„Mein Herz schlägt für alles“

Karl Denkel aus Wehrda wird heute 104 Jahre alt

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So bleibt man fit: Jeden Tag liest Karl Denkel die Zeitung, am liebsten den Sportteil, schließlich war er selbst früher aktiver Sportler. Auch den Politikteil liest 104-Jährige gerne.

Wehrda. Er ist der Älteste im Haunetal und einer der ältesten Einwohner im Kreis: Karl Denkel aus Wehrda wird heute 104 Jahre alt. 

Karl Denkel wurde am 28 Dezember 1914 in Mendig in Rheinland-Pfalz als sechstes von neuen Kindern geboren. Zwei Weltkriege hat er erlebt, den ersten als Kind und den zweiten als Soldat.

Das hohe Alter liege in der Familie, erzählt er. Sein Vater wurde 93 Jahre alt und eine seiner Schwestern starb mit 97 Jahren. Gibt es ein Geheimnis für sein Alter? „Aktiv sein“, antwortet der ehemalige Lehrer.

Mit 95 Jahren ist er noch bei „Wehrda rennt“ fünf Kilometer gelaufen. Jetzt, mit 104 Jahren, geht er jeden Tag eine Stunde spazieren.

Fit bleiben will er auch im Kopf. Jeden Tag liest er die Zeitung. Am liebsten den Sportteil, schließlich sei er auch selbst ein guter Sportler gewesen. „Mein Herz schlägt für alles“, sagt er. Handball, Fußball und Turnen habe er früher gerne praktiziert. Heute ist er immer noch Fußball-Fan, sein Lieblingsverein: Bayern.

„Meinen Schülern habe ich alles vorgemacht. Ich sagt immer: Wenn ich das kann, müsst ihr das auch können“, erzählt Denkel. Ein strenger Lehrer sei er nicht gewesen. „Die Schüler hatten mich gern. Ich war wie ein Vater für sie. Ab und zu habe ich auch mal einen Witz gemacht“, berichtet er lachend. Für Humor sei er immer zu haben und er erzähle gerne Witze, betont der Senior. Neben Sport unterrichtete er noch Französisch und Latein. Er gründete eine Partnerschaft mit der französischen Stadt Pont-sur-Yonne und organisierte Austausche für seine Schüler. „In Frankreich war ich zuhause. Sie sagten immer Monsieur Donkel zu mir“, erinnert Karl Denkel sich. Drei Semester hat Denkel Theologie studiert, denn eigentlich wollte er Priester werden, aber dann kam der Krieg und er wurde eingezogen. Hebräisch sowie Griechisch hat er im Studium gelernt und da ihm fallen zehn Verse aus dem Homer ein, die er auf Griechisch aufsagt.

Sonntags schaut er die Messe im Fernsehen und mit dem Pfarrer führe er Gespräche unter Theologen. „Ich bin ein aktiver Katholik“, sagt er.

Am Computer habe er noch lange geschrieben, die letzten Jahre seien die Augen aber schlechter geworden, aber Fernsehen schaue er gerne. Sport und Quiz-Sendungen, aber auch Politik – „Ich will ja wissen, was so in der Welt passiert“, sagt Denkel. Für Politik habe er sich schon immer interessiert, früher war er Ortsvorsteher. Und auch Liebesfilme schaut er gerne- am liebsten leichte Kost wie Herzschmerzfilme von den hohen Herrschaften, wie er erzählt.

Sein größter Wunsch zum Geburtstag? „Zusammen mit der Familie feiern. Die kommen schließlich von überall her“, sagt der 104-Jährige, der fünf Kinder hat, von denen noch vier leben. Seit 2006 wohnt er bei seiner Tochter Hildegard Denkel-Klähn in Wehrda. „Ich fühl mich wohl hier. Aber am Laacher See, wo ich geboren bin, war es auch schön“, sagt der 104-Jährige. (an) 

Wochenendporträt zum 100. Geburtstag von Karl Denkel

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