Wehrda nicht „zerschneiden“

Haunetals Gemeindevertreter verabschieden Resolution zur Schnellbahntrasse

Ein ICE-Zug fährt durch die Landschaft
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Die geplante Schnellbahntrasse Fulda-Gerstungen bewegt nun auch in Haunetal die Gemüter.

Einen Dringlichkeitsantrag zur geplanten Schnellbahntrasse Fulda-Gerstungen diskutierten das Haunetaler Parlament in seiner jüngsten Sitzung. Eine geplante Trassenvariante würde Wehrda betreffen.

Neukirchen - Ohne ihren Noch-Bürgermeister tagten die Haunetaler Gemeindevertreter am Dienstagabend im Bürgerhaus Neukirchen. Gerd Lang befand sich zur letzten Sitzung in seiner Amtszeit bereits im Urlaub.

Gelöst wurde jedenfalls vorerst das Problem der seit Juni fehlenden Schriftführer für die Sitzungsprotokolle. Nachdem die drei zuvor für das Protokoll zuständigen Verwaltungsmitarbeiter im Sommer ihr Amt überraschend und zum Unmut der ehrenamtlichen Kommunalpolitiker niedergelegt hatten (wir berichteten), hatten diese dafür kurzfristig Sarah Apel als Freiwillige gewinnen können. Die Haunetalerin wurde nun einstimmig bis zum Ende der Legislaturperiode ins Amt gewählt, sodass nicht vor jeder Sitzung wieder neu der Form halber abgestimmt werden muss.

Einen Dringlichkeitsantrag hatte die GfH-Fraktion mit Blick auf die aktuellen Planungen für die Schnellbahntrasse Fulda-Gerstungen eingebracht, dem sich schließlich alle Fraktionen einmütig anschlossen.

In einer Resolution fordert die Gemeindevertretung der Marktgemeinde die DB-Netz- AG nun auf, die aktuelle Trassenplanung im sogenannten Teilabschnitt 001 zu streichen beziehungsweise weiter östlich eine Tunnelstrecke zu planen. Andernfalls werde der Ortsteil Wehrda „zerschnitten“ und „in höchstem Maße geschädigt“, argumentierte der Fraktionsvorsitzender der GfH Klaus Renschler, der auch in der Bürgerinitiative Bahntrasse Haunetal engagiert ist. Die Trasse teile den Ort nicht nur, sie führe außerdem zu nah am Ort sowie am Friedhof vorbei. „Das wäre für die Einwohner nicht auszuhalten“, so Renschler. „Die SPD-Fraktion steht voll und ganz dahinter“, sicherte deren Vorsitzender Hein-Peter Möller Unterstützung zu, und „auch die CDU findet es richtig, dagegen vorzugehen“, betonte der Fraktionsvorsitzende Marius Tegl.

Laut GfH-Antrag sieht die jetzige Planung vor, dass der Trassenverlauf von Süden aus einem Tunnel kommend das Naturschutzgebiet Wehrdaer Moor quert, im weiteren Verlauf weniger als 250 Meter am östlichen Ortsrand und dem Friedhof weitergeführt wird, bevor die Trasse wieder in einen Tunnel einmündet. Dadurch würde der Ort unter anderem vom Forsthaus Buchenborn getrennt.

Ebenso sei die Planung einer Güterverkehrsspange (Trassenteilabschnitt 0001GE) im Bereich der Sinzigburg zu streichen, heißt es im Beschlussvorschlag der schließlich einstimmig verabschiedeten Resolution.

Zu einer Sondersitzung kommt die Haunetaler Gemeindevertretung schon am 30. November wieder zusammen, um Timo Lübeck (CDU) noch rechtzeitig vor dem offiziellen Amtsantritt als neuen Bürgermeister vereidigen zu können. In der Dezember-Sitzung will dieser dann möglichst noch den Haushalt für 2021 einbringen, sodass das umfangreiche Zahlenwerk auch noch vor der Kommunalwahl im März beraten und beschlossen werden kann. Lübeck war am 1. November mit knapp 60 Prozent der Stimmen ins Amt gewählt worden. (Nadine Maaz)

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