Kleines Glück in der Corona-Krise

Haunetaler Bauernmarkt: Alle auf Abstand bedacht

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Mit Abstand Schwätzchen halten und Pflanzen aussuchen: Reinhold Göbel, Christa Reichler, Christa Grocholl-Wörndl, Cornelia Göbel am Blumenstand von Jutta Eifert-Klein aus Fraurombach (von links).

Die Besucher des Haunetaler Bauernmarkts waren alle auf Abstand bedacht, genossen aber doch das kleine Glück, auch mal wieder miteinander kommunizieren zu können.

Klein, aber fein ist er – der Bauernmarkt von Neukirchen. An fast jedem dritten Samstag im Monat laden etwa zehn Anbieter aus der Region auf der Straße vor dem Rathaus zum Einkauf ein, und gerade jetzt sich viele von ihnen so richtig auf das Wiedersehen mit ihren Kunden.

Umgekehrt war es genauso: Für die trotz Coronakrise aus der ganzen Umgebung in die Muttergemeinde des Haunetals gekommenen Besucher ist der frühlingshafte Markt etwas ganz Besonderes. Alle sind auf Abstand bedacht, genießen aber doch das kleine Glück, auch mal wieder miteinander kommunizieren zu können.

Mit dem Schenklengsfelder Ziegenkäsespezialisten Johannes Brauer etwa. Eine ältere Dame, die mit ihrem Mann zu den Stammkunden gehört, überlegt, was sie genießen sollte: Ziegenkäse in Öl oder lieber den frischeren mit Basilikum oder Buntpfeffer oder Schnittlauch? Brauer erzählt ihr, dass er viele kleine Lämmer hat, dass die ihren Müttern ganz schön was wegnuckeln, und dass er sich für die Käseherstellung mit der Milch bescheidet, die die Lämmer übrig lassen. Als sich die Seniorin entschieden und alles Gekaufte eingepackt hat, geht Brauer zu Standnachbarin Marion Huff, um sich ein kleines zweites Frühstück zu gönnen. Die Oberstoppelerin verkauft Wurstspezialitäten.

Genossen mit Maske die Marktatmosphäre: Bogumila und Albert Huff.

Noch ein Stückchen weiter steht Inge Deiseroth mit Hofgemachtem aus Friedewald. Alois Wörndl, eine der „Seelen“ des den Bauernmarkt seit 30 Jahren veranstaltenden Direktvermarktungsvereins, fachsimpelt mit ihr. Der gebürtige Oberbayer betont, dass es den im Verein zusammengeschlossenen Händlern darauf ankommt, wirklich gute regionale Produkte anzubieten. „Bei uns gibt es fast alles. Trotzdem überlegen wir natürlich immer, wie wir den Markt optimieren können, damit er noch besser angenommen wird.“

Derweil bilden sich am Zintlhof-Verkaufswagen, aus dem heraus Doris Manns Geflügelspezialitäten verkauft, und an Uwe Schneiders fahrbarem Dorfladen, kleine „Abstandsschlangen“. Kein Wunder, denn bei dem Meisenbacher gibt es Bratwurst und Zwiebelploatz „auf die Hand“ und eingepackt zum Mitnehmen. Jana und Pascal Schütz haben sich verleiten lassen, und auch Bogumila und Albert Huff „gelüstet“ es nach Bratwurst: „Die leisten wir uns, wenn wir alle Einkäufe erledigt haben!“ Die beiden Huffs gehören zu den wenigen, die mit Maske über den Markt gehen. Bürgermeister Gerd Lang hält das nicht unbedingt für erforderlich. Er vertauscht gerade Rathausluft mit Marktluft, und als örtlicher Ordnungsbehördenleiter stellt er schnell fest, dass die öffentliche Sicherheit nicht gefährdet ist: „Die Haunetaler sind diszipliniert, ich bin total zufrieden mit dem Verlauf des Marktes.“ Wenn es nach ihm geht, darf das Treiben gerne wieder größer über die Bühne gehen. Wenn es denn die Großwetterlage zulässt. apl

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