ranger auf dem Camping-Areal – überall war wieder diese großartige und immer freundliche Helfer-Crew aktiv.

Das ist auch einer der Pluspunkte, den das dörfliche Leben auf dem Festival mit seinem familiären Flair bietet. Dazu kommen noch das Kamera-Team für die großen LED-Wände, die immer aufmerksame Security und nicht zu vergessen das DRK-Team, welches täglich mit jeweils vier ehrenamtlichen Helfern in drei Schichten auf dem Festivalgelände unterwegs war.

Rhapsodie in Rot: Der Auftritt des Headliners Madsen aus dem Wendland.
Weitere Fotos im Internet auf hersfelder-zeitung.de © Tamsyn Axt-Bäuml

Der Freitagnachmittag begann mit der Dermbacher Band „Black Twin“, deren Schlagzeuger Sirko Adler auf dem Haune-Rock seinen „gefühlten 20.“ Geburtstag feierte. Bei „Spit“ aus Kassel mischte sich Frontmann Patte gleich mal unter die tanzenden und mitsingenden Gäste. Als besonderen Gast begrüßten Festival-Organisator Sascha Ruppert und Bürgermeister Timo Lübeck den Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Michael Roth, zu einem Rundgang. Nachdem „Kopfecho“ bereits voriges Jahr die Haune rockte, tobte sich diesmal Frontfrau Amy Vialon so richtig aus und ließ ihrer Energie völlig freien Lauf.

„Romano“ Geike aus Köpenick, der schillernde Alleskönner mit geflochtenen Zöpfen, schmiß wiederum nur so mit den von wem auch immer geklauten Geldscheinen um sich, als er rappend die Bankenwelt auseinander nahm, bevor er seine beiden Social-Media-Dates zum Champagner auf die Bühne bat, um ihnen den Kopf zu verdrehen. Die Hamburger Jungs der Band Montreal unterhielten die Menge. Für noch mehr Bewegung im Publikum sorgte dann Schlagzeuger Max Power, der an diesem Abend seinen Geburtstag feierte. Er ließ sich stagedivend von der Bühne bis zum nächsten Bierstand tragen, um dort eine Runde Schnaps für die Bandkollegen Hirsch und Yonas und die Crew zu holen. Coronabedingt mussten die Düsseldorfer von Callejon ihren Auftritt absagen, dafür sprangen die Irish-Folk-Rocker von Rauhbein ein. Mit deutschen Texten sorgte die Band aus Hessisch Lichtenau noch mal abschließend für gute Stimmung vor der Bühne.

Ohne sie geht nichts: Zwei von zahlreichen Helferinnen, die das Haune-Rock Festival am Laufen halten.
Ohne sie geht nichts: Zwei von zahlreichen Helferinnen, die das Haune-Rock Festival am Laufen halten. © Steffen Sennewlad

Am Samstag folgte das große Finale an der Haune. Die Band „Site#4“ gab den lautstarken Auftakt, bevor die „Alex Mofa Gang“ mit Headbanging, akrobatischem Stagediving und Stageclimbing die Bühne und die Zuschauer eroberten. Durch Fahnenschwenker wurde die Berliner Rock- und Punk-Band „Engst“ angekündigt, die musikalisch zwar mainstreammäßig daher kommt, aber mit ihren klaren deutschen Texten gegen jede Art von Fremdenhass, Rassismus, Faschismus und Diskriminierung steht. Als die einheimische „Rappelkiste“ die Bühne betrat, stand sozusagen fast das ganze Orga-Team vom Haune-Rock eben da oben. Bindungsenergie ist Punk&Roll oder eben nur der „Massendefekt“ vom Niederrhein, der es so richtig krachen ließ. Die Security hatte alle Hände voll zu tun, die Fans beim Stagediving sicher wieder zu erden. Und dann kam „Madsen“, die fünf sympathischen Jungs plus Keyboarderin Lisa Who aus dem Wendland, von München direkt zum Haune-Rock nach Odensachsen. Der ganze Platz vibrierte und wummerte und das Echo verfing sich im Haunetal. Mit „Perfektion“ und „Du schreibst Geschichte“ spielten sie Songs der ersten Stunde. Und Lisa Who – eine der wenigen Frauen, die auf der Bühne standen – ermutigte die Mädels im Publikum dazu, ihre Geschichten zu schreiben, sie habe es auch getan.

Vor dem letzten Act, der Broilers-Tribute-Band „Vanitas“ gab es zum Abschluss auch noch etwas Feuerwerk für die Festival-Gänger.

Um zwei Uhr in der Nacht hieß es dann „Tschüss“ für dieses Jahr. Organisator Sascha Ruppert bedankte sich sichtlich gerührt bei allen Bands, helfenden Händen und feierwütigen Besuchern.

Wer diese drei Tage verpaßt hat, ist selbst dran Schuld – könnte sich aber für nächstes Jahr überlegen, als Zuschauer oder einer der Helfer dabei zu sein. (Steffen Sennewald Und Tamsyn Axt-Bäuml)

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