Optimistisch durch die Krise

Auf dem Lebenshof in Oberstoppel werden fleißig Pläne geschmiedet

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Marion Diekel (links) und Julya Duenzl vom Offenen Lebenshof in Oberstoppel schmieden neue Pläne.

Die Corona-Krise hat auch dem Lebenshof in Haunetal-Oberstoppel finanzielle Einbußen beschert. Trotzdem schmiedet man dort optimistisch Pläne für die Zukunft. 

Oberstoppel – Ihren Optimismus haben sie nicht verloren – auch wenn Corona auch bei ihnen Spuren hinterlässt. „Na klar ist finanziell eine Lücke drin“, sagt Marion Diekel vom Offenen Lebenshof in Oberstoppel. „Ein nachhaltiger Verlust ist es glücklicherweise aber nicht.“

Dass Diekel zuversichtlich in die Zukunft blickt, obwohl sie in den vergangenen Wochen aufgrund der Corona-Pandemie komplett auf das Gästegeschäft verzichten musste, hat wohl sehr viel mit ihr selbst zu tun. „Ich komme klar“, sagt die 60-Jährige und lacht – ihr Lebensstandard spiele da sicher eine Rolle. „Ich brauche nicht viel“, meint sie und richtet den Blick auf ihre Kühe, „denn alles, was ich brauche, habe ich hier.“

Die Finanzierung des Offenen Lebenshofs in Oberstoppel, der mehr als 80 Tieren ein Zuhause bietet, läuft in großen Teilen über die Initiative Lebenstiere e.V., die vor allem Rindern bis zum natürlichen Tod ein tiergerechtes Leben ermöglichen möchte. Einige der „Lebenskühe“ des Vereins stehen auf dem Hof in Oberstoppel, für sie erhält Diekel monatlich einen Unterbringungsbetrag. Zudem habe sie Einnahmen durch Landwirtschaft und Zimmervermietung und ihre Tätigkeit in der tiergestützten Therapie, die sie bis vor einem Jahr ausgeübt habe, hätte finanzielle Reserven gebracht.

Genau an solche muss der Verein in diesen Tagen gehen, sagt die erste Vorsitzende Julya Duenzl. Sie erklärt, dass man mit Rücklagen glücklicherweise immer plane, für den Fall, dass unerwartet Paten wegfielen oder höhere Tierarztkosten anstünden. Insgesamt spüre man die Folgen von Corona: Einige Patenschaftsbeträge seien reduziert, wenige sogar komplett gestrichen worden. Auch die Teilnahme an Veranstaltungen zum Spendensammeln und Gewinnen neuer Paten sei nun natürlich weggefallen.

Genau wie Diekel, die berichtet, dass sowohl von Tages- als auch Übernachtungsgästen in den letzten Tagen wieder Anfragen kämen, bleibt Duenzl aber optimistisch. Und statt Frust zu schieben machen sich beide Frauen lieber an das Schmieden von Zukunftsplänen.

Der „Vegane Mitbringbrunch“ zum Beispiel, der normalerweise mehrmals im Jahr stattfindet und kürzlich abgesagt werden musste, ließe sich angesichts der aktuellen Situation zwar nicht nachholen, machbar wäre aber vielleicht ein Picknick im Grünen, möglicherweise auch ein Sommerfest. Genug Platz sei auf dem sieben Hektar großen Anwesen definitiv vorhanden, eine Voranmeldung dann eben Pflicht. „Wir werden jetzt ein Hygienekonzept ausarbeiten“, sagen beide optimistisch und hoffen trotz Corona bald wieder auf ein wenig Normalität.

VON KRISTINA MARTH

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