Sie nimmt Abschied von ihrer Kita

Gerlinde Schott geht nach 43 Jahren als Kita-Leiterin in Haunetal in den Ruhestand

+
Geht nach 43 Jahren als Leiterin der Haunetaler Kindertagesstätte nun in den Ruhestand: Gerlinde Schott. Mit 21 Jahren übernahm sie 1976 die Leitung der neu eröffneten Einrichtung, und seither hat sie kaum einen Stuhlkreis verpasst.

Nach 43 Jahren geht Gerlinde Schott als bisher erste und einzige Leiterin der seit 1976 bestehenden Kindertagesstätte Haunetal in den Ruhestand.

In der Haunetaler Kindertagesstätte endet am 30. August eine Ära: Nach 43 Jahren geht Gerlinde Schott als bisher erste und einzige Leiterin der seit 1976 bestehenden Einrichtung in den Ruhestand.

Wie viele Kinder sie in all den Jahren betreut hat, kann die 64-Jährige nicht sagen. Nur eines sei sicher, sagt sie lachend: „Inzwischen sind es die Kinder der Kinder.“ Als „halbe Haunetalerin“ fühlt sie sich ohnehin längst, auch wenn sie nach wie vor in Burghaun-Rothenkirchen lebt. Gerade 21 Jahren alt war Schott und erst ein Jahr im Beruf, als sie sich 1976 auf Hinweis einer Freundin, die in der Haunetaler Verwaltung arbeitete, für die Leitung der damals kurz vor der Eröffnung stehenden Einrichtung bewarb. „Ich war schon immer unerschrocken“, erklärt Schott.

Vier Wochen hatten sie und ihre beiden Kolleginnen – eine erfahrene Kinderpflegerin und eine Praktikantin – dann Zeit, um die Kita einzurichten, denn mehr als Türen, Fußböden und gestrichene Wände habe es noch nicht gegeben. „Das weiß ich noch wie heute“, berichtet die Leiterin. Zudem wurde noch schnell geheiratet, denn eine unverheiratete Kita-Leiterin war eher ungewöhnlich ...

Mit 50 Kindern in zwei Gruppen fing alles an. Inzwischen hat Schott zwei Umbauten mitgemacht, die nächste Erweiterung steht kurz bevor.

Für maximal 100 Kinder gilt die aktuelle Betriebserlaubnis, seit einigen Jahren werden auch Kinder unter drei Jahren betreut, die Öffnungszeiten wurden erweitert.

So einiges hat sich verändert seit 1976. Mit der Zahl der Kinder ist auch die der Mitarbeiter stetig gestiegen, auf deren geringe Fluktuation Schott stolz ist. „Allein kann man so etwas nicht schaffen“, sagt sie außerdem mit Blick auf ihr Team. „Wir waren immer vorne dabei und offen für neues, haben aber auch nicht jeden Trend mitgemacht.“

Überzeugungsarbeit leisten musste Schott beispielsweise, als es einst um die Einführung teiloffener Gruppen ging. „Da haben manche Chaos im Haus befürchtet“, erinnert sie sich. Information und Kommunikation war Schott stets wichtig.

Nur ein halbes Jahr hat sie in all der Zeit ausgesetzt, und zwar nach der Geburt ihres Sohnes. „Ich habe meinen Job immer gerne gemacht“, betont die scheidende Leiterin, die mitunter von „ihrer“ Kita spricht, schließlich sei alles „über ihren Tisch gegangen“. Was täuscht, ist der Eindruck, dass sie scheinbar ganz entspannt zwischen ihren umhertobenden Schützlingen sitzt. „Im Alter wird man eher vorsichtiger“, gesteht die 64-Jährige lachend und hat die Kinder dabei ganz genau im Blick.

Zum Abschied werden ein paar Tränen fließen, weiß sie schon jetzt. Aber weil neben reisen und fotografieren auch feiern zu Schotts liebsten Freizeitbeschäftigungen zählt, wird es natürlich eine Abschiedsparty mit den Kindern, Eltern, Kolleginnen und anderen Weggefährten geben. Wie gut, dass sie von den Mitarbeiterinnen bereits Taschentücher bekommen hat.

„Ich freue mich, beim Reisen flexibler zu sein, mehr Zeit für mich zu haben und nicht extra Urlaub nehmen zu müssen, um mit einer Freundin frühstücken zu gehen“, sieht Schott das Positive am Ruhestand. „Ich werde aber auch vieles vermissen, zum Beispiel die Witze der Kinder.“ 

Ute Nebe übernimmt Leitung in Neukirchen

Die Leitung der Haunetaler Kita übernimmt mit Ute Nebe eine Kollegin aus dem eigenen Haus, die in den vergangenen Jahren noch dazu so etwas wie die rechte Hand von Gerlinde Schott war, die Ende August in den Ruhestand geht. Die 55-Jährige kommt ursprünglich aus Rotenburg, lebt ihres Mannes wegen aber seit rund 30 Jahren in Odensachsen. 

Ute Nebe

Nebe hat Kinderpflegerin gelernt und von 2007 bis 2010 berufsbegleitend noch eine Erzieherausbildung absolviert. Schon 1993 war sie als Vertretung in die Haunetaler Kita gekommen, wo sie zunächst mehrere Zeitverträge hatte. Seit dem Jahr 2000 ist sie nun fest und ohne Unterbrechung in der Einrichtung tätig. Mit der bevorstehenden Erweiterung der Kita während des laufenden Betriebs hat Ute Nebe gleich eine spannende Aufgabe vor sich, wie sie selbst sagt. „Ich denke, wir kriegen das gut hin."

Kommentare