Er hat gerne einen Vogel

Falkner Michael Schanze aus Kruspis unterhält die Besucher beim Hessentag

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Immer ein Hingucker: Falkner Michael Schanze mit Steinadler Zeus, im Hintergrund Stephan Braun aus Ludwigsau vom Verein für Umweltbildung und Greifvogelhilfe.

Korbach/Kruspis. Wo es um den Natur- und Artenschutz geht, sind Michael Schanze und seine Mitstreiter nicht weit. Mit seiner Erlebnis-Falknerei ist der Waldpädagoge aus Haunetal-Kruspis bei der Sonderausstellung „Natur auf der Spur“ beim Hessentag in Korbach vertreten – gemeinsam mit der Greifvogelauffangstation und dem Verein für Umweltbildung und Greifvogelhilfe.

Ob Schleiereule, Steinadler, Wüstenbussard oder Sakerfalke: Schanze ist mit verschiedenen Tieren vor Ort, sodass sich diese zwischendurch auch erholen können und die Tiere im Trubel nicht allzu sehr gestresst werden. Mit einem von Schanzes Uhus auf der Faust hat sich Hessens Umweltministerin Priska Hinz pressewirksam fotografieren lassen.

Wenn der Falkner seinen 43 Jahre alten Steinadler Zeus präsentiert, bildet sich schnell eine Traube von Menschen vor dem hölzernen Zaun, der den Stand eingrenzt und vor ungebetenen Gästen absichert. Auch die Vertreter des Zolls schauen interessiert vorbei.

Die Hessentagsbesucher können die Tiere anschauen und fotografieren, anfassen ist im Normalfall allerdings nicht erlaubt. Das wäre zu gefährlich, sagt Schanze, der zusätzlich zu seinen Erklärungen rund um die Jagd mit und die Haltung von Greifvögeln sowie den Artenschutz gerne auch mal eine kleine Lehrstunde in Grammatik gibt oder zu anderen Späßen aufgelegt ist – und von sich selbst sagt: „Ich habe einen Vogel.“

Den Verein gibt es seit gut drei Jahren, er hat aktuell 14 Mitglieder – darunter Stephan Braun aus Ludwigsau, der samt Wohnwagen nach Korbach gereist ist und sich während des zehntägigen Landesfests auch um die nächtliche Betreuung der Vögel kümmert. 94 verletzte Greifvögel sind dem gemeinnützigen Verein im vergangenen Jahr laut Schanze gemeldet worden – von Privatleuten, der Polizei oder Förstern. Aufgepäppelt und auf die Wieder-Auswilderung vorbereitet werden die Tiere, wenn es sinnvoll ist, wie der Falkner betont, ebenfalls in Kruspis.

Schanze hat schon einige Hessentage mitgemacht und wird sich natürlich auch für die Sonderausstellung in Bad Hersfeld im nächsten Jahr bewerben. „Das wäre ein Heimspiel und schön, wenn es klappt“, so Schanze, der sich je nach Platz und Fläche gute Chancen ausrechnet, aber auch weiß: „Jeder Hessentag ist neu und anders.“ Die Bewerbungen für „Natur auf der Spur“ sind stets an das Land zu richten, nicht an die ausrichtende Stadt. (nm)

Der Mann der Greifvögel: Michael Schanze aus Kruspis ist Falkner

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