Konzepte für die Zukunft

Haunetal: Ideen gesammelt, Probleme benannt

Ideensammlung: Beim ersten von drei IKEK-Foren in Haunetal diskutierten engagierte Bürger im DGH Rhina über die Zukunft der Marktgemeinde. Hinten im Bild Kirsten Steimel vom Büro Regiotrend. Foto: Nadine Maaz

Was wird in Haunetal benötigt, damit die Gemeinde auch in Zukunft lebenswert ist. Das wurde jetzt in Rhina diskutiert.

Ob Wohnmobilstellplätze in Oberstoppel, ein Feierabendmarkt in Neukirchen, ein gemeinsamer Veranstaltungskalender für alle Ortsteile und Vereine, geführte Wanderungen, Studentenwohnungen oder Ferienwohnungen in denkmalgeschützten Häusern: An Ideen, wie die Marktgemeinde Haunetal noch lebenswerter und attraktiver werden könnte, mangelt es nicht.

Das wurde jetzt beim ersten IKEK-Forum im Dorfgemeinschaftshaus Rhina deutlich, wo etwa 50 engagierte Haunetaler die Ergebnisse aus den vier sogenannten Teilraumveranstaltungen vor der Sommerpause präsentierten und diskutierten. IKEK steht für „Integriertes Kommunales Entwicklungskonzept“ (wir berichteten).

Mit der Resonanz waren die Organisatoren der beteiligten Projektbüros und Bürgermeister Gerd Lang nicht unzufrieden – die Teilraumveranstaltungen hatten zwischen acht und 25 Interessierte besucht. Schade sei allerdings, dass mit Hermann-spiegel, Meisenbach, Müsenbach und Schletzenrod einige Ortsteile bisher nicht vertreten gewesen seien. „Bis jetzt waren schon einige interessante Ideen dabei“, so der Bürgermeister mit Blick auf die bisherigen Veranstaltungen, wobei es eben wichtig sei, dass Ideen auch von den Bürgern selbst kämen und nicht allein aus der Verwaltung. An deren Adresse gab es jedoch auch eine eindeutige Handlungsaufforderung: Die Internetpräsenz Haunetals müsse dringend verbessert werden, hieß es in Rhina gleich mehrfach.

In drei Arbeitsgruppen zu den Themen Wohnen, Versorgung und Erreichbarkeit, Treffpunkte und Gemeinschaftsleben sowie Naherholung und Tourismus wurde durchaus lebhaft diskutiert. Dabei wurden in der Gruppe Gemeinschaftsleben auch zwei wesentliche Probleme ausgemacht: Oft sei es schwierig, Informationen weiterzugeben und alle Bürger zu erreichen. Zudem sei teils immer noch Konkurrenz unter einzelnen Ortsteilen spürbar. Das IKEK jedoch soll eben alle 15 Ortsteile einbeziehen und verbinden.

„Es ging vor allem darum, eine Richtung an wichtigen Ansätzen und einen Rahmen in den drei Handlungsfeldern für die zukünftige Entwicklung Haunetals abzustimmen und die Projektideen einzuordnen“, erläuterte Kirsten Steimel vom Büro Regiotrend nach dem Forum. Es wurden aber auch Beispiele aus anderen Kommunen vorgestellt und Fördermöglichkeiten aufgezeigt. Erfolgreiche Projekte seien etwa der Dreschhallenmarkt in Mündershausen und Ferienwohnungen in denkmalgeschützter Bausubstanz in Heinebach. Weniger erfolgreich verlaufen, aber dennoch interessant sei die Mitfahrbank in Romrod.

Bei zwei weiteren IKEK-Foren sollen bis Ende des Jahres die Haunetaler Ideen weiter konkretisiert werden. „Optimalerweise finden sich dann auch interessierte Bürger, die diese Ideen dann auch umsetzen werden“, so Steimel. Ein Projekt, das auch im Rahmen des IKEK immer wieder genannt wurde, ist übrigens schon so gut wie umgesetzt: Die Marktgemeinde hat einen Bürgerbus beantragt, für den nun Fahrer gesucht werden. Das nächste Forum findet am 21. Oktober ab 19 Uhr statt, der Ort wird noch bekannt gegeben.

Den gesamtkommunalen Raum im Blick

Das integrierte kommunale Entwicklungskonzept (IKEK) ist seit 2012 neu im Verfahren der Dorfentwicklung, wie es in einem Leitfaden des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz heißt. Vor dem Hintergrund des demografischen und sozioökonomischen Wandels sollte sich der Blick stärker als zuvor auf die gesamtkommunale Ebene richten und nicht nur auf einzelne Ortsteile, verbunden mit einem breiteren Themenspektrum. Zentraler Bestandteil ist die Förderung der Innenentwicklung unter aktiver Mitwirkung der Bürger. Ein Ziel sind eine gute Wohn- sowie Lebensqualität auch im ländlichen Raum.

Zukunftsworkshop für junge Haunetaler:

Speziell für junge Einwohner bis 25 Jahren wird es unter dem Motto „Deine Ideen sind gefragt. Make Haunetal great again“ am 26. Oktober von 14 bis 18 Uhr einen Zukunftsworkshop im DGH Rhina geben. Es gibt Pizza und kalte Getränke. Kontakt und Anmeldung: 06673/9180870, mehrgenerationenhaus@ haunetal.de.

Kommentare