Parlament sagt Nein zu mehr Geld für Hauptamtsleiter

Haunetal: Diskussion um pikante Personalie

Odensachsen – Haunetal braucht ab März einen neuen Hauptamtsleiter, doch um die Neubesetzung der Stelle, insbesondere die Eingruppierung, gibt es nun Differenzen.

Hauptgrund ist ein Antrag des Gemeindevorstands, die Entgeltgruppe von aktuell 11 auf 12 zu ändern.

Die Gemeindevertretung stimmte bei ihrer Sitzung am Dienstagabend im DGH Odensachsen bei zwei Enthaltungen gegen die Höhergruppierung. Diese müsste enstprechend im Stellenplan berücksichtigt werden und war somit Teil der auf der Tagesordnung stehenden Haushaltsberatung.

Die Stellenbewertung mit dem Ergebnis E 12 sei auf Antrag des aktuellen Stelleninhabers im Dezember von der Personalberatung Klöß vorgenommen worden, hieß es in der Tischvorlage. In der Gemeindevertretung gab es allerdings Zweifel an der Bewertung und den Hintergründen. Außerdem wurden zu späte und fehlende Informationen moniert.

Wechsel nach Nentershausen

Haunetals Hauptamtsleiter Volker Heise wechselt auf eigenen Wunsch nach Nentershausen, wo Büroleiter Timo Friedrich Bürgermeister in Wehretal wird. Einem Auflösungsvertrag zum 28. Februar wurde laut Bürgermeister Gerd Lang bereits zugestimmt. Heises Nachfolger könnte Mario Huff werden – seit 2012 Hauptamtsleiter in Friedewald. Der 38-Jährige lebt in Niederaula, kommt aber aus Odensachsen und hat seine Ausbildung in der Haunetaler Verwaltung absolviert. Nach 14 Jahren in der Dreienberggemeinde könne er sich einen Wechsel zurück in die Heimat vorstellen, so Huff. Wann genau und ob er auch unabhängig von der Eingruppierung nach Haunetal komme, ließ Huff auf Nachfrage aber offen.

Gemeindevertreter Jürgen Leimert (SPD) sprach von einer pikanten Angelegenheit und warf Lang vor, die Gemeindevertretung zu „überfahren“ und eine E-12-Stelle zuzusagen, ohne dass es überhaupt einen Beschluss gegeben habe. Das sei ein Beispiel für das Eigenleben, das die Verwaltung in letzter Zeit entwickelt habe. An die Funktion des Parlaments als oberstes Beschlussorgan erinnerte auch Timo Lübeck (CDU). Die Stellenvergabe ohne Ausschreibung bezeichnete er als „rechtlich abenteuerlich“. Beide betonten jedoch, dass sich die Kritik nicht auf die Auswahl beziehungsweise die Person beziehe („feine Kerle werden gebraucht“).

Andere Auffassung als der Bürgermeister

Eine andere Auffassung als der Bürgermeister und die Vorstandskollegen vertrat auch Karin Wagner-Pilot. Sie sieht die Merkmale einer E-11-Stelle als „unstrittig erfüllt“ und habe deshalb auch im Vorstand gegen die Neugruppierung gestimmt, die zum Beispiel eine herausgehobene Personalverantwortung beinhalten müsse. Zudem sei die letzte Stellenbewertung erst 2014 erfolgt.

Der Verwaltungschef indes verwies auf den Rechtsanspruch auf ein tarifgerechtes Gehalt. Er legte Widerspruch gegen den Beschluss ein. Somit wird vermutlich in Kürze eine Sondersitzung anberaumt werden müssen. Sollten die Gemeindevertreter bei ihrem Nein bleiben, würde die Angelegenheit Sache des Verwaltungsgerichts.

VON NADINE MAAZ

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