Perspektiven für den ländlichen Raum

Haunetal fit für die Zukunft machen

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Wollen den ländlichen Raum voranbringen: Bürgermeister Gerd Lang, Martina Allmeroth-Akien vom Mehrgenerationenhaus Haunetal, Landrat Dr. Michael Koch. Rechts im Bild sind Gemeindemitarbeiter Jörg Schumann und Gemeindevertreter Jürgen Leimert (von links). Das ganze Bild sehen Sie, wenn Sie auf das Kreuz oben rechts klicken.

Die Marktgemeinde Haunetal ist jetzt als gesamtkommunaler Dorfentwicklungsschwerpunkt anerkannt worden. Nun sollen Konzepte für die Zukunft der Dörfer entwickelt werden.

Es ist ein Schreckensszenario: Der Supermarkt ist zu, eine Postfiliale gab es mal, der Arzt ist weggezogen und der Fußballverein hat seine Mannschaften wegen Nachwuchsmangels zusammengelegt. Vielleicht zweimal am Tag kommt für die verbliebenen Kinder ein Schulbus, einmal der rollende Bäcker. Junge Familien ziehen weg, Arbeitsplätze gibt es nur noch in der Landwirtschaft oder weiter weg.

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, sollen mit Fördermöglichkeiten Perspektiven für den ländlichen Raum entwickelt werden. Im Juli dieses Jahres wurde die Marktgemeinde Haunetal im Landkreis Hersfeld-Rotenburg bereits als gesamtkommunaler Dorfentwicklungsschwerpunkt anerkannt. Für die Gemeinde mit ihren 15 Ortsteilen soll ein Integriertes kommunales Entwicklungskonzept (IKEK) erarbeitet werden.

Fördergeld in Höhe von 44.000 Euro

Das verkündete Bürgermeister Gerd Lang, als Landrat Dr. Michael Koch jetzt einen entsprechenden Bewilligungsbescheid überreichte. „Hier fließen Fördergelder in Höhe von 44.000 Euro“, so Koch. Mit dem Konzept sollen eine gesamtkommunale Strategie aufgestellt und Entwicklungsprozesse angestoßen werden. Die Kosten betragen insgesamt knapp 60.000 Euro. IKEK sei Entscheidungsgrundlage für zielführende und gesamtkommunale Projekte und diene auch als Grundlage für weitere Fördermöglichkeiten.

„Wir wollen unsere Kommune fit für die Zukunft machen“, erklärte Lang. „Konkret heißt das: Sinkenden Einwohnerzahlen entgegenzuwirken und unser Haunetal als Wohnstandort für Familien und Senioren zu stärken und entsprechend auszubauen.“ Besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem demografischen Wandel und den Bedürfnissen der Familien. Es geht um die Verbesserung der Mobilität, Barrierefreiheit und haushaltsnahe Dienstleistungen.

Um den Wohnstandort Haunetal attraktiver zu machen, soll zudem ein Flächenmanagement aufgebaut werden, um unbebaute Grundstücke und Baulücken besser vermarkten zu können. Wichtig sei zudem die Verbesserung der Kinder- und Seniorenbetreuung sowie generationenübergreifende Angebote.

Gemeindeübergreifend denken

Landrat Dr. Koch betonte: „Wir dürfen nicht einfach Geld für Projekte aus der Gießkanne schütten, sondern müssen viel weiter denken. Wir brauchen zukunftsfähige Projekte, was nur mit einer guten Regionalplanung gelingt.“ Dabei müsse auch gemeinde- und landkreisgrenzübergreifend gedacht werden. „Ganz Nordosthessen muss zusammenarbeiten.“

Eine wichtige Rolle spiele dabei die Industrie. „Durch regionale Kooperationsmodelle von Gemeinden werden zum Beispiel neue Zentren in peripheren Regionen möglich“, meint Koch. Die Bandbreite möglicher Zusammenarbeit sei groß und reiche von der gemeinsamen Entwicklung von Gewerbegebieten bis hin zur Ansiedlung von Unternehmen und die arbeitsteilige Nutzung der Gemeindegebiete für Produktion oder Wohnraum. (red/nm)

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