Nein zur Windpark-Erweiterung in Buchenau

Haunetal soll Klima-Kommune werden

Das Foto zeigt mehrere Windkraftanlagen vor blauem Himmel.
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Symbolbild Windkraft

Um den Klimaschutz, Windkraft, die Dorf-Entwicklung und die geplante Schnellbahntrasse ging es in der jüngsten Sitzung der Haunetaler Gemeindevertreter.

Neukirchen – Klimaschutz ja, fremde Windräder nein: Der Beschluss, dass Haunetal dem Bündnis „Hessen aktiv: Die Klima-Kommunen“ beitreten und eine entsprechende Charta unterzeichnen soll, fiel bei der Sitzung der Haunetaler Gemeindevertretung am Dienstagabend einstimmig aus. Beim Thema Windkraftanlagen waren sich die ehrenamtlichen Kommunalpolitiker jedoch nicht einig.

„Klimaschutz ist aktuell das Thema, wir müssen jetzt handeln“, hatte Klaus Renschler, Fraktionsvorsitzender der GfH, für den von der GfH eingebrachten Antrag zur Mitgliedschaft im Klima-Bündnis geworben. Zwar sei man auch in der Vergangenheit nicht untätig gewesen, wenn es etwa ums Energiesparen ging, nun müsse aber ein weiterer Schritt folgen; frei nach dem Motto: „Freiwillig ist gut, Verpflichtung ist besser.“ Zudem profitiere die Gemeinde als Klima-Kommune von besonderen Fördermöglichkeiten. „Die Mitgliedschaft ist kostenfrei, wir müssen nur etwas tun“, so Renschler. Als Klima-Kommune verpflichtet sich die Marktgemeinde auf Grundlage einer CO2-Bilanz, geeignete Maßnahmen zum Klimaschutz zu erarbeiten und zu verwirklichen.

Für die CDU-Fraktion unterstützte Ralf Stuckardt das Vorhaben. „Es geht um die kontinuierliche Verbesserung bis hin zur CO2-Neutralität“, gab er das Ziel vor. Vor leeren Worthülsen, auch wenn es dann doch etwas kostet, warnte der SPD-Fraktionsvorsitzende Hein-Peter Möller. Da auch der SPD der Klimaschutz wichtig sei, stimme man dem Antrag aber selbstverständlich zu.

Der Beschluss fiel somit einstimmig aus: Haunetal soll wie schon viele andere in Hessen Klima-Kommune werden. Der Gemeindevorstand hat nun den Auftrag, die notwendigen Schritte für die Mitgliedschaft einzuleiten – Hausaufgabe für die Gemeinde ist die Erstellung der individuellen CO2-Bilanz.

Diskussionsbedarf gab es anschließend jedoch über einen gemeinsamen Dringlichkeitsantrag von SPD und CDU zur geplanten Erweiterung des Windparks Buchenau um zusätzliche acht Anlagen. Der Gemeindevorstand soll dazu eine ablehnende Stellungnahme verfassen, sich mit den ebenfalls betroffenen Nachbargemeinden Eiterfeld und Hauneck abstimmen und gegebenenfalls rechtliche Schritte einleiten. Von einer „Verunstaltung des Landschaftsbildes“, von der Haunetal direkt betroffen sei, aber nichts habe, sprach der CDU-Fraktionsvorsitzende Marius Tegl. Und auch Hein-Peter Möller war der Meinung, dass die Gemeinde ihren Beitrag bereits geleistet habe. Von der GfH mochten Klaus Renschler, Lars Bolender und Lars Stein dieser Argumentation nicht folgen. „Irgendwer macht immer den Strom für andere mit“, so Renschler, und Bolender fand, eine Klima-Kommune könne regenerative Energien nicht ablehnen.

Bei drei Gegenstimmen wurde der Beschluss trotzdem gefasst.

Startschuss für IKEK-Projekte

Keine Einwände hatten die Haunetaler Gemeindevertreter gegenüber der IKEK-Projekte, die noch dieses Jahr angeschoben beziehungsweise begonnen werden sollen.

Der Beschluss über die von der Steuerungsgruppe erstellte Prioritätenliste fiel einstimmig aus. 50 000 Euro sind im Haushalt 2021 für IKEK-Maßnahmen vorgesehen, die geplanten Fördermittel in Höhe von 100 000 Euro haben sich um 32 000 Euro erhöht.

Extern unterstützt wird die Gemeinde weiter vom Büro Regiotrend. IKEK steht für integriertes kommunales Entwicklungskonzept (wir berichteten bereits mehrfach). Folgende Projekte sollen alsbald umgesetzt werden:

. Haunepark Rhina für Kinder und Jugendliche an den Tennisplätzen und Generationentreff Neukirchen

. Neugestaltung Dorfplatz Wehrda

. Digitale Dorfgemeinschaftshäuser und Jugendräume (offenes W-Lan)

. Machbarkeitsstudie „Alt werden in Haunetal“ inklusive Prüfung von stationärer Pflege, Tagespflege, Wohngruppen und betreutem Wohnen (Konzept)

. Neuer Internetauftritt der Marktgemeinde

. Haunetal-App und Plattform zur Vernetzung

. Haunetal-Kalender

. Privatberatung für förderfähige Projekte.

Zweite Resolution gegen Bahntrasse durch Wehrda

Ein erneutes Zeichen setzen wollen die ehrenamtlichen Kommunalpolitiker und Haunetals Bürgermeister Timo Lübeck (CDU) mit der zweiten Resolution gegen die Trassenvariante 001 der geplanten Schnellbahntrasse Fulda-Gerstungen, die durch Wehrda führen würde.

In der umfangreichen Stellungnahme wird die Bahn aufgefordert, diverse Punkte zu berücksichtigen, die gegen diese Trassenführung sprächen: Allen voran das Moor bei Wehrda als Naturschutzgebiet, die dortigen Salzauswaschungen sowie Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen. Weitere Argumente sind der Wasser- und Trinkwasserschutz, das Verfahren zur Ausweisung eines Schutzgebiets bei der Hirschelquelle mit noch vorhandenem Wasserwerk ist inzwischen eingeleitet worden. Ebenso sind für die Unterstützer der Resolution die Nähe zu mehreren Friedhöfen, die besondere Schlösser-Dichte und die exponierte Tallage Argumente gegen eine in unmittelbarer Nähe ober- und unterirdisch verlaufende Trasse (unsere Zeitung berichtete bereits).

Marc Blucha (CDU), der selbst aus Wehrda kommt, warb mit Blick auf die Aufregung, die im Dorf herrsche, dafür, zusammenzuarbeiten statt gegeneinander, und dabei die Emotionen außen vor zu lassen, sachlich und fachlich zu bleiben. Den Rathauschef, der von einzelnen Bürgern kritisiert worden war, nahm er in Schutz. An die Bahn übermittelt werden soll die Resolution vor dem Beteiligungsforum am 2. Juli. (nm)

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