Gemeinde müsste Baurecht schaffen

Juwi stellt Pläne für Solarpark an A 7 bei Wetzlos und Schletzenrod vor

Auf einer Fläche entlang der Autobahn A 7 auf Höhe der Dörfer Schletzenrod und Wetzlos will der Projektentwickler Juwi einen Solarpark mit knapp 20 Megawatt Leistung errichten.

Juwi stellt Pläne für Solarpark an A 7 bei Wetzlos und Schletzenrod vor.

Wetzlos – Im Saal der Gaststätte Hehrmann in Wetzlos erläuterte Projektmanager Marco Mittner am Donnerstag vor rund 30 Interessierten die Planung. Die Fläche, die genutzt werden soll, ist etwa 21 Hektar groß, liegt unmittelbar parallel zur A7 und ist in Privatbesitz. Juwi würde das Areal pachten. Die Leistung des Solarparks beziffert Juwi mit rund 20 Megawatt. Diese soll durch insgesamt 36 000 Solarpanels erzeugt werden, die innerhalb der umzäunten Fläche errichtet werden. Umgerechnet auf den Verbrauch eines Standard-Haushalts könnten laut Juwi 6700 Familien so mit Strom versorgt werden. Die CO2-Einsparung beträgt nach den Angaben des Projektierers jährlich 13000 Tonnen.

Als Gewinn für die Artenvielfalt beschreibt Projektentwicklung Mittner die Freiflächen-Solaranlage. Besonders dann, wenn – wie hier geplant – der Abstand zwischen den Solarplatten so groß ist, dass es am Boden immer wieder Bereiche mit voller Sonneneinstrahlung gebe, entwickele sich ein sehr vielfältiger Bewuchs mit entsprechend reichem Vogel- und Insektenleben.

Der Standort an der Autobahn wurde ausgewählt, weil das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in Hessen bevorzugt auf Flächen entlang von Bahntrassen und Autobahnen verweist. Der Strom soll bei Burghaun-Gruben in das Leitungsnetz eingespeist werden. Der Solarpark könne nur deswegen wirtschaftlich sein, weil für den kürzlich in Betrieb gegangenen Windpark bei Wehrda bereits eine Leitungstrasse dorthin bestehe, sagte Mittner. Andernfalls sei eine Einspeisung in 15 Kilometern Entfernung nicht rentabel. Das Projekt befindet sich im Anfangsstadium: „Wir wollen jetzt informieren, damit man sich in den Dörfern und in den gemeindlichen Gremien eine Meinung bilden und gegebenenfalls entsprechend handeln kann“, sagte Mittner. Falls der Solarpark realisiert werden soll, muss die Marktgemeinde Haunetal einen entsprechenden Bebauungsplan auf den Weg bringen.

Die Marktgemeinde würde zum einen 90 Prozent der Gewerbesteuer, die für den Park fällig ist, erhalten. Interessanter ist der Anteil, den die Marktgemeinde aus dem Verkauf des elektrischen Stroms erhält: Das gerade geänderte EEG setzt einen Rahmen dafür, dass pro dort generierter Kilowattstunde Strom 0,2 Cent an die Gemeinde fließen. Bei einer erwarteten durchschnittlichen Jahresleistung von 20 670 000 Kilowattstunden sind das über die gesamte Laufzeit von 20 Jahren jeweils rund 40 000 Euro.

Kritik wurde während der Veranstaltung daran geäußert, dass hochwertige landwirtschaftliche Flächen aus der Produktion genommen würden. Mittner erläuterte, dass die EEG-Regeln in Hessen darauf nicht achteten. „Anders als bei einem Logistik-Park wird die Fläche nicht für immer versiegelt. Ein vollständiger Rückbau ist möglich.“

Beteiligungen von Privaten sind laut Mittner grundsätzlich möglich. Am ehesten seien sie über bereits bestehende Genossenschaften oder gemeinsam mit regionalen Banken abzuwickeln. (Hartmut Zimmermann)

solarpark-haunetal.de

Rubriklistenbild: © Uli Deck/dpa/Symbolbild

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