Ja-Wort in 524 Metern Höhe

Haunetal bietet ab Mai 2022 Trauungen in der Burgruine Hauneck an

Hochzeit in historischem Gemäuer: In der Burgruine Hauneck auf dem Stoppelsberg will die Marktgemeinde Haunetal ab Mai 2022 standesamtliche Trauungen anbieten. Links im Bild Standesbeamter David Göller, rechts Bürgermeister Timo Lübeck (CDU), der künftig ebenfalls Ehen schließen möchte. Vorgenommen werden sollen die Trauungen dann in der ehemaligen Kapelle der Burg (im Bildhintergrund).
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Hochzeit in historischem Gemäuer: In der Burgruine Hauneck auf dem Stoppelsberg will die Marktgemeinde Haunetal ab Mai 2022 standesamtliche Trauungen anbieten. Links im Bild Standesbeamter David Göller, rechts Bürgermeister Timo Lübeck (CDU), der künftig ebenfalls Ehen schließen möchte. Vorgenommen werden sollen die Trauungen dann in der ehemaligen Kapelle der Burg (im Bildhintergrund).

Das alte, dunkle Trauzimmer hat ausgedient: Die Gemeinde Haunetal bietet künftig Trauungen auf der Burgruine Hauneck an.

Oberstopel –Viele Paare wünschen sich für ihre standesamtliche Hochzeit einen besonderen Ort. Diesem Trend möchte nun auch die Marktgemeinde Haunetal Rechnung tragen und künftig Eheschließungen in der Burgruine Hauneck auf dem knapp 524 Meter hohen Stoppelsberg im Ortsteil Oberstoppel anbieten.

„Die Burgruine ist unser Wahrzeichen“, sagt Bürgermeister Timo Lübeck, der die Marktgemeinde für Trauungen attraktiver machen möchte, zumal es in anderen Kommunen des Kreises längst ähnliche Angebot gibt. Die Idee habe es schon länger gegeben, „nun haben wir das Thema gemeinsam angepackt“, sagt der Rathaus-Chef mit Blick auf den Haunetaler Standesbeamten David Göller. Hessen Forst als Hausherr habe dem Vorhaben zugestimmt und auch vom Gemeindevorstand gab es schnell grünes Licht.

Im Frühjahr 2022 soll es losgehen, von Mai bis September will die Gemeinde dann zunächst einige feste Termine anbieten, voraussichtlich freitags und/oder samstags. Mehrere Termine an einem Tag sollen den logistischen Aufwand vertretbar machen, denn natürlich gibt es in der Ruine weder Mobiliar noch Dekoartikel. Darum werde sich aber die Gemeinde kümmern, betonen Lübeck und Göller, die davon ausgehen, dass eine Bestuhlung für bis zu 30 Gäste kein Problem ist. „Kein Brautpaar muss selbst Stühle nach oben schleppen“, verspricht der Bürgermeister und lacht. „Wir werden alles fertig vorbereiten.“ Um bei Regen oder Hitze gewappnet zu sein, sollen möglicherweise auch noch Schirme, eine Art Zeltdach oder Pavillons angeschafft werden.

Vorgenommen werden sollen die Trauungen passenderweise in der ehemaligen Kapelle der Burg, die sich auf der linken Seite des Eingangs befindet. Das habe außerdem den Vorteil, dass man dort fast wie in einem geschlossenen Raum sitze. Denn ein Trauzimmer müsse nicht nur der Sache angemessen, sondern streng genommen auch nicht öffentlich zugänglich sein. Die Burgruine, die ein beliebtes Ziel von Spaziergängern, Wanderern und Mountainbikern ist, an den Trau-Tagen für Besucher zu schließen, sei somit nicht nötig.

Sanitäre Anlagen sind auf dem Stoppelsberg natürlich ebenfalls nicht vorhanden, dafür bietet sich als Fotokulisse der einstige Bergfried mit Top-Aussicht in die Landschaft an. „Wer hier heiraten möchte, weiß, dass er ein paar Meter zu Fuß gehen muss“, weiß der Bürgermeister um die Widrigkeiten. Er ist jedoch zuversichtlich, Lösungen zu finden, etwa mithilfe des Bürgerbusses, falls es Gäste gibt, die den Weg nicht bewältigen können. Die Burg war vermutlich im 14. Jahrhundert durch die Ritter von Haune erbaut worden.

Ebenso keine Bedenken hat Lübeck, was die Parkmöglichkeiten am Fuß des Stoppelsbergs betrifft. Schließlich hätten in der Vergangenheit auch Theateraufführungen oder Lesungen in der Burgruine stattgefunden. „Wir haben uns ran gewagt und hoffen, dass es funktioniert.“

Erste Anfragen von Paaren aus Haunetal gibt es sogar schon, wie David Göller bestätigt, der mit 24 Jahren einer der jüngsten Standesbeamten im Landkreis sein dürfte. Ansprechen soll das neue Angebot aber nicht nur Haunetaler, sondern auch Heiratswillige von weiter her. Bisher würden in der Marktgemeinde etwa 15 bis 20 standesamtliche Trauungen pro Jahr vorgenommen, künftig dürften es gerne mehr sein. Helfen würde dann auch Timo Lübeck: Er möchte Ende 2021 ein Eheschließungsseminar für Bürgermeister besuchen. (Nadine Meier-Maaz)

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